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Ein Tag am Toten Meer

Etwa sieben Millionen Einwohner hatte Jordanien bis zum letzten Jahr. Der Konflikt in Syrien dürfte einen Bevölkerungsschub in nur annährend schätzbarer Höhe gebracht haben. Insider sprechen von etwa 1,5 Millionen syrischen Flüchtlingen in Jordanien.

Gerade der Norden des Landes dient einer großen Anzahl Syrer als Aufenthaltsort. Denn eben dort befindet sich eine Reihe von Auffanglagern. Bereist man heute Jordanien, ist die Krise auch dort allgegenwärtig. Nicht nur Europa kämpft mit Problemen des Syrien-Konflikts. Auch - und gerade - die angrenzenden Staaten Syriens nehmen Flüchtlinge auf. Und zu diesen gehört neben dem Libanon eben auch Jordanien.

Für das kleine arabische Land mehr als ein Kraftakt. Jedoch scheinen in der Bevölkerung das Verständnis und die Anteilnahme groß zu sein. "Es sind Glaubensbrüder, wir sehen die Flüchtlinge nicht als Störenfriede an", sagt uns Djamal im Gespräch. Djamal arbeitet als Kellner im Evason Ma’In. Bringt die arabischen Wasserpfeifen zu den Gästen und feuert die meterhohen Shishas an.

Grüne Oase und Schönheit

Das Luxushotel liegt als "Hot Springs Hotel" nur wenige Kilometer entfernt vom Toten Meer. Doch hier ist es grün, hat die Landschaft die eine oder andere Überraschung für Besucher der kleinen Schlucht parat, die sich 264 Meter unter Meereshöhe befindet. Der Begriff "Hot Springs Hotel" kommt nicht von ungefähr, sorgen heiße Quellen, die an verschiedenen Punkten aus den Felsformationen entweichen, für wunderschöne Wasserfälle in einer sonst so kargen Gegend. Denn jenseits dieser kleinen Schlucht und der durch die Wasserquellen entstandenen Vegetation, ist die Region am Toten Meer alles andere als grün.

Der Weg "hinauf" zum Hotel, führt über eine kleine Straße. Auf halber Strecke vom Toten Meer kommend, liegt das "Dead Sea Museum". Immer wieder kreuzen Ziegenherden den Weg, ehe nach etwa 30 Minuten das Evason erreicht wird. Flimmerte noch die Luft auf der heißen Straße, die kurvenreich durch die karge Landschaft führte, ist durch die Vegetation und die Wasserquellen die Umgebung des Hotels mehr als gut zu ertragen. Der Standard des Evason ist im Fünfsternebereich, ist allerdings mit Evason Hotels beispielsweise in Asien nicht zu vergleichen. Gewisse Abnutzungserscheinungen hat das Evason an den Hot Springs durchaus, das allerdings fällt kaum auf.

Wasserfall beim Evason Hot Springs Hotel.
Wasserfall beim Evason Hot Springs Hotel.

 

Die Klimaanlage auf den Zimmern ist eines der wichtigen Details in arabischen Ländern. Tagsüber. Abends trägt die Nacht die Hitze hinfort, sorgt für angenehme Temperaturen und lässt den Sternenhimmel in schönster Art und Weise zur Geltung kommen. Keine Stadt, keine Lichter die den Blick beeinträchtigen. Djamal trägt wieder eine Wasserpfeife zu einem Tisch, schaut kurz zum Sternenhimmel. "Wie mein Name", sagt er lachend. Djamal heißt übersetzt: der Schöne oder Schönheit.

Hotellerie Dead Sea

Das Evason hat wie viele Hotels in Jordanien derzeit große Probleme. Der angesprochene Konflikt sorgt allerorts für Ängste und Verunsicherung der Touristen. Die Reiselust vieler Europäer bezüglich eines Trips nach Jordanien ist stark ins Stocken geraten. Doch so unsicher die Gesamtsituation in der arabischen Region auch ist, so sicher ist es in Jordanien.

Jenseits der großen Städte und des Nordens ist das Land fast menschenleer. Ein Fiasko für Hotels in der Nähe der Ausgrabungsstätte Petra, wo fast 70 Prozent der Übernachtungsmöglichkeiten geschlossen haben. Und am Toten Meer sieht es nicht viel besser aus. Die großen Hotelanlagen wie das Kempinski, Mövenpick oder Crowne Plaza sind wie leergefegt. An der Lage und Ausstattung gibt es hingegen nichts zu beanstanden. Das Crowne Palza beispielsweise ist ein Luxushotel der Fünfsterneklasse, das es an nichts fehlen lässt. Mehrere Pools, ein Fahrstuhl zum Strand, geräumige Zimmer: Für Ruhesuchende ist diese Region Jordaniens absolut zu empfehlen.

Und was natürlich nicht fehlen darf, ist das Einreiben mit Schlamm aus dem Toten Meer und das anschließende Bad um den Matsch abzuspülen. Oft beschrieben, aber wer es noch nicht erlebt hat, kann es schwer nachvollziehen: Schwimmen im Toten Meer ist nahezu unmöglich. Versuche des Brustschwimmens scheitern kläglich, lediglich auf dem Rücken ist an ein Vorwärtskommen zu denken.

Poolanlage des Crowne Plaza am Toten Meer in Jordanien.
Poolanlage des Crowne Plaza am Toten Meer in Jordanien.

 

Touristische Regionen

Wie so oft in Ländern jenseits Europas, werden die Regionen die touristisch hochfrequentiert sind, gehegt und gepflegt. Fast selbsterklärend, ist der Tourismus doch zumeist ein mehr als entscheidender Wirtschaftszweig. Was ein Ausbleiben der Euro-Währung für krisengeschüttelte Regionen an Auswirkungen haben kann, zeigen Beispiele wie Ägypten, Marokko oder auch der Libanon. Ein ähnliches Problem dürfte Jordanien mittlerweile haben, versucht auch wie viele andere Länder vorher, positive Nachrichten zu streuen um den Tourismus wieder anzukurbeln.

Von Unruhen ist Jordanien weitestgehend verschont geblieben, auch in Amman und anderen Städten kann man sich als Urlauber und Tourist absolut sicher fühlen. Grenzregionen zu Syrien und dem Irak sollte der geneigte Tourist vielleicht gut überdenken. Die Wege in das Krisengebiet sind nicht weit, Unruhen und Probleme in der Grenzregion sind keinesfalls auszuschließen. Doch sollte dies in der Regel nicht das Problem sein. Die Spots, die interessant und sehenswert sind, befinden sich recht zentral oder im Süden des Landes.

Dazu zählt sicherlich die Ausgrabungsstätte Petra, genauso wie ein Trip zum Toten Meer, für alle Gläubigen zum Jordan oder aber auch der antiken Provinzstadt Jerasch. Jordanien ist – mehr als viele andere Länder dieser Region – eine Reise wert. Es ist ein abwechslungsreiches Land, das vom historischen Ajloun oder As-Salt bis hin zum Ballonfahren in der Wüste Wadi Rum viel bieten kann.

KULINARIKER-Tipp:
Das Tote Meer liegt etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt Amman entfernt. Eine Vielzahl an Luxushotels bieten in der Region "Dead Sea" Übernachtungsmöglichkeiten. Etwa eine Autostunde von der Metropole entfernt, ist ein Kurztrip schnell vollzogen. Etwa auf der Höhe von Madabe führt eine kleine Straße zum Dead Sea Museum. An das Museum angrenzend befindet sich das "Dead Sea Panorama Complex"-Restaurant mit einer wunderbaren Sicht über Teile des Toten Meeres bis hinüber nach Israel. In der Schlucht Wadi Mujib östlich des Toten Meeres gibt es Trekking-Exkursionen. Das am tiefsten gelegene Naturschutzgebiet der Welt wird auch der "Grand Canyon von Jordanien" genannt.

Weitere Informationen unter:
de.visitjordan.com (Fremdenverkehrsamt Jordanien)
www.crowneplaza.com (Crowne Plaza - Hauptseite)
www.sixsenses.com (Six Senses - Hauptseite)

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 20/08/2016

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