Füllhorn der Genüsse (Teil 2)

Eindrucksvoll: In der Churfranken-Metropole Miltenberg am Main sind zwischen Schwarzviertel und Schnatterloch auf nur 300 Metern Länge insgesamt fünf Sommelière für Bier, Brot und Kaffee angesiedelt...

"Wir naschen uns jetzt durch die Stadt", kündigt Gästeführerin Dorothea Zöllner die kulinarische Stadtführung an, die beim Riesen, dem ältesten Gasthaus Deutschlands startet. Es ist zu erfahren, dass der Hof "Zum Riesen" schon Mitte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde. Auch wenn sich im Jahr 1314 Ludwig der Bayer im „Riesen” zu Miltenberg kurz nach seiner Königswahl aufgehalten und Karl IV. im Februar 1368 acht Tage lang dort Quartier genommen haben soll, historisch gesichert ist nur die erste urkundliche Erwähnung des "Riesen" in einem Gerichtsbuch von 1411. Hier wird unter dem 6. Juli der "Riesen-Wirt" Conrad Trestram genannt, der vermutlich den gotischen Bau errichtete, von dem heute noch Teile in dem 1590 erstellten Riesen-Gebäude erhalten sind. Launig und informativ führt die gebürtige Miltenbergerin durch ihre Stadt zum Obst- und Gemüsehändler, zur Eisdiele, zur Rösterei, zur Brennerei und zur Brauerei Faust, die schon seit mehr als 360 Jahren in der kleinen Stadt angesiedelt ist.

Beste Gelegenheit, die Bier-Spezialitäten zu testen, bietet sich bei einer Brauerei-Besichtigung mit anschließender Verkostung im Turm, hoch oben über den Tondächern der Stadt. Hier kann man erfahren, wie das Pane Maggiore aus Graubündener Rauchmehl zum Hochzeitsbier schmeckt. "Das leicht rauchige Aroma des Brotes wird von Hopfenblumen umspielt. Eine feine Hafernote wird im Körper des Bieres eingebettet und das Bier erhält so noch einen weicheren Abgang", beschreibt Biersommelier Cornelius Faust die Kombination. Das Auswandererbrot 1849 erhält einen ganz neuen Geschmack in Verbindung mit dem Fränkischen Landbrot, denn der würzige Kümmel im Brot passt zur Hopfenaromatik und das Brot nimmt dem Bier seine bittere Spitzen. Vom Turm führt der weitere Weg nach unten in die Schatzkapelle. Bei Fackellicht im steinernen Gewölbe schmeckt der Eisbock besonders gut.

Biersommelier Cornelius Faust.
Biersommelier Cornelius Faust.

 

Ein weiteres Kleinod: Regionale Spezialitäten, frisch aus der eigenen Metzgerei gibt es im Gasthof "Zum Stern" in Rüdenau. In dem kleinen Dorf, das Ruhe und Geborgenheit ausstrahlt, wird Bodenständiges und Einheimisches serviert. Erst 2018 wurde der Gasthof als eine der „100 Beste Heimatwirtschaften“ in Bayern ausgezeichnet. Er ist ein Familienbetrieb mit 120jähriger Tradition, der neben regionaltypischen Speisen und Getränken in der Gastwirtschaft noch eine eigene Metzgerei betreibt. Juniorchef Dieter Baumann kann erstklassig kochen und kreiert dazu ganz neue Produkte, wie Mostsuppe vom Silvaner mit Butterkrüstchen oder Whisky-Würstchen.

"Wir haben Deutschlands größte Destillerie in unserem kleinen Dorf. Der Whiskey passt einfach sehr gut zu dem Produkt aus unserer Metzgerei. Schon beim Öffnen strömt einem ein feiner Duft von bestem Single Malt Whisky entgegen. Und wenn die Whisky-Wurst auf gutem Brot oder einfach nur so als Snack vor einem liegt, dann kann man sich auf ein besonderes Geschmackserlebnis freuen", berichtet Chefkoch Dieter Baumann.

Pat Hock von St.Kilian: Erster Whisky von Deuschlands größter Destillerie.
Pat Hock von St.Kilian: Erster Whisky von Deuschlands größter Destillerie.

 

Drei Jahre Wartezeit sind vorbei. Im Mai 2019 konnten die St. Kilian Distillers ihren ersten offiziellen Whisky abfüllen. Gegründet wurde die Destillerie in Rüdenau 2012 und der Grundstein für den ersten Single Malt wurde 2016 gelegt. Der feine Tropfen trägt die individuelle Handschrift von fünf exzellenten Fässern aus der ganzen Welt, original schottischer Brennblasen und besten deutschen Gerstenmalzes. Die erste Abfüllung "First Kilian" mit 760 Flaschen war sofort ausverkauft. 20.000 Flaschen gibt es nun vom "One" Signature Edition Single Malt Whisky. Der Whisky reifte in ehemaligen Rum-, Bourbon-, PX-Sherryfässern sowie Ex-Bourbon-Quarter-Casks und Kastanienfässern. Das Resultat ist wundervoll: entwickelt hat sich ein weicher, milder Geschmack, der zu einem langen Genuss verleitet.

 

Informationen

Churfranken, www.churfranken.de
Adler Landhotel, https://www.adler-buergstadt.de
Hotel Weinhaus Stern, https://www.hotel-weinhaus-stern.de
Weinbau Stritzinger, https://www.weinbau-stritzinger.de
Fränkischer Rotwein Wanderweg, https://www.churfranken.de/aktiv-kultur/fraenkischer-rotwein-wanderweg
Weingut Hench, http://www.weingut-hench.de
Weingut Bastian Hamdorf, https://www.weingut-bastian-hamdorf.de
Weingut Benedikt Baltes, https://www.weingut-benedikt-baltes.de
Weingut Stich, https://www.weingut-stich.de
Weingut Giegerich, https://weingut-giegerich.de
Weingut Rudolf Fürst, http://www.weingut-rudolf-fuerst.de
Churfranken, https://www.churfranken.de
Weingut Neuberger, https://www.weingut-neuberger.de
Weingut Josef Walter, https://www.weingut-josef-walter.de
Gasthof Metzgerei Zum Stern, https://www.landhotel-stern.de
Brauhaus Faust, https://www.faust.de
St. Kilian, https://www.stkiliandistillers.com

 

Impressionen:

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 10/10/2019

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Autor

Carola Faber

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