Poznań – Polens heimliche Metropole boomt (Teil 2)

Poznań bietet zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten: von Privatadressen bis hin zu schmucken Luxushotels. Eine besondere, äußerlich eher nicht zu erkennende Alternative ist das Novotel Poznań Centrum...

Denn zwar ist Polens zweitgrößtes Hotel (516 Zimmer) auf den ersten Blick erst einmal "nur" ein gewaltiger weißer Bettenturm, der natürlich ideal auch für Kongresse und Geschäftstreffen genutzt werden kann. Doch ist die Lage des Hotels zwischen Posens HBF, dem Einkaufsparadies "Alte Brauerei" (Stary Browar) und der Altstadt exzellent und mit gutem Parkplatzangebot ausgestattet.

Zudem hat sich das Haus im Inneren einer vollständigen Verjüngungskur mit attraktivem neuen Design und hochinteressanten Angeboten gegönnt. Dies betrifft nicht nur die perfekt ausgestatteten Zimmer, sondern vor allem auch die luftig moderne Lobby-Gestaltung und gastronomisches Angebot. Hinzu kommen neue Service-Leistungen wie der Fahrrad-Angebot für Hotelgäste. Die neue, höchst ansprechende Wohlfühlatmosphäre ist auch für Hoteldirektor Przemyslaw Konieczyński besonders wichtig.

Da ist erst einmal die Wandgestaltung an Rezeption und Treppenaufgang – Posens wichtigste Attraktionen im künstlerischen Traumdesign präsentiert. Natürlich fehlt auch Posens Wappen nicht – es ist im Großformat im 1. Stock zu entdecken, wo das Hausrestaurant "Winestone" vor allem auch Spezialitäten aus Posen bietet. Clou ist das Weinangebot. Denn hier in Posen, einer Stadt der Biertrinker, ist der großflächige Aufbau des Weinkonsums noch im Gange. Das Winestone ("Wein und Stein") ist da Vorreiter, bietet internationale und auch polnische Winzertropfen wie Den Gewürztraminer (Flasche 89 Zloty) von Srebrna Gora (Krakau) an und verkauft zu günstigsten Niedrigpreisen auch außer Haus.

Lobby des Novotel.
Lobby des Novotel.

 

Dazu wird hier morgens ein exzellentes Frühstücksbuffet angeboten, das kaum Wünsche offen lässt. Hit ist aber nicht nur für Direktor Konieczyński das Wise Café im Parterre der geschmackvoll eingerichteten Lobby. Hier heißt das gastronomische Thema erst einmal frische, gesundheitsbewusste Küche, natürlich alles, ob nun Snacks, kleine warme Gerichte oder Gebäck und Süßes aus der hauseigenen Bäckerei, auch in Bio-Qualität!

Clou ist aber die eigene Kaffeerösterei. Eine eigens für ca. 15.000 Euro angeschaffte italienische Röstmaschine liefert kochexklusive, frisch geröstete Kaffeebohnen, die auch außer Haus verkauft werden und reißende Nachfrage ausgelöst haben. Aber natürlich schmecke die breite Palette an Kaffees vor Ort im Wise Café angeboten werden, dank der mit Hingabe werkenden Barkeeperin noch besser. Und die Hotelbäckerei backt dazu sogar – unter Nutzung auch der Reste des Röstprozesses, dazu passende, herrlich leckere Kaffeeplätzchen.

Gleich gegenüber hat sich die Witwe eines der reichsten Polen ihm und auch sich selbst ein gewaltiges Denkmal gesetzt. Denn die Alte Brauerei (Stary Browar) ist ein riesiger, heute leuchtender Ziegelsteinbau mit zahllosen An- und Separathäusern, der mit 135 Mio. Euro in zwei Etappen bis 2007 zu einem der schönsten Shopping-Center der Welt umgebaut wurde. Dabei legte Hausherrin Grażyna Kulczyk, 1950 in Posen geboren, viel Wert auf die Integration von Kunst.

Allerorten trifft man auf neue Werke, Überraschungen, die so für einen Besuch in einer Shopping Mall nicht zu erwarten wäre. Die in der Schweiz lebende Kunstmäzenin veräußerte zwar mittlerweile ihr Vorzeigeprojekt an die Deutsche Asset Management, das Konzept aber blieb. Nach wie vor finden auf den 122.000 qm Verkaufsfläche nicht nur 100 Läden und gastronomischen Einrichtungen auf vier Etagen Platz. Im Kunsthof finden weiterhin Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen statt.

Stary Browar: Integration von Kunst...
Stary Browar: Integration von Kunst...

 

Und in der Galerie der Alten Brauerei feiert die aktuelle moderne Kunst und auch Kunstfotografie großartige Ausstellungen. Großartige sind auch die Skulpturenausstellungen im Dabrowski Park hinter der Brauerei, der heute der einzige städtische in Privatbesitz ist. Der Bau von 1876, in dem bis 1980 Bier gebraut wurde, geht auf die Brauerei Hugger zurück. Schon 1844 war Ambrosius Hugger aus Württemberg nach Poznań gekommen, seine Söhne die Brauerei bis 1918 betrieben. Doch nach dem von Posen aus begonnenen Großpolnischen Aufstand von Nov. 1918 bis Feb. 1919 und der Wiedererrichtung der so lange von der Landkarte verschwundenen Polnischen Nation verließen viele Deutsche Poznań.

Stary Marich: "Wie heißt er?"

Gleich hinter der Alten Brauerei führt die zur Fußgängerzone gewandelte Powiejska zum Alten Markt. Und ein Spaziergang durch diese historisch seit dem 14. Jh. gewachsen Altstadt offenbart auch das einst lange gewachsene, im 19. Jh. friedlich durch künstlerische und kulturelle Konkurrenz bestimmte Zusammenleben der Polen und Deutschen in der Stadt. Großartig ist das 2001 errichtete, 500 kg schwere Denkmal "Stary Marych".

Auf den ersten Blick nur ein älterer Herr, der ein Fahrrad schiebt, steht das Denkmal indes für den Theatermacher und hochbeliebten Radiomoderator Marian "Marich" Pogasz (1931 – 1999), der in seinen Hörfunksendungen ab 1983 auch für die Wiederbelebung des lokalen Posener Dialekts und den Erhalt zahlloser alter und uralter Geschichten sorgte.

Für Poznań-Besucher ist der "alte Marich" nicht nur wichtig, weil hier nahezu sämtliche städtische Fahrradtouren starten. Denn die Ehrung des historisch gewachsenen Posener Dialekts bzw. der Posener Mundart: So heißen hier Kartoffeln nicht polnisch "kartofle" bzw. "ziemniaki", sondern "pyry", wohl abgeleitet von deutsch "Püree".

Und die teils mit altehrwürdigen, teils mit hochmodernen Waggons fahrende Straßenbahn heißt nicht polnisch "tramway", sondern "bimba", wohl auch von deutsch "Bimmelbahn". Auch die Papiertüte, polnisch "torebka papierowa, heißt in der lokalen Mundart nur "tytka" (von "Tüte"). Heute noch am gebräuchlichsten ist aber die völlig selbstverständlich ins Polnische eingebaute deutsche Redewendung "Wie heißt er?" Gemeint ist natürlich die Suche nach einem Wort, das einem gerade nicht einfallen will.

 

Impressionen:

Information:
Polnisches Fremdenverkehrsamt, Hohenzollerndamm 151, 14199 Berlin, Tel. 030 210 09 20, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.polen.travel
Tourismusinformation Poznań (Posen), Stary Rynek (Alter Markt) 59/60, 61-772 Poznań, Tel. +48 61 852 61 56, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.poznan.travel ;
Öffnungszeiten: Mo – Sa 9.30 – 18.00, So 9.30 – 17.00 Uhr

Weitere städtische Tourismusinformationsbüros:
Dworzec Główny PKP (Hauptbahnhof), ul. Dworcowa 2, 60-801 Poznań, Tel. +48 61 633 10 16, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.poznan.travel; Öffnungszeiten: tgl. 9.00 – 17.00 Uhr
Port Lotniczy Poznań-Ławica im. Henryka Wieniawskiego (Ławica Airport), ul. Bukowska 285, 60-189 Poznań, Tel. + 48 61 849 21 40, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.poznan.travel ; Öffnungszeiten: Mo, Do, Fr 10.00 – 18.00, Di, Mi 9.00 – 18.00, Sa, So 10.00 – 17.00 Uhr

Übernachten:
Novotel Poznań Centrum Hotel, Plac Andersa 1, 61-898 Poznań, Tel. +48 61 858 70 00, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.accorhotels.com/de/hotel-3376-novotel-poznan-centrum/index.shtml

Essen:
Restauracja Autentyk, Grunwaldzka 248, 60-205 Poznań, Tel. +48 666 400 419, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.restauracja-autentyk.pl/en/
Öffnungszeiten: Di – Fr 12.00 – 22.00, Sa 13.00 – 22.00, So 14.00 – 19.00 Uhr
Rest. Brovaria, ul. Stary Rynek (Alter Markt) 73–74, 61-772 Poznań, Tel. +48 61 858 68 68, Tel. +48 61 858 68 78, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., https://brovaria.pl/
Restaurant, Bar, Terrasse, Brauerei, Hotel

Attraktionen:
Porta Posnania, ul. Gdańska 2, 61-123 Poznań, Tel. +48 61 647 7634, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., http://bramapoznania.pl/en/
Öffnungszeiten: Di – Fr 9.00 – 18.00, Sa, So 10.00 – 19.00 Uhr
Rogalowe Muzeum Poznania (Poznan Croissant-Museum), Stary Rynek (Alter Markt) 41/2, 61-772 Poznań, Tel. +48 690 077 800, muzeum@rogalowemuzeum, www.rogalowemuzeum.pl ;
St. Martins-Croissants; Shows: 11.10, 12.30, 13.45, 15.00 Uhr

Fotos: Jürgen Sorges

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Zuletzt bearbeitet am 15/09/2019

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