André Heller und das Paradies in der Wüste

Früher staubte roter Sand, jetzt zwitschern Vögel in Bäumen und in Teichen quaken Frösche. Auf sieben Hektar Terrain grünt und blüht es. Das zauberhafte Fleckchen Erde am Fuße des Hohen Atlas ist Schöpfung von André Heller...

Im April 2016 eröffnete der Universalkünstler knapp 30 Kilometer von Marrakesch entfernt seinen Paradiesgarten im Ourika Tal und nannte ihn "ANIMA" - Seele. Zwischen himmelhohen Palmen, uralten Kakteen und Jahre lang gewachsenen Büschen und Bäumen vermeint man, der Park mit seinen zahlreichen Skulpturen und Installationen sei schon immer da gewesen.

Hier darf man Lustwandeln wörtlich nehmen Ein Lebenswerk, das beim Altern der Natur immer schöner wird, wie der 72-Jährige sagt. "Als ich mit der Arbeit begann, war ich sechzig. Doch ich wollte den Garten noch zu Lebzeiten in voller Pracht erleben". Weswegen jeder Busch, jeder Baum, jeder Rosenstock im ausgereiften Zustand erworben und jeweils in die Mischung von Muttererde gepflanzt wurde, die ihn ausdauernd am Leben erhält.

Anima, die Seele...
Anima, die Seele...

 

So wurden die 25 Meter hohen Palmen jede für sich auf Tiefladern von der Küste herantransportiert. Einen uralten Kandelaber-Kaktus rettete Heller vor dem Abrissbagger, ließ ihn für die Fahrt in einen Kamelgroßen Käfig sperren, damit ihm die Arme nicht brechen. "Wir schafften den Pflanzen eine Atmosphäre, in der sie sich wohlfühlen". Und wo sich derlei Gewächse wohlfühlen, finden auch Menschen einen "Ort der Heilung und Sinnlichkeit".

Und kühlenden Schatten, denn der Paradiesgarten soll auch Touristen und Marokkaner bezaubern, wenn die Wüstensonne im Sommer erbarmungslos brennt. Damit auch der Gaumen Vergnügen findet, schuf André Heller dazu "Café Paul Bowles". Zu köstlichen Patisserien werden hier erlesene Tees serviert.

Atmosphäre für die Pflanzen...
Atmosphäre für die Pflanzen...

 

Angrenzend zum Garten hat er sich ein privates Refugium errichtet. Anima sei jetzt sein Lebensmittelpunkt, sagt er. Mit Malerin Albina Bauer verbringt er einen großen Teil des Jahres hier. Keine Verunsicherung wegen der politischen Lage? "Marokko ist das politisch stabilste nordafrikanische Land", seine Antwort. "Ich fühle mich hier auf jeden Fall sicherer als etwa in London oder Paris". (www.anima-garden.com)

Mit Gästezimmern wartet der Künstler allerdings nicht auf. Doch nicht allzu weit lockt ein weiterer drei Hektar Garten Eden mit fünf Bungalows -Ferme d‘ Hote Akrich" der Schweizerin Doris Nufer. Die Räumlichkeiten der Gästefarm sind marokkanisch schlicht, aber sehr fein eingerichtet. Zudem begeistert die abwechslungsreiche Kochkunst der Ex-Foodstylistin. Fast alles Grünzeug dabei stammt vom Hof. Auch das Olivenöl. Gespeist wird gemeinsam am großen Tisch – unterm Sternenhimmel oder vorm knisternden Kamin. Auch das sorgt für eine gehörige Portion paradiesisches Flair. (www.akrich.com)

Die Schweizerin Doris Nufer.
Die Schweizerin Doris Nufer.

 

Fotos: Kiki Baron

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Zuletzt bearbeitet am 15/10/2019

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Autor

Kiki Baron

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