"The Dylan" mit "Vinkeles Restaurant" und drei weitere hochwertige Hoteltipps Amsterdam

Bei den Niederländern heißt gemütlich "Gezelligheid", also im weitesten Sinne in angenehmer Gemeinschaft mit anderen. Diesem Gäste-Bedürfnis werden in Amsterdam vier der in Europa insgesamt 127 QL-Hotels mehr als gerecht – mit ganz besonders anheimelnd wie elegantem Ambiente.

Sollten die Grachten trotz Klimaerwärmung jemals wieder im Winter zufrieren - die Keizersgracht wäre dann Europas längste Eisbahn.

In der Nummer 384 entdecken wir das Boutiquehotel "The Dylan". Es glänzt mit fünf Sternen, wer dort absteigt, residiert sowohl im Herzen der Grachtenstadt als auch sogleich sehr zurückgezogen. Seit 1999 ist es ein Boutiquehotel und gehört u.a. zu QL-Hotels. Die Suiten sind mit der Eleganz aus der Vergangenheit und dem Komfort des funktionalen Heute eingerichtet, es fehlt an nichts.

The Dylan: Luxury Suite-Loft.
The Dylan: Luxury Suite-Loft.

 

Der Bau von 1600 hat einige Feuersbrünste hinter sich, wurde mehrfach komplett wieder aufgebaut und war die längste Zeit ein Theater. Der italienische Komponist und Musiker Antonio Vivaldi soll hier 1773 das Theaterorchester dirigiert haben – Damals fuhren die Gäste noch mit Pferdekutschen vor, das alte Straßenpflaster ist noch erhalten.

Der stille Innenhof wird weiterhin wie ein Geheimnis gehütet, viele Gäste suchen und finden hier ein ganz besonderes Gourmeterlebnis: Im "Vinkeles", dem Restaurant von Dennis Kuipers. Seine Küche wurde bereits mit einem Michelinstern ausgezeichnet. In dem schlicht gehaltenen Restaurant sind in der Backsteinmauer die Eisenluken der einstigen Bäckerei erhalten. ansonsten lenkt in dem historischen, intimen Ambiente nichts von dem fantastischen Menü ab, das in sechs Gängen über Hamachi, European Lobster und ein Bild der klassischen niederländischen Küche mit einem hochmodernen, französischen Touch zeichnet.

Ein wahres Dream Team bilden Chefkoch Dennis Kuipers, Küchenchef Jurgen van der Zalm, Maître Casper Westerveld und Sommelier Natasja Noorlander. Diese guten Geister begleiten das exorbitant großartige Menü von Dennis.

Dennis Kuipers fährt auf, arbeitet mit Melone, Karotte, Ziegenkäse, Kohlrabi, Huacatayöl. Ein bezauberndes Highlight in der Vorspeisenfolge sind die "Perlen von Vermeer": Sie enthalten u.a. Tanqueray Gin, Limettensaft und frische Auster, die Hülle der Perlen ist aus Kakaobutter.

Perlen von Vermeer.
Perlen von Vermeer.

 

Die "Geay" Auster ist pochiert, mit Seeigel, und chinesischem Oscietra-Kaviar, die "Anjou Pigeon Imerial"-Entenbrust bringt er zusammen mit eingelegten Brombeeren, Roter Bete und; Lakritze! Dazu ein "Pombal do Vesuvio" aus dem Duero, die Weinempfehlungen zu jedem einzelnen Gang von Sommeliere Natasja Noorlander sind außergewöhnlich und eine Reise zu Neuentdeckungen in die ganze Welt. Ihre Vorliebe für Rieslinge eröffnet dem Gourmet ein weites Spektrum, der hauseigene "The Dylan" Riesling gedeiht an der Mosel bei Winzer Bernhard Eifel.

Hervorragend der "Turbot"-Steinbutt mit Knollensellerie, heimisch-holländischer Muschel und Samphire-Meeresgemüse. Die Käseauswahl am Ende einer langen, genussvollen Geschmacksreise ist fulminant und stets aktuell.

Der "Chef’s Tabel" in der Küche ist nur für zwei Personen, völlig unspektakulär am Gang, jedoch mit besten Blick in die Töpfe und zwischen Pütt & Pann’ gegenüber einer Kachelsäule, an der sich begeisterte Gäste mit Inschriften verewigt haben.
In der Bar und Brasserie OCCO ist der Signature Drink namens "Dylan Thomas" ein Erlebnis für sich, basierend auf Spätburgunder, Single Malt Scotch, Grand Marnier Likör, Schoko Bitter & Schokolade Alkohol mit geflammtem Zuckerwürfel.

Steinbutt-Knollensellerie, holländische Muscheln, Samphire.
Steinbutt-Knollensellerie, holländische Muscheln, Samphire.

 

4.000 handsignierten Bücher

In der Herengracht 349 finden wir ein Schmuckstück unter den Amsterdamer Hotels mit den ebenfalls beeindruckenden mittelalterlichen Stadtpalästen: Die "Botschaft "Ambassade". Die Fassaden des vierkommasieben-Sterne-Hotels gehen gleich über 15 Gebäude aus verschiedenen Jahrhunderten, die ältesten aus dem "Golden Age" von 1575 bis 1670. Die Familie, in deren Besitz das historische Hausensemble seit 1953 ist, hat die Nebengebäude nach und nach hinzugekauft.

Die Vielfalt der Giebel ist hier besonders schön zu erkennen, ein architektonisches Gesamtkunstwerk. An jedem Giebel ist ein Takelbalken "hijsbalk" zu sehen, mit Ihnen werden wie vor 400 Jahren an Tauen die Möbel durch die Fenster gehievt, weil die Treppenhäuser zu schmal sind.

Im Restaurant "Brasserie Ambassade" kocht seit drei Jahren erfolgreich Chef Erik Zonjee, ein Blick in seine Karte weist ein hochkarätiges Angebot an französischen Spezialitäten auf. Auch in den Zimmern und Suiten darf man sich französisch "royale" fühlen, sie sind alle unterschiedlich im Stile von König Louis XV und Louis XVI gestaltet, mit viel Samt und Volants, aber auch mit Hinguckern von moderner Kunst und Design.

Brasserie Ambassade.
Brasserie Ambassade.

 

In den Zimmern und in den öffentlich zugänglichen Bereichen ist eine ganz besondere Kunstsammlung zugänglich: Werke von 39 Künstlern der avantgardistischen Kunstbewegung CoBrA aus den 1940er Jahren (ihr Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Städte Copenhagen, Brüssel und Amsterdam zusammen). Die Literatursammlung mit 4.000 handsignierten Büchern weltberühmter Autoren bewirkt, dass sich hier viele Künstler und Literaten aufhalten, es gibt Lesungen und Diskussionsrunden. Ich komme vor lauter Lesevergnügen und Stöbern kaum zu unserem eigentlichen Vorhaben, die Stadt zu erkunden.

Gemeinhin bewegt man sich ja in Amsterdam mit dem "Fiets", dem Fahrrad, das allen Amsterdamern unter ihr Hinterteil gewachsen scheint – manch einer verzichtet gar auf die Limousine und wählt ganz bequem die perfekt vernetzte Tram mit der "I amsterdam City Card".

Drei Brücken entfernt...

... an der Prinsengracht 717, steht das "Seven One Seven", einst eine Zuckermühle und die Residenz eines vermögenden Zuckerhändlers. Dort ist es ganz besonders heimelig, etwas für Freunde der typisch niederländischen, historischen Wohnkultur. Der treue Hausbutler Jacques Ahrend empfängt jeden Gast persönlich und geleitet ihn auf seine Suite – fast wähnen wir uns in einem historischen Film. Der Kamin im Salon ist stets beheizt, hier und dort knarzen die alten, steilen Stiegen unter den dicken Teppichen. 1997 war das Gebäude, das im rückwärtigen Teil aus dem 17. Jahrhundert stammt, das erste Boutiquehotel in den Niederlanden.

Executive Suite Schubert Hotel Seven One Seven.
Executive Suite Schubert Hotel Seven One Seven.

 

Die nur neun Suiten sind urgemütlich, sie tragen die Namen verschiedener Künstler wie Charles Dickens, Franz Schubert oder J.R.R.Tolkien und sollen im Ambiente an deren Zeitalter erinnern. In dem Interieur, einer Vielfalt aus Antiquitäten und modernen Stilelementen. Hinzu kommen wunderschöne Sammlerstücke und Dekor-Details aus verschiedenen Jahrhunderten der Niederlande - es fühlt sich ein bisschen an wie eine kleine Zeitreise.

Das "Seven One Seven" hat aus gutem Grund kein eigenes Restaurant, zu viel interessante kulinarische Angebote finden sich in der direkten Umgebung. Managerin Brita Röhl reserviert jedoch gern jederzeit anderswo einen Tisch. Das feine, individuell zubereitete Frühstück kann im "Strawinsky-Saal" eingenommen werden, bei warmer Witterung im Patio. Doch wir bleiben auf der Suite, denn Jacques bringt einen gut gefüllten Frühstücks-Picknickkorb mit Delikatessen: Frischer Orangensaft, Toast, Croissants, gekochte Eier, Obstsalat, Schinken, Käse, geräucherter Lachs, Marmelade, Kaffee oder Tee. Draußen vor den zimmerhohen Sprossenfenstern ziehen derweil ruhig die Grachtenboote vorbei - Spötter nennen sie "Gläserne Schneewittchensärge". Die elegante Prinsengracht ist neben Herengracht und Keizersgracht die dritte im weltberühmten Grachtengürtel und steht auf der Liste des UNESCO Welterbes.

Spektakuläre Neueröffnung am Königspalast in Amsterdam

Gerade wird direkt am Dam neben dem offiziellen Königspalast das Luxushotel "Twenty Seven" eröffnet. Zentraler kann man in Amsterdam kaum residieren, in dem noblen "Koninklijke Industrieele Groote Club", der Industrieclub der Stadt haben die einstigen Gründer ein Zentrum für die boomende niederländische Industrie und den Handel geschaffen, wo Tycoons, Unternehmer und Gleichgesinnte zusammenkommen. Hotelier und Besitzer Eric Toren hat die dritte bis siebente Etage des historischen Gebäudes auf das allerherrschaftlichste renovieren und ausbauen lassen.

Prunkvoll bis ins Detail: Jedes Material, jeder der schweren Stoffe und jedes Konzept wurde von einem preisgekrönten niederländischen Designer kuratiert wie beispielsweise Wim van de Oudeweetering und Cris van Amsterdam. Ein mächtiger Kronleuchter über dem imposanten Treppenhaus gibt dem ganzen überdies einen palastartigen Charakter. Die Industrie-Clubmitglieder treffen sich nun nur noch in den beiden ersten Etagen. Das Restaurant "Bougainville" im "TwentySeven" wird mit Chef Pascal Jalhay ein weiterer globaler Gourmet Hot Spot der Stadt sein – Worldpromis haben sich bereits angesagt, KULINARIKER wird berichten.

Living in Style Amsterdam

Und wer bequem einen privaten Blick werfen möchte in ausgewählte Amsterdamer Privatwohnungen, aufwendig restaurierte Grachtenhäuser aus dem 17. Jahrhundert sowie weitere extravagante Designhotels und Penthäuser, kann das ganz bequem mit einem neuen Fotoband "Living in Style Amsterdam" auf den Knien: Innovative Wohn(t)räume und Einrichtungskonzepte, losgelöst von vorübergehenden Trends. Entworfen von talentierten Visionären und Newcomern, international anerkannten Ikonen der niederländischen Design- und Architekturszene wie Joyce Urbanus, Dax Roll und James van der Velde.

 

Living in Style Amsterdam
edited by MENDO /Concept-Store im Herzen von Amsterdam

Verlag: teNeues
Ca. 220 Seiten
Hardcover

Ca. 200 Farbfotografien
49,90
€
Texte in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch
ISBN 978-3-96171-007-2

Weitere Informationen:

www.dylanamsterdam.com 
www.vinkeles.com 
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 19:00 bis 22:00 Uhr .

http://ambassade-hotel.nl/ 
http://hotel-seven-one-seven.hoteleamsterdam.net 
www.hoteltwentyseven.com 

131 QL Hotels: www.qlhotels.com
Niederlande (56), Belgien (24), Deutschland (40),
Norwegen (2), Österreich (3), Schweden (1), Schweiz (5)

I amsterdam City Card, www.iamsterdam.com

Fotos: Hotel Seven One Seven, Living in Style Amsterdam-Edited by MENDO, The Dylan, Uta Petersen, Roel Ruijs, Ronald Tilleman

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Zuletzt bearbeitet am 12/12/2017

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Autor

Uta Petersen

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