Excellence Class Glacier Express - Travel in Style

Vom Residieren im noblen Zermatt mit dem Zug ins mondäne St. Moritz, ohne den Luxuslevel zu verlassen: Seit genau einem Jahr machen die neuen Waggons des "Excellence Class Glacier Express" die 120 Jahre alte, historische Strecke endgültig zur Traumroute...

Jedes Chalet mit eigenem Spa

Startort für die luxuriöse Bahnfahrt ist Zermatt, ein Hotelaufenthalt vorab natürlich verlockend. Die acht neuen Chalets des "Cervo Mountain Boutique Resort" scheinen über dem autofreien Zermatt wie ein Mini-Dorf am Hang zu kleben. Kaum ist man eingetroffen, gehört man fast schon zur Familie, Ansteckungsgefahr durch Fröhlichkeit, die die Après-Ski-Gesellschaften mit Sundownern auf der Bar-Terrasse verbreiten.

Totale Bergstille hingegen auf dem Meditation-Deck. Der "Cervo", zu Deutsch "Hirsch" ist überall im Resort präsent, als Trophäe oder auf Gemälden – Besitzer Daniel F. Lauber und Gattin Seraina sind passionierte Jäger. Herz ist das verwinkelte, restaurierte Haupthaus. Ein jedes Chalet, in hellen Hölzern ausgestaltet, birgt in sich einen eigenen Wellnessbereich mit Pool, allein für die Kübeldusche braucht es Überwindung. Bewegliche Lamellen-Raumteiler schaffen wechselnd freie Sicht in die Alpen, selbst aus der Wanne heraus.

Das 5-Sterne- Cervo Mountain Boutique Resort.
Das 5-Sterne- Cervo Mountain Boutique Resort.

 

Ganz oben: Die Owner Suite – sie verfügt über einen uneinsehbaren Jacuzzi im Freien. Restaurant "Ferdinand" widmet sein komplettes Angebot Walliser Käsespezialitäten, an die Käsefondue-Variation mit Trüffeln kann man sich auch gewöhnen!

Wer sich im "Cervo Puro" durch Markus Kösslers komplette Walliser- und Norditalienische Küche probiert, sollte das Ski-, Spaziergeh- oder Wanderpensum verdoppeln. Eine kleine Geheimtür führt in die prächtig sortierte Gin-Bar, dort gastiert hin & wieder Sterneköchin Maria Groß für kleine, feine Super-Gourmet-Events.

Im örtlichen, feudal-familiären "Mont Cervin Palace" im Ortskern nach ausgiebigem Luxusshopping noch in aller Ruhe einen eleganten High Tea am Kamin einzunehmen, gehört zum Zermatt-Gesamterlebnis.

Das private Jacuzzi der Owner Suite im 5-Sterne- Cervo Mountain Boutique Resort.
Das private Jacuzzi der Owner Suite im 5-Sterne- Cervo Mountain Boutique Resort.

 

Tischlampen wie aus Gletschereis

Sicher verstaut ist das Gepäck, während der gold-livrierte Concierge die Garderobe birgt – Allegra! Lautlos rollt der "Excellence Class Glacier Express", auch "langsamster Schnellzug der Welt" genannt, aus dem Bahnhof von Zermatt in Richtung St. Moritz. Bis zum Ziel wird ein an Bord frischgekochtes Sieben-Gang-Menü mit passender Weinbegleitung serviert, dafür sorgt die persönliche non-Stopp-Reisebegleitung.

Die Designer haben Schweizer Naturmotive in die Waggons auf Wände, Stoffe und Teppich geholt. Hölzer und Stein prägen das elegante Ambiente, stilisiert, schraffiert, handgetuftet. Tischlampen scheinen wie aus Gletschereis gefräst, Einer-Sitze an Zweier-Tischen garantieren jedem Gast einen Fensterplatz.

Wohin zuerst staunen? Schaue ich links, verpasse ich rechts etwas wie umgekehrt. Durch das dachhohe Panoramafenster zieht die majestätische Bergwelt meinen Blick magisch auf sich. Zudem darf ein Auge riskiert werden auf das für jeden Gast bereitstehende Infotainment tablet, ich lausche den interessanten Ausführungen zur Strecke per Kopfhörer und zeitgleich füllt der persönliche Zugbegleiter "Laurent-Perrier" in mein Champagnerglas: Multitasking.

Fein und köstlich: Erbsen-Minze-Suppe mit Alpenblüten.
Fein und köstlich: Erbsen-Minze-Suppe mit Alpenblüten.

 

Bei minus neun Grad Außentemperatur, die auf der Infotafel angezeigt werden, wird das "Apéro-Plättchen" mit Spezialitäten gereicht, das Menü erfordert volle Zuwendung. Andermatts Kurven tragen beinahe die ’Erbsen-Minze-Suppe mit Alpenblüten’ aus dem Teller. Faszination des Lichts reißt auf dem Oberalppass, dem höchsten Punkt der Strecke, einmal mehr die Hobbyfotografen aus den feudalen, gletscherfarbenen Ledersesseln und kurz fort vom Rindsfilet mit Trüffel-Kartoffelstampf.

Kurz hinter Chur zergeht warmer Schokoladenkuchen auf der Zunge, als Afternoon Tea in Höhe von Filisur wähle ich aus dem Sortiment reise-adäquat "Edelweiß". Ob entlang des Rheintals, dessen Quarzit u.a. die "Glacier-Bar" an der Spitze des Zuges abdeckt, auf dem Landwasserviadukt oder der Albula-Linie der Rhätischen Bahn, auf der uns ein Spiraltunnel uns 400 Meter nach oben "schraubt":

Jederzeit Gelegenheit, in der "Glacier-Bar" einen Kaffee aus Europas höchstgelegenen Rösterei Badilatti aus Zuoz zu nehmen, einen Churer "Röteli"-Likör oder den Bündener Whisky. Sobald man dafür den Kopf leicht in den Nacken legt, fällt der Blick unweigerlich auf das Prunkstück des Waggons: Der übergroße Kompass in der vergoldeten Kuppel ist weltweit einzigartiges Interieur-Detail, Orientierungslosigkeit ausgeschlossen.

Auf 122 Kilometern werden 91 Tunnel und 291 Brücken passiert, zu Gipfeln hinauf und in Schluchten hinabgeschaut – die acht Stunden vergehen "wie im Zuge". Wo jetzt noch wochenlang blendende Schneemassen liegen, entfaltet sich alsbald Frühlingsnatur. Jede Reise mit dem "ECGE" wird überraschende Perspektiven bieten, auf ein- und derselben Strecke.

Eine neue App ermöglicht den Reisenden, alle Sehenswürdigkeiten an der Strecke auf ihrem Mobile Phone zu verfolgen. Dazu Stempel und Auszeichnungen zu sammeln, um "Master of Grand Train Tour of Switzerland" zu werden - am Ende belohnt mit einer schokoladigen "Lindt Tin Suitcase Swiss Edition". Große Neuerung ab Frühling 2020 sind Wagen mit zwei per Knopfdruck zu öffnenden Panoramafenstern, die noch mehr Platz für garantiert entspiegeltes Fotografieren und Filmen.

Das Carlton St. Moritz, 1822 Meter über dem Meeresspiegel.
Das Carlton St. Moritz, 1822 Meter über dem Meeresspiegel.

 

... ’raus an die Champagnerluft ...

Endstation St. Moritz, ein weiterer Hochgenuss in Sachen Gastfreundschaft. Das "Carlton St.Moritz", eines der exklusiven "Big Five" Hotels des mondänen Wintersportortes in Graubünden wurde gerade zum zweiten Mal in Folge Gewinner des Star Award 2020 verliehen, vom ‚Forbes Travel Guide’" mit der Höchstnote von fünf Sternen ausgezeichnet. Nicht zuletzt deshalb, weil das Luxushotel der Tschuggen-Group seit Kurzem komplett klimafrei arbeitet.

Dort ist man auf die höchsten Ansprüche von Weltstars, Staatsoberhäuptern und Regenten eingestellt. Aus dem Haus mit einer über 100-jährigen Historie in den Mauern konnte Designer Carlo Rampazzi ein Schmuckstück der Innenarchitektur schaffen. Seine opulente "Zarensuite" ist keineswegs politisch unkorrekt – sie ist ein stilistisches Kunstwerk eines Künstlers, der mit einem Mythos spielt, der eine Begebenheit als Gestaltungsgrundlage für das ganze Haus zugrunde legt, die nie geschah. Und welche Penthouse Suite hat schon fünf (5!) Terrassen auf 360 Grad, von denen aus man das ganze Tal und u.a. den Anflug von Privatjets auf Samaden beobachten kann.

Eine Pizza, dick belegt mit frischen Trüffeln im CHE CHA Restaurant & Club.
Eine Pizza, dick belegt mit frischen Trüffeln im CHE CHA Restaurant & Club.

 

Zwischen Ottomanen, Diwanen, epochalen Panoramafenster und vielen Spiegeln die "Bel Etage". Dort könnte man schnabulieren, dinieren oder sinnieren bis zum jüngsten Tag, wäre da nicht Outdoor-Butler Othmar. Der ehemalige Airline-Manager und Headhunter erfüllt sich seinen Lebenstraum, indem er Gästen passioniert Auge und Herz öffnet für Details der Alpenschönheit.

Zur Skistunde erscheint er auch schon ‚mal sportlich im Frack, für die Wanderung trägt er erlesenes Picknick, zwecks Tierbeobachtungen einen Feldstecher im Rucksack. Zur Stärkung während eines Tages im Schnee gehört ein kulinarischer Abstecher ins "CHE CHA Restaurant & Club" zu Reto Mathis z.B. für eine Trüffelpizza.

Im Carlton kochen Graziano Caccioppolli im "Romanoff" und die Brüder Enrico und Roberto Cerea im "Da Vittorio" ihre Gäste um den Verstand. Mit dem signature dish "Ravioli-Kalbsbacke-Burrata-Shrimps" oder mit einem "Paccheri" nach Rezept des Namensgebers "Vittorio" ebenso wie am chef’s table in der Küche konstatiere ich allerorts: Besser gohts nitta!

Panorama-Fensterplatz in der Bel Etage im Carlton St.Moritz.
Panorama-Fensterplatz in der Bel Etage im Carlton St.Moritz.

 

Weitere Informationen unter:

www.cervo.ch
www.tschuggenhotelgroup.ch

www.montcervinpalace.ch/de

www.glacierexpress.ch

Neue App:
https://www.myswitzerland.com/de-de/erlebnisse/erlebnisfahrten/bahn-bus-schiff-grand-train-tour/grand-train-tour-of-switzerland/grand-train-tour-of-switzerland-entdecke-die-neue-app/

https://chechaclub.com

www.carlton-stmoritz.ch

(Hinweis: Erstveröffentlichung am Samstag, 26.10.2019 auf der Stilseite von DIE WELT)

Fotos: Stefan Schlumpf, Gian Giovanoli, Glacier Express, Carlton Hotel St. Moritz, Uta Petersen

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Zuletzt bearbeitet am 04/03/2020

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Autor

Uta Petersen

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