Magische Orte: Library of Spirits, Hotel Widder

Im Zentrum der Widder Bar steht die sogenannte Library of Spirits, eine Sammlung hochwertiger Spirituosen, die in langen Regalreihen vor einer verspiegelten Wand aufgereiht stehen, eine in jahrelanger Arbeit zusammen getragene Sammlung flüssiger Bestseller und geistvoller Raritäten.

Wie ein bibliophiler Bücherwurm seine wertvollen Folianten können die Barkeeper mit Hilfe chromblitzender Leitern auf Rollen an schier endlosen Reihen von Flaschen vorbeigleiten und so bequem Exemplare auch aus den obersten Regalreihen greifen.

Legendärer "Ellipse Cognac" von Hennessy

Mehr als 1.000 hochprozentige Positionen umfasst die Library of Spirits mittlerweile, darunter über 250 Single Malts (so zum Beispiel eine exklusive Laphroaig-Edition nur für die Widder Bar) und 70 verschiedene Tequilas – alle zu 100 Prozent Agave versteht sich. Viele davon sind Raritäten, die nur mit guten Beziehungen oder viel Glück bei Auktionen zu ergattern sind, wie ein 40 Jahre alter Macallen von Gordon&Macphail zu 1.500 Franken das Glas (4cl), ein 30jährgiger Bowmore oder der legendäre Ellipse Cognac von Hennessy.

Die 1925 eröffnete Widder Bar ist, wie die Kronenhalle oder das Baur au Lac, eine feste Züricher Institution, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist. Nach den Anfängen als klassische Pianobar erlebte dieses Kleinod nach vielen Höhen und Tiefen in den 60er und 70er Jahren ein grandioses Revival und wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer der angesagtesten Jazzlocations Europas, einer regelrechten Pilgerstätte für Live-Jazzfans.

Überlebensgroße Widderskulpturen von Raffael Benazzi

Zahllose Größen des Genres, darunter Duke Ellington, haben in diesen Jahren in der Widder Bar gespielt und private Mitschnitte legendärer Sessions sind heute gesuchte Raritäten. Auch in der neuen Widder Bar spielt das Thema Jazz nach wie vor eine große Rolle. Diana Krall hatte hier ihren ersten Auftritt auf Schweizer Boden und aktuell finden im Frühjahr und Herbst im intimen Rahmen der Bar – mehr als knapp 100 Zuhörer passen nicht hinein – jeden zweiten Dientag hochkarätige Jazzkonzerte statt.

Nach einer sechsjährigen Zwangspause im Rahmen einer umfangreichen Sanierung der historischen Bausubstanz ab Ende der 80er Jahre – die Bar liegt im Paterre eines um das Jahr 1300 datierten mittelalterlichen Zunfthauses im Augustinerquartier – wurden die Pforten 1995 wieder geöffnet. Wie im Widder Hotel, einer luxuriösen Designikone im selben Karree, zu dem die Bar heute offiziell gehört, taucht der Widder auch hier in vielfältiger Weise auf als symbolische Referenz an das benachbarte 'Haus zum Widder' – seit 1401 Zunftsitz der Metzgergilde und Namenspatron von Bar wie Hotel.

Wunderschön die überlebensgroßen Widderskulpturen von Raffael Benazzi oder die stilisierten Widderhörner auf der Sichtbetontragwerkstruktur, die die historische, auf das Jahr 1291 datierte Holzkonstruktion der Decke effektvoll ergänzt. Dunkler Parkettboden in Verbindung mit in rotem Leder bespannten Sitzbänken und Wänden schaffen eine klassische Atmosphäre. Ein schwarzer Flügel erinnert an die Anfänge in den 20er Jahren und auch heute noch erklingt jeden Abend Livemusik vom Piano.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.widder.ch.

Foto: Widder Bar

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Zuletzt bearbeitet am 19/08/2016

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Autor

Thomas Hauer

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