Magische Orte: Der Rosengarten von YSL

Nicolas Sarkozy war da. Carla Bruni, Catherine Deneuve und Jean Paul Gaultier auch. Sie alle kamen in die kleine Pfarrkirche St-Roch in Paris, um einer Modeikone das letzte Geleit zu geben.

Der 1. Juni 2008 war für die Modewelt ein Tiefschlag, starb an diesem Tag doch der Revolutionär des Modedesigns: Yves Saint Laurent. Der 1936 geborene Saint Laurent war ein Kosmopolit wie er im Buche steht. Das YSL-Imperium, das später von Gucci übernommen wurde, entwickelte sich schnell zu einer internationalen Marke. Weltweit war der ehemalige Assistent Christian Diors gefragt und wurde gefeiert. Doch mit der Abkehr aus dem Modegeschäft 2002 verabschiedete er sich aus dem öffentlichen Leben, lebte isoliert in seiner Pariser Wohnung, im Château Gabriel im französischen Deauville oder in seiner Villa Majorelle in Marrakesch.

Asche des Verstorbenen im Rosengarten

Und eben dort, in Marrakesch, hinterließ der Pionier des Nude-Look tiefe Spuren. Den Garten Jardin Majorelle – 1924 vom Maler und Pflanzensammler Jacques Majorelle angelegt – wurde durch Saint Laurent ab 1980 neu kultiviert. Majorelles ehemaliges Anwesen ging in Saint Laurents Besitz über und erlebte eine Renaissance. Der Garten wurde entwildert, ist heute eines der touristischen Highlights in der "Roten Stadt". An die 300 Pflanzengattungen gibt es zu bewundern, die heiße Sonne dringt dort kaum durch die Blätter der hohen Bäume.

So untypisch der Ort auch anmutet, so sehr ist er Teil der Blüte der jüngeren marokkanischen Geschichte. Und auch das Ende der Geschichte um einen der berühmtesten Modedesigner der Welt, Yves Henri Donat Mathieu Saint Laurent. 2008 wurde im Beisein seines Lebensgefährten Pierre Bergé und einiger seiner Freunde die Asche des Verstorbenen im Rosengarten der Villa Majorelle verstreut. Der Rosengarten, der alljährlich in voller Pracht erblüht, ist die eigentliche letzte Ruhestätte des in Algerien geborenen Saint Laurent – dem Ort in Marrakesch, der ihn über viele Jahre inspirierte und den nötigen Ausgleich für das hektische Leben in den Metropolen dieser Welt gab.

Foto: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 19/08/2016

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