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Hotel Hohenwart: bei Freunden zuhause

Franz Mair hatte den richtigen Riecher. Als er in der Mitte des letzten Jahrhunderts die erste kleine Familienpension in Schenna baute, war Tourismus weitgehend unbekannt im unweit von Meran gelegenen Städtchen, das damals noch ‚Schönna’ hieß.

Ein Zimmer mit Frühstück im Hohenwart kostete damals pro Person überschaubare 800 Lire. Sein Mut und seine Weitsicht sollten sich auszahlen. Heute hat sich die 1957 eröffnete Pension mit ihren 18 Betten zum Vier-Sterne-Superior-Hotel mit 93 Zimmern und Suiten in drei Häusern nebst beheiztem 25-Meter-Pool gemausert.

Das Credo "Zuhause bei Freunden" wird hier ernst genommen. Die Inhaber-Familie ist stets präsent und kümmert sich um das Wohl der Gäste – ebenso freundlich wie professionell. Tag für Tag sieht die agile Hotelgründerin Anna mit ihren über 80 Jahren beim Frühstücksbuffet nach dem Rechten und ist immer für einen Plausch bereit. "Unsere Stammgäste sind Freunde geworden", freut sich Tochter Christine Laimer mit einem Lächeln, das von Herzen kommt. Vor einigen Jahren hat sie zusammen mit ihrem Bruder Josef Mair und Schwägerin Gerti die Leitung des Hohenwart übernommen.

Schafwollbad mit Alpenkräutern

Der Tag beginnt mit einem Frühstück auf der Hotelterrasse – mit herrlichem Ausblick auf die umliegenden Berge, dazu der zarte Duft von Rosenblüten und Vogelgezwitscher. Gesundheitsbewusste bereiten sich ihren Frischkornbrei mit dem Getreideflocker. Selbst Kamut, Emmer oder Bio-Hanfsamen fehlen nicht bei der Auswahl an Frischkorn die selbst gestandene Fünfsterne-Herbergen nicht bietet. Brot und Brötchen stammen aus Südtiroler Bio-Bäckereien, die Marmeladen von der Manufactur Alpe Pragas, manche der feinen Honigsorten sind das Produkt eigener Bienen.

Das 1200 Quadratmeter große VistaSpa ist ein Wohlfühl-Tempel mit Panoramablick und großer Dachterrasse. Highlights sind das Open Air-Solebecken mit 360-Grad-Blick ins Tal, die Panorama-Sauna und das exquisite Open Air Private Spa.

Solebecken mit Panorama.
Solebecken mit Panorama.

 

Naturverbundenheit und Authentizität, die sich wie ein roter Faden durch sämtliche Hotelbereiche ziehen, stehen auch hier im Vordergrund, etwa bei der 80-minütigen Silberquarzit-Ursteinmassage oder dem Uttner Schafwollbad. Umhüllt von flauschiger Wolle, die mit wilden Alpenkräutern angereichert ist, erlebt man ein außergewöhnliches Gefühl von Geborgenheit und Entspannung.

Die Traube als Bestandteil Südtiroler Kultur darf auch nicht fehlen – frei nach dem Motto "In vino sanitas". Schon Hippokrates setzte Wein als Heilmittel ein – ebenso wie das Hohenwart Spa-Team bei Ganzkörper-Peelingmassagen mit Traubenkernmehl und -kernöl, Bädern mit Wein und Trester oder Körpersalbungen mit Traubenkernöl.

Spanferkel mit Minze

Auch bei der Kulinarik liegt das Augenmerk von Küchenchef Markus Marmsoler und seiner zwölfköpfiger Mannschaft auf der Region. Hier trifft Südtiroler Küche auf die Cucina Italiana. Gäste können zwischen traditioneller oder mediterraner Kost, À-la-Carte-Gerichten oder einem Vital-Menü – ergänzt durch Vorspeisen- und Dessertbuffets – wählen. Für Vegetarier kocht Markus Marmsoler eigene Menüs.

Rind- und Kalbfleisch sind aus heimischem Bestand, Lammfleisch kommt vom ebenfalls zum Hotel gehörenden Berggasthof Gsteier. Während regionale Sennereien den köstlichen Käse herstellen und die Oberhaslerhof-Bäurin Priska Weger für frische Kräuter sorgt, bereichern Salate aus den Gärten des Hohenwart die deliziösen Zutaten der Küchencrew-Kreationen.

Hausgemacht ist auch das empfehlenswerte untergärige und naturtrübe ‚Pefferlechner’ aus der familieneigenen Brauerei: hell und schwarz stehen zur Wahl. Beide malzig im Antrunk unterscheiden sie sich durch die feinen Röstaromen der dunklen Variante. Wer Wein vorzieht, hat die Qual der Wahl unter 400 Weinen.

In der Vinothek warten 400 Weine auf ihre Gläser!
In der Vinothek warten 400 Weine auf ihre Gläser!

 

Marmsoler verantwortet bereits seit 30 Jahren die Kulinarik im Hohenwart. Ob Carpaccio vom Passeirer Saibling mit Kartoffelchip und Basilikumsorbet, Kressesüppchen mit wachsweichem Ei und Schüttelbrot: seine Fantasie scheint grenzenlos. Geht es um Klassiker wie Spanferkel, verfeinert er es mit Minze und Karottencreme.

‚Brennsuppe’ aus Gurke

Zünftig speisen lässt sich auch außerhalb des Hotels. Der 1380 Meter hoch gelegene Berggasthof "Gsteier" gehört der Eigentümerfamilie und eignet sich besonders für eine Einkehr während einer Wanderung entlang des eindrucksvollen Taser-Höhenweges. Besonders begehrt sind neben den Lammspezialitäten aus eigener Zucht das sonntägliche "Frühstück mit Aussicht" von Mitte Mai bis Mitte September – nicht nur für Gäste des Hohenwart, sondern auch für externe Besucher.

Im Rahmen der Halbpension können die Gäste auch im familieneigenen "Pfefferlechner" in Lana zünftig speisen. Auch hier wird Authentizität und Tradition groß geschrieben, der Pfefferlehenhof wurde 1279 erstmals urkundlich erwähnt. Vieles stammt aus eigener Herstellung: Wein, selbstgebrannter Schnaps und natürlich das Bier aus der eigenen Hausbrauerei, hergestellt mit Südtiroler Malz nach dem Deutschen Reinheitsgebot. Saisonale Sorten wie "Pfeffer Spumante" mit leichten Orangen- und Koriandernoten im Sommer und das "Pfeffer Kastanie" genannte malzige Bockbier zur Törggelen-Zeit runden die Getreidegärstoffgetränk-Palette ab. Vinschger Brotsuppe, Ochsenschulter in Bier geschmort oder die ‚Brennsuppe’ aus Gurke und Kalbstafelspitz zählen zu den Klassikern.

Nach einem ereignisreichen Tag im und um das Hohenwart bleibt ein letztes Highlight: die wunderbare nächtliche Ruhe – selbst bei offenen Balkontüren. Es gibt viel zu feiern im kommenden Jahr, wenn das 60-jährige Jubiläum der einstigen Familienpension ansteht.

Fotos: Hohenwart

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Zuletzt bearbeitet am 23/08/2016

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