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Über sieben Brücken musst Du geh’n

Die nordenglische Stadt Newcastle-upon-Tyne ist jung, quicklebendig und international: ein Kurzbesuch per Mini-Kreuzfahrt...

Nahezu lautlos schiebt sich die Nachtfähre durch die Dunkelheit. Die 251-Seemeilen-Anreise nach Newcastle-upon-Tyne per Fährschiff ab Amsterdam gleicht einer lukullischen Mini-Kreuzfahrt. Der dänische Chefkoch Tommy Aakjær bestückt insgesamt neun Gourmetstationen, auf die sich die Passagiere je nach Gusto verteilen, mit seinen kulinarischen Kreationen.

Im Restaurant "Blue Riband" beispielsweise speist man elegant: Feine, französisch inspirierte Küche mit ebensolchen Weinen. Im "Seven Seas" mit dem opulenten Seafood sind viele Familien anzutreffen, denn dort gibt es ein zusätzliches Kinderbuffet mit kindgerechtem, eigenem Angebot.

Seaford on Board der DFDS - excellent.
Seaford on Board der DFDS - excellent.

 

In der "Compass-Bar" stehen 80 Whiskysorten bereit, während der Überfahrt kann man bei Bartender Krzysztof Miller bei einem Whisky-Tasting genussreich etwas lernen über Speyside-, Lowlands- oder Islay Whisky. In der "Skybar" wird noch bis tief in die Nacht gefeiert, Fußballfans freuen sich auf das Spiel ihrer Mannschaft gegen "Newcastle United" am nächsten Tag. Als besonders geräumig und bequem erweisen sich die neuen "Commodore"-Kabinen, auf der DFDS-Fähre ist viel Auslauf und Abwechslung für alle Reisenden.

Früh am Morgen duftet es aus der Schiffsbäckerei nach frischen Brötchen. Die meisten der insgesamt 1460 Passagiere sind schon munter, um die Einfahrt in den Tyne River nicht zu verpassen. Nach 16 erholsamen Stunden kommt man sehr entspannt an. Ankunft ist Punkt neun Uhr an der North Shields Pier, nur knappe 30 Minuten dauert die Busfahrt zur Central Station.

Ankunft an der Pier n Newcastle upon Tyne.
Ankunft an der Pier n Newcastle upon Tyne.

 

Shoppen satt, schlemmen satt und staunen satt

Newcastle-upon-Tyne, die junge, offene, einladende Stadt in Nordengland! Die Universität zieht viele Studenten an, diese wiederum fühlen sich angezogen von der faszinierenden Dichte an Pubs, Bistros, kleinen Brauereien, Restaurants und Comedy Clubs in den Gassen. Die meisten Highlights sind fußläufig erreichbar, die viele Live Musik auf den Strassen und in den Bars schafft einen steten Hauch von Partystimmung – Newcastle ist übrigens die Heimatstadt von Rockstar "Sting".

Kulinarisch betrachtet weiß man auch in Newcastle nicht, wohin zuerst. Richtig schön britisch vornehm ist es im "Vermont Hotel" am Tyne River. Dort fühlt man sich durch klassisches Interieur und royalen Service in vergangene Zeiten versetzt, das dortige "The Bridge" serviert französisch angehauchte Brasserie-Leckereien, der Ausblick über die Stadt ist von der Dachterrasse geradezu überwältigend. Das "Blackfriars" in dem Gebäude von 1239 und dem romantischen Garten ist ein preisgekröntes Gasthaus, für die Speisen von Chefkoch Chris Wardale sollte man vorab reservieren. Im "Colonel Porters" in der Dean Street sitzt man gern dicht gedrängt, die Portionen sind gewaltig, die Stimmung grandios – ebenso im "Pleased to meet you" in der High Bridge.

Blackfriars, das älteste Gasthaus der Stadt empfängt immer noch hungrige Gäste.
Blackfriars, das älteste Gasthaus der Stadt empfängt immer noch hungrige Gäste.

 

Gleich gegenüber: "The Old George", Newcastle’s ältester Pub von 1582. Wie überall kann man auch dort hervorragend aktuelle Pferderennen oder Fußball im TV verfolgen, vor allem, wenn United Newcastle spielt. Der Spielverlauf für den schwarzweiß-gestreiften Verein, auch "Magpies", Elstern genannt, ist sozusagen live zu hören, denn das Stadion befindet sich mitten in der Stadt, die akustischen Wogen von Anfeuerungen und Torjubel erreichen jeden Winkel. Sehr streng seien die Regeln des Vereins, ist zu erfahren. Randalierer werden für zehn Jahre gesperrt und müssen während der Auswärtsspiele mit ihrem Reispass auf einer Polizeistation erscheinen.

Wunderschön sind die Straßenzüge mit den original georgianischen Bauten, jeder Menge kleiner Lädchen und bunten Märkten. Im "Eldon Square Shopping-Center" mit allen erdenklichen internationalen Labeln könnte man in einen Kaufrausch geraten. Im "Fenwick" und seiner "Foodhall" kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Das Kaufhaus gestaltet im Dezember seine Schaufenster auf sensationelle Art mit der Weihnachtsgeschichte, allein dafür reisen viele Menschen nach Newcastle.

Idealer Treff- und Ausgangspunkt ist das unübersehbare "Grey’s Monument". Man sagt, Charles Earl of Grey, der u.a. vier Jahre Premierminister des Vereinigten Königreiches war, sei Erfinder des gleichnamigen Tees, was jedoch nicht wirklich erwiesen ist. Fakt ist, das jeden Freitag um das Monument herum ein Farmer-Markt stattfindet. Und wer die 164 Stufen hinaufschafft, hat die ultimative Übersicht über Newcastle, die Umgebung und die sieben Brücken über den Tyne River, von denen eine jede ihre eigene Geschichte hat.

The Angel of the North, 1998, Skulptur von Antony Gromley.
The Angel of the North, 1998, Skulptur von Antony Gromley.

 

Sieben Brücken prägen das Flair der Stadt

Sie verbinden Newcastle mit dem Stadtgebiet von Gateshead, Dort steht das "Baltic Center" mit der raupenartig aussehenden "Sage"-Konzerthalle, gebaut von Stararchitekt Norman Foster – ihre Akustik zieht Musiker aus der ganzen Welt an. Oder die gewaltige Stahlskulptur "The Angel of the North" von Antony Gromley. 20 Meter hoch breitet der 2000 Tonnen Engel seine 54-m-breiten Flügel aus, er steht für Newcastles gelungenen Übergang vom Industriezeitalter ins moderne Informationszeitalter.

Die "Gateshead Millennium Bridge" von 2002, auch "tilting oder- blinking bridge" genannt, ist die jüngste und weltweit erste Kippbrücke. Für den Moment, wenn sie sich zur Durchfahrt für große Schiffe wie ein überdimensionales Augenlid öffnet und danach wieder schließt, kommen viele Menschen und staunen über dieses Wunderwerk der Technik. Die "Tyne Bridge", ein grünes Stahlkonstrukt von 1929, erinnert mit Recht an die "Sydney Harbour Bridge", wurde sie doch von dem gleichen Ingenieursbüro dort vier Jahre später erbaut.

Zwischen "Millennium Bridge" und "Tyne-Bridge" findet jeden Sonntag ein sehr beliebter "Quayside"-Flohmarkt statt. Der Ufer-Abschnitt ist eine Teilstrecke des Hadrianwalls, der seinerzeit vor den Völkern aus dem Norden schützen sollte. Heute ist nicht mehr mit Feinden von Norden zu rechnen, der "Hadrian’s Wall Path" ein reizvoller Wanderweg, der noch fast 100 Kilometer westlich ins Land führt.

Die Tyne Bridge, im Hintergrund nahezu utopisch anmutend: Sage Gateshead.
Die Tyne Bridge, im Hintergrund nahezu utopisch anmutend: Sage Gateshead.

 

Die dritte Brücke ist die hydraulische "Swing Bridge"-Drehbrücke, dicht daneben die vierte, die Gusseisen-"High Level Bridge" des berühmten Eisenbahnbauers und Ingenieurs Robert Stephenson, Sohn des "Vaters der Eisenbahnen", George Stephenson. 1849 war sie die erste Bahnverbindung nach Schottland.

Leuchtend Blau ist "The Queen Elizabeth II Bridge" von 1980, sie ist nur für die beiden Metrolinien und fährt an ihren Enden in Tunnel ein. Zur Entlastung der "High Level Bridge" baute man 1906 die "King Edward VII Rail Bridge". Siebente und westlichste Brücke ist die vergleichsweise schmucklose "Redheugh Bridge" für Autos und Fußgänger, 1983 nach mehren Umbauten von "Princess of Wales", Lady Di eröffnet.

Quayside, Newcastle ist jung und dynamisch, auch bei Nacht.
Quayside, Newcastle ist jung und dynamisch, auch bei Nacht.

 

The Ousburne: Szenestadtteil

Doch auch im Stadtbereich gibt es viele spannende Brücken wie z.B. die "Byker Bridge", eine Schnellstraße auf einem Viadukt, unter dem das "Ousburne Valley" auf dem Weg ist, Szenestadtteil von Newcastle zu werden – mit bunten Bars, alternativen Restaurants und ebensolcher Kunstszene. Mit Galerien, Museen wie die "Biscuit Gallery" und vor allem (noch) preiswertem Wohnraum.

Unter den Hochstraßen in Ousbourne befindet sich der 700 Meter lange "Victoria"-Tunnel, einst diente er dem Kohletransport, während des Krieges zum Schutz für die Bewohner. Ein Besuch ist nicht jedermanns Sache, es kann teilweise eng und niedrig werden...

Bis 1990 baute und exportierte man in Newcastle noch Kohle, nach einer schwerwiegenden politischen Entscheidung und der darauf folgenden Krise entschied sich die Stadt, den Weg der Kultur und Innovation zu beschreiten und statt Kohle nunmehr Kultur zu exportieren. Heute zählt man dort beispielsweise zwölf stets gut besuchte Theater. 

Fish Kitchen: best Fish and chips.
Fish Kitchen: best Fish and chips.

 

Der Weg ans Meer vom Grey’s Monument mit der Ring-Metro dauert keine halbe Stunde. Über elf Stationen, die teilweise romanhaft anmutenden Namen tragen wie "Meadow well" oder "Percy Main" bis nach Tynemouth, einem kleinen, idyllischen Bilderbuch-Ort mit Nordseebrise und weißem Sandstrand. Die Warteschlange in "Longsand Fish Kitchen" ist beachtlich, die Portionen ebenso. Es heißt, dies sei die beste "Fish and Chips" Station Nord-Englands überhaupt. Und was soll ich sagen?
Es stimmt!

Informationen:

DFDS Seaways, www.dfds.de 

Visit Britain, www.visitbritain.com 

Motel ONE Newcastle
Preiswert, gut und unaufdringlich kommunikativ, mitten im Centrum:
15-25 High Bridge
Sehr junges, unternehmungslustiges Publikum
www.motel-one.com/de/hotels/newcastle/ 

The Vermont Hotel
Teuer und klassisch elegant in Anlehnung an den "Victorian Style":
Castle Garth, 4,3 Sterne
12 Etagen, direkt am Tyne River
Sehr feine Küche im THE MAVEN, grandiose Dachterrasse,
www.vermont-hotel.com 

The Bridge, www.thebridgetavern.com 

The Blackfriars, www.blackfriarsrestaurant.co.uk 

Bar "Colonel Porters”, https://colonelporters.co.uk

Pup "Pleased to meet you”, https://www.ptmy-newcastle.co.uk

Longsands Fish & Chips, www.longsandsfishkitchen.com 

Fotos: DFDS, Peter Atkinson, Uta Petersen, VisitEngland, VisitBritain

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Zuletzt bearbeitet am 24/11/2021

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Autor

Uta Petersen

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