Von der Art of Driving zur Art of Living

Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern im eng umkämpften Marktsegment der Supersportwagen ist Aston Martin ein Zwerg. Gerade mal rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen an seinem Stammsitz im britischen Gaydon unweit von Stratford-on-Avon und am firmeneigenen Testcenter am Nürburgring.

Der jährliche Output von etwa  4000 Fahrzeugen entspricht dabei in etwa dem, was bei VW in einer Stunde vom Band rollt. Dennoch ist das Traditionsunternehmen, das 1913 mit dem Anspruch die Weltbühne betrat, Rennwagen für die Straße zu produzieren, aus dem automobilen Kosmos kaum wegzudenken, verbinden sich in einem Aston Martin doch technische Innovation, Pioniergeist und typisch britisches Understatement zu einer Melange, die die Marke auch bei Autofans beliebt machen, die ansonsten nur wenig für PS-Protze vom Schlage eines Ferrari oder Lamborghini übrig haben.

Trotz erfolgreichem Turnaround, mehrfachen Besitzerwechsel und zuletzt kräftig anziehenden Verkaufszahlen will man sich bei Aston Martin aber nicht mit dem Status Quo zufrieden geben und ist gerade dabei sich als Lifestylemarke neu zu erfinden – freilich auf einem Niveau, das sowohl in Punkto Qualität wie Vielfalt weit über die allgegenwärtigen Franchiseprodukte anderer Marken hinausreicht. Und bei diesem Prozess ist die überschaubare Größe des Unternehmens vielleicht sogar ein entscheidender Vorteil, denn die Hierarchien innerhalb der Aston Martin Familie sind flach, die Kommunikationswege kurz und die Marketing-Budgets im Vergleich zu global agierenden Konzernen, nun ja, sagen wir mal überschaubar. Hier hat man jedenfalls weder die Zeit noch das Geld zunächst internationale Consultants mit der Ausarbeitung ehrgeiziger Strategien zu beauftragen, was Aston Martin anpackt muss sitzen – auf Anhieb.

Neben dem im September 2016 in No. 8 Dover Street im Herzen des Londoner It-Bezirks Mayfair eröffnetet  Brand Experience Boutique, die als exklusives Markenshowcase und Rahmen hochkarätiger Veranstaltungen mit Londoner Sternechefs, Künstlern und Designern dienen soll, setzt Aston Martin dabei vor allem auf über den gesamten Globus verstreute Topevents mit Erlebniskomponente. Dabei spielen zwar natürlich nach wie vor die PS-strotzenden Boliden eine Hauptrolle, flankiert wird deren Auftritt allerdings von einem Begleitprogramm der Extraklasse. Einen Überblick über die Art of Living Events bietet Interessierten dabei das ebenfalls neu eingerichtete Webportal.

Auf Tour mit einem Ason Martin...
Auf Tour mit einem Ason Martin...

 

Egal ob adrenalingetränkte Racing-Wochenenden beim Formel 1 GP von Monaco oder bei den 24 Stunden von Le Mans, Eisdriving im Süden Neuseelands, kultiviertes Crusing entlang des Lago di Como oder durch die rot und gelb gefärbten Hamptons während des Indian Summer, eine Tour über die Haarnadelkurven der Norwegischen Fjorde oder durch die Straßenschluchten von Tokio – hier ist für jeden Fan das passende dabei. Zumindest sofern man über das notwendige Kleingeld verfügt. Aber darüber wird in diesen Kreisen ohnehin nicht gesprochen.

Wir selbst  begleiten das Aston Martin Team unter der Überschrift Take it to the Ice zu einem Wochenende nach Courmayeur am Fuße des Mont Blanc. Dort wollen wir auf einer neu angelegten Eisstrecke, der höchstgelegenen Europas, den neuen Aston Martin DB11 an seine Leistungsgrenze bringen. Alleine: der Wettergott meint es nicht gut mit uns und der Racetrack erinnert eher an eine große, traurige Pfütze. Fahren unmöglich. Doch natürlich hat das Aston Martin Team einen Plan B in der Tasche und organisiert für unsere zwölfköpfige Truppe  kurzerhand eine Ausfahrt über einige der atemberaubendsten Passstraßen Europas. Dabei bekommt jeder  einen erfahrenen Instruktor an die Seite, der das Auto zunächst kurz erklärt und dafür sorgt, dass der Fahrer vor lauter Begeisterung über die unbändige Power des mehr als 600 PS starken Motors mit 8-Gang-Automatik nicht etwas zu sehr in Verzückung geraten – zumal die Zeiten in denen italienische Carabinieri für ein entsprechendes Trinkgeld bereit waren, das ein oder andere Auge zuzudrücken, lange vorbei sind.

Da für das Event insgesamt vier DB 11 zur Verfügung stehen, die zuvor per LKW aus Deutschland angeliefert wurden, teilen wir uns in drei Gruppen auf. Während die einen über die Alpenpässe jagen, steigt der Rest auf Schlitten um, und saust mit vier Hundestärken in halsbrecherischem Tempo über einen nahe gelegenen Zirkelparcours, dann wird gewechselt. Nach dem kleinen Welcome Dinner im Sternerestaurant Petit Royal unter Ägide von Küchenchefin Maura Gosio am Vorabend, ist das Eis innerhalb unseres kleinen Aston Martin Fanclubs ohnehin längt gebrochen.

Und zwischendurch mal mit dem Schlitten fahren...
Und zwischendurch mal mit dem Schlitten fahren...

 

Am späten Nachmittag geht es dann per Gondel hinauf in die hochalpine Bergkulisse von Plan Chécrouit, wo wir bereits von einem halben Dutzend Schneemobilen erwartet werden, die uns in Windeseile noch weiter hinauf zum urigen Rifugio Maison Vielle bringen, vor dem schon ein prasselndes Holzfeuer brennt. Dort lassen wir uns vom Hausherrn Giacomo Calosi  mit Wurst-, Käse- und Schinkenspezialitäten aus dem Aostatal, mit Brunello und Spumante aus der Franciacorta verwöhnen, während wir den erlebnisreichen Tag Revue passieren. Doch man gönnt uns nur eine kurze Pause – nach rund zwei Stunden geht es per Schneemobilschussfahrt weiter in das bekannte Spezialitätenrestaurant Château Branlant direkt am Rand der Piste, wo ein Degustationsmenü samt begleitender Weinprobe mit edlen Tropfen der Maison Anselmet auf dem Programm steht, bevor der Tag irgendwann im Morgengrauen an der Hotelbar ausklingt. Kaum fassbar, was man innerhalb von 36 Stunden erleben kann.

Weitere Infos unter: www.astonmartinartofliving.com.

Fotos: Thomas Hauer, Bastian Schäfer

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Autor

Thomas Hauer

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