Polen: zwischen Surfen an der Ostsee und Glamping im Kolonialstil

Am 13. Juni öffnet das Nachbarland Polen seine Grenzen wieder für deutsche Touristen. Die dortigen Campingplätze bieten genügend Raum, um den in Corona-Zeiten nötigen Abstand zu halten...

Mit Unterstützung der Polnischen Föderation für Camping und Caravaning (PFCC) entstand ein umfangreicher Maßnahmenkatalog zum Schutz der Gäste. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, reist im eigenen Wohnmobil nach Polen. Im Land gibt es mehr als 120 zertifizierte Plätze für Camping und Caravaning. Auch auf Luxus muss man inmitten der Natur nicht verzichten.

Insgesamt gibt es in Polen 121 zertifizierte Camping- und Caravaningplätze, von denen 108 zur PFCC gehören. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Hotels und Pensionen mit Stellplatzangebot für Zelte und Wohnmobile sowie einfache Biwakplätze. Die meisten zertifizierten Plätze sind entlang der mehr als 500 Kilometer langen polnischen Ostseeküste zu finden. Dorthin zog es 2019 rund drei Viertel aller polnischen sowie fast die Hälfte der ausländischen Campinggäste. Sehr viele Angebote gibt es im Seengebiet von Warmia-Mazury (Ermland-Masuren), das insbesondere bei deutschen Gästen beliebt ist und in den Bergregionen des Südens. Wer in diesem Jahr auf Ruhe setzt, findet zahlreiche Angebote auch außerhalb der touristischen Zentren.

Je nach Ausstattung sind die Plätze mit einem bis zu vier Sternen ausgezeichnet. Die Bandbreite reicht vom einfachen Zeltplatz bis zur komfortablen Anlage mit W-Lan, Pool, Restaurant und voll ausgestatteten Stellplätzen für Wohnmobile. Auch der Trend zu Glamping, dem Luxus-Camping inmitten der Natur, hat das Nachbarland längst erreicht. Ein Beispiel dafür ist das "Tatra Glamp" in Bukowina Tatrzańska mit futuristisch anmutenden Luxus-Kuppelzelten, die einem Film über die NASA entsprungen sein könnten. Die klimatisierten Zelte sind aus Öko-Materialien hergestellt und eröffnen einen einzigartigen Panoramablick auf den Tatra-Nationalpark.

Noch seien freie Plätze für die Sommersaison verfügbar, erklärt Michał Szeftel. Dennoch empfiehlt der PFCC-Vorsitzende Besuchern aus Deutschland möglichst frühzeitig den Platz für das eigene Zelt, den Campingwagen oder das Wohnmobil zu reservieren. Einen Überblick in deutscher Sprache mit entsprechenden Kontaktdaten liefert das Internetportal des Verbandes, www.pfcc.eu In einem europaweiten Vergleich des Online-Portals www.camping.info für 2019 gehörte Polen zu den günstigsten Destinationen. Eine Campingnacht für zwei Personen mit Stellplatz, Strom und Ortstaxe wurde dort mit durchschnittlich 16,07 Euro berechnet. In Deutschland lag der Wert bei 23,83 Euro, in Italien sogar bei 36,18 Euro. Weitere

Glamping im Kolonialstil bietet das Resort Glendoria bei Olsztyn. Foto: www.glendoria.pl
Glamping im Kolonialstil bietet das Resort Glendoria bei Olsztyn. Foto: www.glendoria.pl

 

Camping-Vielfalt in Polen

Ob in den Bergen oder am Strand, Polens Campingplätze bieten viel. Ein paar Beispiele:

Der Campingplatz "Wagabunda" in der masurischen Seglerhauptstadt Mikołajki (Nikolaiken) wurde im Wettbewerb der PFCC bereits mehrfach mit einem ersten Platz ausgezeichnet. Die Drei-Sterne-Anlage befindet sich direkt am Nikolaiker See. Besucher können von dort zur Kajak- oder Segeltour aufbrechen und Fahrradausflüge in die umliegenden Wälder unternehmen. www.wagabunda-mikolajki.pl

Der Campingplatz "Na granicy" im Seebad Mielno (Großmöllen), liegt am Jezioro Jamno (Jamunder See). Der keine 600 Meter vom Ostseestrand entfernte Küstensee ist ein Paradies für Surfbegeisterte. Ein neuer Radweg führt um den See. Die Vier-Sterne-Anlage, ebenfalls Preisträgerin im jüngsten PFCC-Wettbewerb, bietet neben Plätzen für Zelte und Wohnmobile auch komfortable Ferienwohnungen. www.nagranicy.pl

Mitten im Grünen mit Blick auf die Śnieżka (Schneekoppe), ist der Vier-Sterne-Platz "Camp66" eine ideale Ausgangsbasis für Wanderungen zum höchsten Berg des Riesengebirges und dem dortigen Nationalpark. Die neue Anlage unweit von Karpacz (Krummhübel) ist ganzjährig geöffnet und verfügt über umfangreiche Angebote wie Restaurant, Sommerpool und Bibliothek. www.camp66.pl (nur PL)

Wer noch mehr Abgeschiedenheit sucht, ist in Glendoria richtig. Das Glamping-Resort entstand auf einem alten Gehöft am Rande des Dörfchens Ględy (Galinden), unweit von Olsztyn (Allenstein). In den im Kolonialstil eingerichteten Komfortzelten können sich Gäste wie auf einer Luxus-Safari fühlen. Ihnen steht ein SPA zur Verfügung, die Küche ist im Geiste der Slow-Food-Bewegung geführt und bietet auch vegane Gerichte an. www.glendoria.pl

Informationen zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel 

Fotos: www.tatraglamp.pl / www.glendoria.pl

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