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"Zero Zero" und die Magie der Medina

Marrakesch - ein Spot auf der Landkarte, der schon immer Ziel und Anlaufstelle erfolgreicher und kreativer Menschen war.

Zum Beispiel hatte der 1976 verstorbene Jean Paul Getty ein Riad in Marrakesch. Andy Warhol und auch die Rolling Stones konnten sich des Zaubers des Ortes der Kultur und des Minztees nicht entziehen. Bob Dylan war unter den Pilgern, ebenso wie Cat Stevens oder auch Leonhard Cohen.

Anlaufpunkt der Hippies in den 1960er Jahren, war Marrakesch mehr als nur ein Fleck auf der Landkarte. Die "Zero Zero" Generation (00: ehemals das beste marokkanische Haschisch) entdeckte die nordafrikanische Stadt für sich. Bis in die 1970er Jahre hinein war die Stadt ein Treffpunkt der weltweiten Hippie Bewegung, ehe der damalige König Hassan II dem Treiben ein Ende setzte.

Geist der Hippie-Zeit in Rauch aufgegangen

Heute sind es eher Touristen, die neugierig über den Djemaa el-Fna, dem zentralen Marktplatz in Marrakesch, schlendern. Der Geist der Hippie-Zeit ist hier nicht mehr zu finden, wohl aber die alte Kultur und das bunte Treiben auf den Straßen. Scheinbar wie vor hundert Jahren besitzt der Platz die gleiche Ausstrahlung, folgt den annähernd gleichen Gesetzmäßigkeiten des Verkaufs und Anbietens der Waren. Die Gassen sind verwinkelt, die Souks traditionell, wenn auch heute auf den Tourismus ausgerichtet.

Magie der Medina

Doch ursprünglich - und damit orientalisch - ist hier noch vieles. Und auch ungewöhnlich, ja kurios wirkt so einiges, was in den Wegen der Medina passiert. So gibt es nicht nur traditionelle Handwerker, die mit Metall arbeiten, Gewürzhändler, die ihre Ware feilbieten oder Tuchhändler, die lautstark ihre Produkte an den Mann bringen wollen.

Die Gassen der Altstadt durchwandernd trifft man vielleicht auf Mohammad, der neben einem öffentlichen Hamam für die Befeuerung zuständig ist und im Keller mit einer Schaufel und Holzspäne das Feuer anheizt, das die nötige Hitze für das warme Wasser und die Temperatur im Badehaus liefert. Und wenn er Zeit hat, spielt er ein paar Lieder auf seiner marokkanischen Gitarre, der Gimbri. Dazu singt er, bewegt seinen Kopf rhythmisch, so dass die Kordel seiner Kopfbedeckung sich im Kreis dreht.

Mohammad: Spielt auf seiner marokkanischen Gitarre, der Gimbri.
Mohammad: Spielt auf seiner marokkanischen Gitarre, der Gimbri.

 

Oder man trifft Ahmad, der auf dem Marktplatz einen mobilen Essenstand mit der No.4 hat. Er verkauft frittierte Calamari oder auch Garnelen. Für 30 Dirham, umgerechnet keine drei Euro, gehen die kleinen Köstlichkeiten über den Tresen. Ahmad hat nur einen der insgesamt etwa 150 Stände auf dem Djemaa el-Fna, dem Platz, der allabendlich tausende Menschen anzieht. Wenn die Sonne untergeht, die ersten Lichter den Marktplatz erleuchten, findet hier das Leben Marrakeschs statt. Gaukler, Schlangenbeschwörer und Geschichtenerzähler: Sie alle sind hier, sind Teil der Magie der Medina.

Omnipräsenter König

Und über allem wacht der studierte Jurist König Mohammed VI. Sein Konterfei findet man im Keller bei Mohammad, ebenso wie auf dem Djemaa el-Fna an verschiedenen Buden, als auch an diversen Häuserwänden der Stadt und auf Banknoten. Der Nachfolger von König Hassan II herrscht seit 1999 über Marokko. Er gilt als eher gemäßigt, als Europa und den Einflüssen der westlichen Gesellschaften zugewandt. Dafür spricht auch das Thema seiner Doktorarbeit: Die Kooperation zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Union des Arabischen Maghreb.

Der sogenannte "König der Armen", wie Mohammed VI genannt wird, gehört mit einem geschätzten Privatvermögen von 1,5 Milliarden Euro (Quelle: FOCUS) eher zu den besser betuchten Königen dieser Welt. Das der König dies offen zur Schau trägt, ist kein Geheimnis. Dafür steht nicht zuletzt die 53 Meter lange Yacht "El Boughaz I" (Dreimastschoner; Baujahr 1930) Pate. Oder auch das eine oder andere Gebäude in Marokko.

Luxus im Royal Mansour

Eines dieser Gebäude ist das Prunkstück seiner Sammlung: das Luxushotel Royal Mansour. Eine Nacht in dieser Nobelherberge ist selbst für den einen oder anderen Gutverdiener dieser Welt kaum bezahlbar. Zwar gehen die Raten einer Übernachtung schon zwischen 785 und 1045 Euro pro Nacht und Riad los, können aber je nach gewünschtem Platzbedarf entsprechend hohe monetäre Sphären touchieren. Ein Riad mit drei Schlafräumen kostet pro Nacht schon fast 7.000 Euro. Eine Flasche Moët Chandon zur Begrüßung gibt es übrigens gratis dazu.

Für so viel Geld gibt es auch eine Menge Luxus. Ungestörten Luxus, wohlgemerkt. Ein Riad im Royal Mansour zu buchen, implementiert völlige Ruhe. Auch Ruhe vor Mitarbeitern des Hotels, die in die einzelnen Riads lediglich unterirdisch durch ein weit verzweigtes Tunnelsystem gelangen, um beispielsweise aufzuräumen oder Essen zu servieren. Ein Service, den gerade die in der Öffentlichkeit stehenden Personen genießen. Zu der klassischen Klientel des Royal Mansour gehören neben Industriellen auch Politiker und Mitglieder aus anderen Königshäusern.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum La Mamounia liegend, ist das Royal Mansour zentral in Marrakesch positioniert. Für Gäste des Hauses sehr angenehm, ist es doch der perfekte Ausgangspunkt um die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz zu entdecken. Eine geschätzte Million Einwohner hat Marrakesch, vom Trubel und dem Treiben auf den Straßen ist im Royal Mansour allerdings nichts zu spüren. Hohe Mauern umgeben das Gelände, eine bewachte Privatstraße führt zum Areal, ehe der eigentliche Haupteingang erreicht wird.

Marokkanische Baukunst & Yannick Alléno

Über 1.000 Handwerker haben das Hotel erbaut, sich mit Intarsien oder dem verlegen kleinster Mosaike und Steine beschäftigt. Das "Projekt Royal Mansour" besteht aus 53 privaten Riads und ist im klassisch-marokkanischen Stil erbaut worden. An nichts wurde gespart: handbemalte Fliesen, orientalische Lüster, edle Teppiche finden sich in allen Bereichen; Schnitzereien und edle Holzdecken sind verarbeitet, ebenso wie kleine Wasserläufe und Springbrunnen auf den Wegen und schön bepflanzten Plätzen in der Hotelanlage.

So klassisch und dennoch modern die Anlage angelegt wurde, so exzellent sind die kulinarischen Erlebnisse in den Restaurants zu beurteilen. Insgesamt stehen den Gästen drei Restaurants zur Verfügung. Im "La Table" kann zum Teil im Freien gespeist werden, kleine Snacks und Frühstück werden hier serviert. Unter der Ägide von Yannick Alléno sind die beiden Hauptrestaurants "La Grande Table Marocaine" und "La Grande Table Française" ein Benchmark. Wer den sympathischen Franzosen kennt, weiß: Was er anpackt hat nicht nur Hand und Fuß, das wird auch erfolgreich.

"Unser Ziel war ganz klar: Es galt, ‘La Grande Table Marocaine‘ zum landesweit besten Restaurant zu machen", so der umtriebige Chefkoch, dessen Pariser Restaurant "Pavillon Ledoyen" vom Guide Michelin jüngst mit drei Sternen gekürt wurde. "Das ‘La Grande Table Française‘ steht für kreative und moderne Küche. Das Menü wurde sorgfältig unter Verwendung regionaler Produkte wie schwarze Trüffel, Hummer und Kalb komponiert", so Alléno weiter. Zu diesen Kompositionen passt auch die Umgebung: Die Restaurants sind opulent - dennoch stilvoll - klassisch und traditionell, ganz wie das Hotel.

Chefkoch Yannick Alléno: Kulinarik auf höchstem Niveau.
Chefkoch Yannick Alléno: Kulinarik auf höchstem Niveau.

 

Gärten, die bezaubern

Orientalische Düfte, der Geruch feinster marokkanischer Kräuter und Gewürze liegt in der Luft der Restaurants. Fast scheint es, als könne die heiße nordafrikanische Luft nicht In den Gärten des Royal Mansour duften diverse Blumen um die

Orientalische Düfte, der Geruch feinster marokkanischer Kräuter und Gewürze liegt in der Luft der Restaurants. Fast scheint es, als könne die heiße nordafrikanische Luft nicht vordringen in die Räumlichkeiten des Royal Mansour. So eigen die Luft in der Medina Marrakeschs ist, so elegant und erholsam versprüht das Hotel seine Düfte. Nicht zuletzt die schönen Gärten des Royal Mansour tragen eben dazu bei.

Duftende Blüten empfangen die Gäste schon bei Betreten des Hotels durch das riesige Eingangstor. Orangenbäume verströmen ihre Aromen, der Geruch von Nelken, Jasmin und Minze liegt in der Luft. Und über allem der Duft roter Rosen, die liebevoll umgeben von Wasserfällen und Teichen gepflanzt wurden. Das hätte auch einem Yves Saint Laurent gefallen. Dies zu erleben war ihm aber nicht mehr vergönnt. Das Royal Mansour wurde erst zwei Jahre nach seinem Tod im Jahr 2010 fertiggestellt.

Weitere Informationen zum Royal Mansour: www.royalmansour.com 

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 20/08/2016

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