Direkt an der Grenze zu Russland... (Teil 1)

Viele Wege führen in das wunderbare Seebad Narva-Joesuu an der baltischen Riviera. Von der Europastraße Tallinn – Narva E 20 gibt es 20 km vor Narva den Abzweig zur Küstenstraße, die zum Ziel führt...

Entlang der schönen Straße mit viel Wald und Stränden, die auf estnisch Kaldaääre heißt, trifft man im Ortsteil Meriküla auf ein Kuriosum: einen mit vielen bunten Tüchlein behangenen Baum. Es handelt sich "Schischkins Kiefer", die (Kiefer von Meriküla). Im Volksmund wird diese Kiefer "Kusskiefer" genannt. Eine Legende erzählt, dass die Liebenden, die unter diesem Baum küssen, für immer zusammen bleiben.

Der andere Weg zum Seebad, den viele Strandbesucher derzeit nehmen, führt von Narva selbst nach Narva-Jõesuu. Für die 14 Kilometer kostet ein Taxi etwa 15 Euro. An der Straße von Narva nach Narva-Joesuu steht ein russisches Kriegsdenkmal zur Erinnerung an die erste Überquerung des Flusses Narva durch russische Truppen Zar Peters I. (des Großen) am 18. November 1700.

Dann erreicht man Narva-Joesuu, es liegt direkt an der Grenze zu Russland, am Westufer des hier in die Ostsee mündenden Flusses Narva. Im 14. Jh. als Ort in der Terra Mariana (seit 1346) entstanden und erstmals 1503 vom Ordensmeister des Deutschen Ordens, Wolter von Plettenberg, erwähnt, besaß der Ort seit dem 16. Jh. einen kleinen Hafen. Im 19. Jahrhundert unterschied man zwischen Narva Port und Narva-Spa. Ein neuer Hafen ist geplant aber noch nur ein Provisorium.

Angler an der Mole.
Angler an der Mole.

 

Wagemutige Investoren planen ein Spielcasino mit Segel-Marina und Hotel. Bislang halten lediglich einige Angler an der Mole ihre Angeln ins Narva-Wasser. Für die "Lamperi", Spezialität und kulinarisches Aushängeschild von Narva: Lampetra fluviatilis, das Flussneunauge, aber benötigt man eine Reuse.

Narva-Jõesuu – Entspannen in "Narvamünde" und an der "Baltischen Riviera"

Narva-Jõesuu ist das vielleicht unbekannteste Kur- und Seebad am gesamten Mare Baltikum. Dabei ist das die gerade 2600 Einwohner zählende Gemeinde nicht nur mit einem herrlichen, acht Kilometer langen, breiten Sandstrand gesegnet. Das estnische Narva-Jõesuu kann man am elegantesten mit "Narvamünde" übersetzen – auch wenn der Vergleich mit dem deutschen Warnemünde etwas hinkt.

Obschon: Wie das Seebad bei Rostock besitzt Narva-Jõesuu auch ein Hotelwahrzeichen: Seit 2008 öffnet das Spa-Hotel Meresuu mit großem Gesundheitszentrum, ein mächtiger weißer Klotz inmitten historischer, oft 100 Jahre alter Holzhäuser im russischen Stil, Wälder und neuerrichteter Villen im postsozialistischen neureichen Schlösschen-Stil, die sich aber dennoch ganz heimelig ins Ortsbild einfügen.

Der Strand des Ortes...
Der Strand des Ortes...

 

Und natürlich sind es vom Hotel nur 150 Meter bis zum Strand. An dem noch die Badewärter-Empore von sozialistischer Zeit kündet. Wer hier an einem Sonn- oder Feiertag frühmorgens zum Strandspaziergang aufbricht, erlebt die Ostsee von ihrer schönsten Seite: Meereswogen, Strand, Dünen, Böschung, Kiefern- und Nadelwald, dazu das wunderbar wärmende Licht der aufgehenden Sonne. Noch immer existiert ein großes Aufholbedürfnis, um die Schönheit des lange verschlossenen Ortes wieder zu entdecken. Dabei blickt Narva-Jõesuu auf eine lange Vergangenheit zurück, wurde schon vom Ordensmeister Wolter von Plettenberg erstmals 1503 als "Mündung an der Narova" schriftlich erwähnt, dürfte aber weit älter sein.

Denn es ist kaum anzunehmen, dass Fischer und später auch Lotsen diesen günstigen Ort an der Narva-Mündung nicht für sich entdeckten. Schließlich datiert die an den Ufern der Narva von Archäologen identifizierte Narva-Kultur der Jäger und Sammler bis ins 5. und 4. Jahrtausend vor Christus zurück – ins sogenannte Waldneolithikum!

Hungerburg, Aufnahme von 1882.
Hungerburg, Aufnahme von 1882.

 

Tatsächlich entwickelte sich das Fischerdorf im 16. Jh. zuerst einmal als Lagerplatz für Holz, Sägewerke wurden gebaut, dann erste kleine Werften. Dann aber schaute Zar Peter der Große während seines zweiten, erfolgreichen Narva-Feldzugs 1704 hier vorbei. Tief beeindruckt vom Elend der Fischer nannte er den Ort "Hungerburg" - auf Deutsch! – und hätte dem so gebrandmarkten Dorf beinahe den finalen Garaus beschert...

Information:
Vor der Reise:
Estonian Tourist Board (Enterprise Estonia), www.visitestonia.com/de , http://visitsouthestonia.com/en/
Narva Tourist Information and Visitor Centre, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., http://tourism.narva.ee/de?lang=3
Tourismusinformation Ida-Virumaa, http://idaviru.ee/en/
Tourismusinformationszentrum Jõhvi, www.visitestonia.com/en/johvi-tourist-information-centre , http://idaviru.ee/en/

In Narva-Jõesuu:
Narva-Jõesuu SPA Hotel mit Narva-Joessu Sanatoorium, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.narvajoessu.ee ,
Restoran Meretare (Restaurant Meereshütte), , www.visitestonia.com/de/restaurant-meretare-meereshutte

Außerdem:
Meresuu Spa & Hotel, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.meresuu.ee/en 

(Das Projekt wird unterstützt vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.)

Fotos: Jürgen Sorges

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