Der "K Club": Irland de Luxe

Die wohl folgenreichste gesellschaftliche Revolution der neuzeitlichen europäischen Geschichte war Dreh- und Angelpunkt für umwälzende Prozesse und weltweite Migrationen. Auch in bzw. nach Irland.

Denn die Französische Revolution (1789 - 1799) war ein Aufbegehren der "einfachen" Menschen, primär der französischen Bauern, die vier Fünftel der Bevölkerung Frankreichs ausmachten. Missernten und ein harter Winter nach dem folgenreichen Jahr 1788 finalisierten den Unmut, waren Antrieb, die Armut zu besiegen und soziale Missstände zu ändern. Und natürlich ging es in den Folgejahren dem Besitzbürgertum an den Kragen. Gerade in den Jahren 1793 und 1794 kam es zu hunderten Hinrichtungen, insgesamt dürften mehr als 20.000 bedeutende Persönlichkeiten während der Französischen Revolution exekutiert worden sein. Unter ihnen bekannte Namen wie Ludwig XVI. (* 1754, König von Frankreich), Marie Antoinette (* 1755, Königin von Frankreich) oder auch Augustin de Robespierre (* 1763, Abgeordneter des Nationalkonvents).

Zeit, seine sieben Sachen zu packen und das Land zu verlassen, dachte sich wohl auch Hugh Barton. Die Barton Familie war wegen ihres Namens nicht berechtigt, Eigentum in der Region von Bordeaux, wo sie Weinbau betrieben, weiterhin zu besitzen. Als Folge verlies Barton das Land, vertraute Daniel Guestier die Geschäfte in Frankreich an und fand zunächst seine neue Heimat in England und später dann in Irland. Um 1800 erwarb Barton unweit von Dublin in Straffan, County Kildare, ein weitläufiges Gelände von ca. 550 Hektar und es kam zum Bau des sogenannten Straffan House. Fertiggestellt wurde das einem französischen Schloss nachempfundene Gebäude 1831. Und genau 160 Jahre später wurde eben jenes Gebäude (1991) - mittlerweile in das Eigentum der Jefferson Smurfit Group (1988) übergegangen - unter dem Namen "K Club" (von: K wie Kildare) als luxuriöses Hotel eröffnet.

Der K Club – Luftaufnahme.
Der K Club – Luftaufnahme.

 

Ryder Cup, Erweiterung und Aktivitäten

134 Zimmer und Suiten für einen Preis von bis zu 3000 Euro pro Nacht stehen nunmehr bereit, die Gäste nicht nur im edelsten Ambiente, sondern auch in der wunderbaren Abgeschiedenheit der irischen Natur zu begrüßen. Und wer sich hier eine Auszeit gönnt, gönnt sich nicht nur Momente in der geschichtsträchtigen Atmosphäre altehrwürdiger Mauern, als Gast des K Club stehen Sport und Kulinarik an erster Stelle.

Natürlich hat der Ryder Cup 2006 erheblich zum Ruf des Hauses beigetragen. Zunächst allerdings lockte "lediglich" ein Arnold Palmer († 2016) designter Golfplatz mit 36 zur Verfügung stehenden Zimmern im Hotel die Gäste an. 2003 wurde dann der "The Palmer Smurfit Course" erbaut, der, wie oben beschrieben, 2006 in das Interesse der internationalen Golfelite rückte. Fünf Jahre später, zum 20-jährigen Jubiläum, gewann das Hotel den "AA Hotel of the Year 2010/2011" Preis. Mit einem Investment von mehr als 20 Millionen Euro erfolgte in den Folgejahren eine Erweiterung des Hotels um zwei Flügel, die sich unmittelbar an das Design und die Architektur des Haupthauses anpassten.

An das großzügige Gebäude schließen sich nicht nur die beiden Golfplätze in unmittelbarer Nähe an, des Weiteren lädt eine wunderschöne Terrasse mit angeschlossenem Garten an zu verweilen, oder entlang des Flusses, der sich bis nach Dublin durch die grüne Landschaft Kildares schlängelt, sich Freizeitaktivitäten hinzugeben, wie zum Beispiel dem Kanufahren oder Fliegenfischen. Denn wie viele Luxus Hotels Irlands, werden auch hier Aktivitäten in der Natur großgeschrieben. Ob Reiten, Bogen- bzw. Tontaubenschießen, natürlich Golf oder eben beschriebene Sportarten: im K Club bleiben absolut keine Wünsche offen.

K Club Palmer Course Loch 16.
K Club Palmer Course: Loch 16.

 

Kulinarik und Kunst

Bezüglich der kulinarischen Genüsse erfüllen sich im Hotel wohl die meisten Erwartungen. Als absolut stilechter Starter in illustre Abende, kann unumwunden eine der Bars im Haupttrakt des Hotels anempfohlen werden. Die Media Puzzle Lounge und die Vintage Crop Cocktail Bar sind - die Namen resultieren übrigens von gleichnamigen Rennpferden von Dr. Smurfit, die 1993 und 2002 den Melbourne Gold Cup gewannen - ein Ruhepol der Gemütlichkeit inmitten wertvoller Gemälde und verschiedenster Kunstobjekte.

Ohnehin ist das Hotel ein Ort des Entdeckens, fast ein Museum mit einer schier unendlichen Anzahl an zu bestaunenden Objekten an den Wänden, in Regalen und Vitrinen. Im "The Jack Butler Yeats Room" unweit der Lobby, befindet sich die größte private Sammlung des irischen Künstlers. Yeats († 1957) gilt in Irland als "National Painter", da seine Zeichnungen und Bilder oft landestypische Menschen und Landschaften als Gegenstand haben. So eben auch hier, in dem ehemaligen Musikzimmer des Hauses (z.B.: "Harvest Moon", "The Map" u.a.).

Aber auch Ölgemälde mit ganz anderen Inhalten befinden sich hier. Fast fremdartig wirkt das großformatige "South Pacific" (1937), eine Szene darstellend, die eher Traurigkeit und Dunkelheit des anderen Teils der Welt auf der Leinwand zeigt. Und außerhalb des Raumes geht die Kunstsammlung nahtlos weiter, über Skulpturen in annähernder Lebensgröße oder auch mit einem großen "Botero": eine Ansammlung hochwertigster Kunstwerke zieht sich durch die Gänge und Räume des K Club!

Statuen, Vasen Bilder: Kunst befindet sich überall im K Club.
Statuen, Vasen, Bilder: Kunst befindet sich überall im K Club.

 

Nur wenige Meter von den Bars entfernt, erreichen die Gäste des Hauses den wohl bekanntesten kulinarischen Teil des Hauses. Das "The Byerley Turk" Restaurant darf unumwunden als wahrer Genusstempel beschrieben werden. Zugegeben: etwas "schwer" erscheint die Ausstattung, mächtige Vorhänge flankieren die Fenster, florale Muster erscheinen auf Tapeten und Teppichen. Stühle mit eigenem Logo des K Club passen sich farblich an, Kronenleuchter erhellen die Räumlichkeiten des Restaurants, dass im Eingangsbereich ein für das Restaurant namengebendes Gemälde zeigt.

Denn Byerley Turk († 1714) war ein dunkelbrauner Hengst (vermutlich Araber oder Turkmene), der als einer der Stammväter des Englischen Vollbluts angesehen wird. Angeblich als Beute aus der Schlacht bei Buda, kam der Hengst auf die Insel und wurde später zur Zucht eingesetzt. Die Szene auf dem Gemälde zeigt somit auch eine historische Situation, in der ein türkischer Soldat oder Untertan das Pferd an den Zügeln hält. Viele der Gemälde im Haus belegen die enge Verbundenheit zum Pferdesport, Bilder - und nicht zuletzt die Möglichkeit für Ausritte auf dem Gelände des K Club - stehen dafür Pate.

Doch jenseits der Kunst kommt die Kulinarik hier alles andere als zu kurz. Das "The Byerley Turk" gilt als eines der besten Restaurants Irlands. Die Karte ist reduziert, aber mehr als ausreichend. Von der Ente über Kabeljau und "Crayfish Tails" ist alles in den Hauptgängen aufgelistet, was das Herz begehrt. Natürlich arbeitet die Küche hier mit einer tollen – regionalen – Fleischqualität, alle Zutaten sind durchdacht und passen. Überladene Teller: natürlich Fehlanzeige. Aber auch die verspielte Darstellung der Teller-Protagonisten gibt es hier nicht. Sachlich und auf dem Punkt gebracht, immer mit lokalem Bezug und – wichtig – stets begleitet von den entsprechenden Weinen. Denn eben auch für die ganz besondere Weinkarte ist das Haus bekannt!

Im Byerly Turk: Cutlet of beef.
Im Byerley Turk: Cutlet of beef (Kotelett vom Rind).

 

Schwerpunkte liegen z. B. im Burgund (Domaine de la Romanée Conti, Pouilly-Fuisse, Pierre Vessigaud u.a.) oder auch in der Bordeaux-Region (Chateau Chasse Spleen, Château Pétrus u.a.). Diese können auch gut und gerne den mittleren fünfstelligen Flaschenpreis erreichen. Die La Romanée-Conti Domaine de la Romanée Conti1990 gibt’s für stolze 30.000 Euro, die Château Pétrus Pomerol1982 für reduziertere 10.000 Euro. Allerdings gibt es Stellenbosch, andere Burgunder und Südamerikaner auch im "bezahlbarem" Bereich – keine Angst!

Final liegt ein kulinarischer Abend durchschnittlich bei etwa 150 Euro – und bewegt sich damit monetär im Ein-Sternebereich. Allerdings reden wir hier "nur" von Starter – Hauptgang – Dessert und einer kleinen Weinbegleitung. Belohnt wird man allerdings zusätzlich mit diesem speziellen Flair des K Club – keine Frage. Denn das Haus sprüht den Odem der Geschichte aus, lässt den Genuss um ein Vielfaches mehr wahrnehmen.

The K Club: ein ganz besonderer Ort – und eine absolute Empfehlung!

Weitere Informationen:
Inhaber: Sir Michael Smurfit, KBE, LL.D
Adresse: Der K-Club
Straffan County Kildare, Irland
Internet: www.kclub.ie
Gesamtzimmer & Suiten: 134 Hotelzimmer und Suiten; jede mit Blick auf den Fluss, die Gärten oder Golfplatz.

 

Impressionen:

Fotos: K Club

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Zuletzt bearbeitet am 22/05/2019

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