Heritage Line Anawrahta – Königin des Irrawaddy

Nach einem Vierteljahrhundert Wartezeit wurden die historischen Stätten von Bagan zum Weltkulturerbe erklärt...

Mit der Heritage Line Anawrahta ist nun das luxuriöseste aller auf dem Irrawaddy kreuzenden Schiffe erfolgreich in den Markt getreten. Die Reise führt hinauf bis nach Katha, jener historisch wichtigen Stadt, in der George Orwell seine Entscheidung fasste, Schriftsteller zu werden.

Seit letztem Sommer ist es nun amtlich. Groß war der Jubel und unüberhörbar im ganzen Land, als im Sommer 2019 die UNESCO auf ihrer Jahrestagung in Baku die Entscheidung verkündete, dem Antrag der Regierung von Myanmar stattzugeben und Bagan mit in die Liste der Weltkulturerbestätten aufzunehmen. Seit dem Jahr 1995 lag dieser Antrag der Behörde vor und viele Prämissen im Sinne einer historisch gerechten Konservierung mussten über die Zeit erst erfüllt werden, bevor eine Zustimmung erfolgen konnte.

Über die letzten Jahre seit der touristischen Öffnung des Landes im Jahre 2012 sind zunehmend Schiffe auf dem Irrawaddy (und dem Chindwin, seinem Nebenfluss) unterwegs, zumeist im vier oder fünf Sterne Segment. Mit der Heritage Line Anawrahta kam nun ein Schiff im Fünf Sterne plus Segment auf den Markt, das gewiss die Riege aller Flusskreuzfahrtschiffe vor Ort mit anführt. Der Grund hierfür ist in der Ausstattung des Schiffes und in seiner Größe zu sehen.

Grundsätzlich ist es für Flusskreuzfahrtschiffe immer ein Vorteil, über Balkone bzw. Loggien zu verfügen. Die Ufer sind in Sichtweite und es gibt in kulturhistorisch interessanten Gebieten wie dem Flusslauf des Irrawaddy sehr viel zu sehen und zu erleben. Zudem sind bereits die Standardkabinen des Schiffes mit 34 Quadratmetern die größten aller hier kreuzenden Schiffe. Die Balkone der Kabinen umfassen sechs Quadratmeter und sind alle mit Tischen, Sesseln oder Liegen ausgestattet.

Das schönste Schiff auf dem Fluss.
Das schönste Schiff auf dem Fluss.

 

Das Schiff ist benannt nach dem Gründer des Landes im 11. Jahrhundert. König Anawrahta baute die ersten und größten Pagoden von Bagan, wählte hier seine Hauptstadt und führte den Buddhismus ein. Die opulente Einrichtung des Schiffes ist eine Reminiszenz an die große Vergangenheit einschließlich der britischen Kolonialzeit.

Die 23 sehr großzügig geschnittenen Kabinen sind über alle Decks verteilt, die vier Suiten (jeweils zwei Executive und Royal Suiten) sind die aktuell opulentesten aller Flussschiffe in Myanmar. Die Executive Suiten sind mit 56 Quadratmetern bemessen (plus 16 Quadratmeter Veranda), die Royal Suiten verfügen gar über 86 Quadratmeter und einen Jacuzzi auf der anliegenden 29 Quadratmeter großen Veranda.

Alternative Routen auf dem Fluss der Könige

Für all jene mit knappem Zeitbudget ist eine Reise zu den Tempeln und Pagoden des Weltkulturerbes von Bagan empfohlen. Die Reisestrecke zwischen Bagan und Mandalay zählt zu den attraktivsten in ganz Südostasien. Allen voran der berühmte Ananda Tempel, der jüngst mit Hilfe von Spenden der indischen Regierung renoviert werden konnte.

Unzählig sind die hier zu besichtigen Monumente und ein jedes erzählt seine eigene Geschichte. Für jene, die etwas mehr Reisezeit kalkulieren können, ist der Weg stromaufwärts bis nach Katha und auf die Höhe der großen Schluchten zu empfehlen. Die Landschaft hier im nördlichsten Teil des noch beschiffbaren Flusses gleicht in etwa dem Mittelrheintal mit der Loreley, auch dies eine Weltkulturerbe Stätte. Acht Tage braucht die Heritage Line Anawrahta von Mandalay bis hinaus nach Katha und wieder zurück.

Für diese längere Route ist Einschiffung in Mandalay, hier residierte bis zum Sieg der Engländer über Oberbirma im Jahre 1885 der letzte König (König Thibaw Min). Die meisten Gäste sind bereits einige Tage zuvor angereist, um auch die Sehenswürdigkeiten Mandalays in Ruhe besichtigen zu können, u.a. den Königspalast oder den Mahamuni Tempel, nach der Shwedagon Pagode in Yangon (Rangun) das bedeutendste Sakralbauwerk des Landes.

Die meisten Gäste sind bereits einige Tage zuvor angereist, um auch die Sehenswürdigkeiten Mandalays in Ruhe besichtigen zu können.
Die meisten Gäste sind bereits einige Tage zuvor angereist, um auch die Sehenswürdigkeiten Mandalays in Ruhe besichtigen zu können.

 

Auf dem Weg hinauf nach Katha werden pro Tag kleinere Exkursionen und Besichtigungen angeboten, die alle im Preis inkludiert sind und zumeist die historischen Stätten, Pagoden und das lokale Leben in den Dörfern am Flussufer umfassen. Begleitend hierzu bieten die Guides an Bord auf dem Sonnendeck des Schiffes Einführungen in die Kultur des Landes, wie das Tragen der ortsüblichen Longyis (Wickelröcke) oder die ausgezeichnete Küche Birmas (Kochkurs).

Selbst an den Abenden werden noch Programmpunkte geboten wie das Zeigen ausgewählter Spielfilme mit Landesbezug in der sehr großzügig geschnittenen Mandalay Lounge oder Clubabende in der Tradition britischer Clubs aus der Kolonialzeit an der Kipling Bar (benannt nach dem englischen Schriftsteller) auf dem Sonnendeck. Auch die Yoga Stunden in der Frühe oder erste Sprachkurse ("Burmese for Beginners") werden rege besucht.

Historische Artefakte aus der britischen Kolonialzeit

Zum Nachmittag des dritten Tages der Reise erreicht das Schiff bereits Katha, heute eine Stadt mit ca. 36.000 Einwohnern. Rikshas führen die Gäste zu den zahlreichen, noch erhaltenen Bauten aus der Kolonialzeit; der Großteil wurde in den 1920er und 1930er Jahren erbaut und ist ebenso gut erhalten wie der historische Tennisplatz, der heute für die Ausbildung der Tennisjugend genutzt wird.

Höhepunkte sind das alte Haus des britischen Gouverneurs, das heute ein kleines Museum beinhaltet und das Haus, in dem George Orwell seinen Dienst für die britische Armee absolvierte. Zwei Jahre diente Orwell hier, bis er im Jahre 1929 vor einem Heimaturlaub entschied, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Er kehrte kurzerhand nicht wieder nach Birma und die seinerzeit sehr abgelegene Station von Katha zurück. Seine zahlreichen Beobachtungen und Aufzeichnungen aus dieser Zeit führten direkt zu dessen ersten Roman "Burmese Days", der im Jahr 1936 verfasst, aber erst später publiziert wurde.

Zurück an Bord erwartet die Gäste ein BBQ auf dem Sonnendeck, eine lokale Tanzgruppe der Shan tritt hinzu und führt mit ihren Tänzen durch den folkloristischen Abend.

Ein Besuch der lokalen Dorfschule öffnet die Herzen.
Ein Besuch der lokalen Dorfschule öffnet die Herzen.

 

Ein weiterer Höhepunkt ist die Bahnfahrt in einem erste Klasse Waggon aus der Kolonialzeit von Katha nach Nabo durch den dichten Dschungel des Regenwaldes im folgenden Morgen. Die Strecke wurde seinerzeit von den Engländern eingerichtet, um Teakholz aus dem Regenwald nach Katha zu befördern. Von dort aus ging es dann über den Fluss hinunter bis nach Rangun. Sehr selten kommen Touristen bis hinauf in diesen nördlichen Teil des Landes und entsprechend groß ist die Freude der nativen Bevölkerung.

Nach der Passage durch die Schluchten des nördlichen Irrawaddy, diese Passage gehört zu den spektakulärsten Landschaften ganz Myanmars, wird auf der Rückfahrt die kleine Insel Kyunttaw mit ihrer Pagodenpracht erreicht. Ein Besuch in der Dorfschule vor Ort öffnet die Herzen und gehört sicher zu den eindrücklichsten Erlebnissen der Reise. Gespräche mit den Lehrerinnen erlauben Einblicke in den Alltag der Kinder und die vielfältigen Transformationsprozesse, denen die Familien in einer zunehmend globalisierten Welt gegenüberstehen.

Weiter flussabwärts wird am vorletzten Tag Mingun erreicht, der kleine Ort mit seinem Kloster und der alles überragenden weißen Pagode. In Amarapura folgt die Besichtigung der mit 1,2 km Länge größten Teakholz Brück der Welt. In kleinen Booten werden die Gäste über den See gepaddelt und stoßen mit einen Sundowner auf den letzten Abend an. Viele sind sich sicher, wiederkehren zu wollen, um auch andere Teile Myanmars für sich zu entdecken.

Die Möche besuchen in der Frühe das schiff und spenden ihren Segen.
Die Möche besuchen in der Frühe das Schiff und spenden ihren Segen.

 

Alle wurden während dieser Reise reich beschenkt. Selbst die Crew der Heritage Line Anawrahta legt einem jeden Gast vor dessen zu Bett gehen allabendlich ein kleines Präsent in die Kabine. So bleiben die Erinnerungen an ein wunderschönes Schiff und ein Land voller Überraschungen und Freundlichkeit auch für die Zukunft lebendig.

Info: Reisen mit Heritage Line Anawrahta inkl. umfassender Vor- und Nachprogramme bietet Discovery Fernreisen www.discoveryweltweit.de und Diethelm Travel, www.diethelm-travel.com
Das aktuell attraktivste Preis-Leistungsverhältnis in der BC zur Anreise nach Mandalay über Bangkok bietet Thai Airways über Bangkok. www.thaiair.de

 

Impressionen:

Fotos: Frank Dieter Sistenich / Heritage Line

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Zuletzt bearbeitet am 13/02/2020

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