Einkehrschwung zu den besten Adressen der Wildschönau

Das romantische Hochtal "Wildschönau" befindet sich mitten in den Kitzbüheler Alpen. Rund 4200 Einwohner der vier Kirchdörfer Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach leben von der Landwirtschaft und vom Tourismus.

Prägend sind für das Tal die 260 bewirtschafteten Bauernhöfe, urige Almen und viel Tradition. Das ausgezeichnete Wandergebiet im Sommer verwandelt sich im Winter in ein Schneeparadies mit mehr als 100 Pistenkilometern und 45 modernen Liftanlagen. Genießer fühlen sich in der Wildschönau ebenso wohl wie sportlich ambitionierte Gäste. Neben der zauberhaften Natur begeistern die Begegnungen mit den besonderen und sehr herzlichen Menschen des Tals.

Es funkelt. Bizarr geformte Schneekristalle lassen die Oberflächen der Wiesen und Bäume in zauberhaftem Licht glitzern. Eine dicke Schneedecke überzieht die malerische Landschaft der Wildschönau. Wie Watte schmiegt sie sich über die schützenden Dächer der historischen Alpenhäuser. Wer in dem schmucken Tal die Abzweigung in Richtung Thierbach nimmt, wird am Ende einer kurvenreihen Route mit einem besonderen Anblick belohnt. In dem kleinsten Dorf der Wildschönau und dem höchsten Ort der Kitzbüheler Alpen leben auf 1150 Metern Seehöhe rund 160 Menschen. Umrahmt von Staketenzäunen, umgeben von einigen Höfen und zwei Gasthäusern liegt die Pfarrkirche mit einem Zwiebelturm im Zentrum des idyllisch gelegenen Bilderbuchdorfes.

Die Pfarrkirche mit Zwiebelturm.
Die Pfarrkirche mit Zwiebelturm.

 

Architektonisch überraschend befindet sich gleich neben der Kirche eine der kleinsten Schulen Österreichs für nur 18 Schüler. Als geschichtsträchtig gilt die original erhaltene Speckbacher-Stube im Gasthaus Sollererwirt. Dort soll der Freiheitskämpfer Major Josef Speckbacher, der 1809 an der Seite von Andreas Hofer kämpfte, die Bauern versammelt haben. Am schilfgrünen Klapptisch in der Stube schrieb er den verzweifelten Aufruf an die Bauern für ihr Vaterland zu kämpfen. Wer keine Waffe besaß sollte mit Mistgabeln, Sensen oder Ähnlichem in den Kampf ziehen

Botschafter der Einzigartigkeit

Die Wildschönau verdankt der weißen Stoppelrübe ihren Titel Genussregion Österreich. Nur in diesem Tal wird der Rübenschnaps mit dem Namen "Krautinger" gebrannt. In fast jedem Haushalt ist eine Flasche mit dem Hochprozentigen zu finden. Allgemein gilt der Schnaps als Heilmittel bei Magenbeschwerden, als Lebenselixier oder als eigenwilliger Digestif. Kaiserin Maria Theresia verlieh Mitte des 18. Jahrhunderts 51 Bauern das Brennrecht. Heute stellen noch 15 Wildschönauer aus der weißen Stoppelrübe den Krautinger her. "Wir sind sehr stolz auf dieses Brennrecht, welches noch nicht einmal die EU in Frage gestellt hat", freut sich Elfi Thaler, die zusammen mit ihrem Mann Josef Thaler zu den größten Rübenbauern der Wildschönau zählt. Seine Familie baut schon seit 300 Jahren Stoppelrüben an. "Einen Schnaps aus Rüben zu brennen, ist schon ungewöhnlich, aber der Geschmack ist noch viel ungewöhnlicher. Er erinnert etwas an Sauerkrautsaft. Entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht", schmunzelt der Brennmeister vom Steinerhof. An der Bekanntheit der Stoppelrübe ist auch Hans Haas beteiligt, machte er doch den Krautinger unter Gourmetchefköchen populär Er lernte anfangs beim Kellerwirt in der Wildschönau bevor er später im Tantris in München kochte. Ganz groß wird der heilsame Schnaps im Herbst bei der Krautingerwoche gefeiert. Dann wird der Krautinger aber nicht nur als Botschafter der Einzigartigkeit geehrt, sondern die Rüben gibt es auch in Form von schmackhaften, kreativen Gerichten bei zwölf Restaurants und Gasthäusern in der Wildschönau.

Josef Thaler, Rübenbauer und Schnapsbrenner.
Josef Thaler, Rübenbauer und Schnapsbrenner.

 

Aus der Brezel wird eine Delikatesse

Die Tiroler Kochkunst hat in der Wildschönau eine lange Tradition. In den Küchen werden wie selbstverständlich und überwiegend heimische Produkte verarbeitet. Zu den extraordinären und legendären Gerichten zählt die Breznsuppe. Was einst als "Arme-Leute-Essen" galt, stellt heute eine Delikatesse dar. Die überbackene Köstlichkeit besteht aus weißen Brezeln, Graukäse, Butter, Zwiebeln, Kräutern und Brühe. Wer in der 200 Jahre alten Thalmühle von Herbert Naschberger. einen Platz erwischen möchte, sollte auf jeden Fall lange im Vorfeld reservieren. Der Genuss in dem urigen Ambiente ist sehr lohnenswert. Selbst in den Berghütten wird Wildschönauer Kost serviert. So bereitet "Genuss-Hüttenwirt" Stefan Thaler in der "Gipföhit" auf 1900 Metern Höhe erstklassiges Rindfleisch vom Tiroler Bio Grauvieh aus eigener Zucht von seinem Bartlerhof in Thierbach zu.

Kühe auf den Weiden sind kein ungewöhnlicher Anblick in den Alpen, Zebus allerdings schon. Obwohl mit der bäuerlichen Tradition des Tales eng verbunden, hat sich der Landwirt und Koch Josef Erharter seit 2009 den Zebus aus Asien verschrieben. Mit einem Körpergewicht von 200 bis 400 Kilogramm und einer Widerristhöhe von 80 bis 110 Zentimetern gehören die Tiere zu den wenigen Rinderrassen, die ein Minimum an Trittschäden auf den Bergwiesen verursachen. "Das Zebu hat ein exklusives, dunkles Fleisch mit einem sehr feinen und edlen Wildgeschmack. Der Geschmack und der Duft sind kräftiger als derjenige des üblichen Rindfleisches. Kenner schätzen diesen einzigartigen Geschmack", bestätigt der Züchter. Außerdem ist das Zebufleisch cholesterin- und fettarm. Zu der Herde gehören rund 40 Tiere: "Bei mir wird auf dem Riedlhof alles verarbeitet. Egal ob Herz, Leber, Lunge oder Milz." Auch der Höcker entwickelt sich nach etwas längerer Kochzeit zu einer zarten Delikatesse, die gewürzt mit Pfeffer, Salz, Zimt, Koriander und Kreuzkümmel hervorragend schmeckt.

Zebu Rind.
Zebu Rind.

 

Tipp:

Empfehlenswert ist ein Besuch im Holzmuseum. Holzschnitzer und Bildhauer Hubert Salcher richtete in seinem Geburtshaus in Auffach das mehrfach ausgezeichnete 1. Holzmuseum Tirols ein. Etwa 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche verteilt sich auf fünf Etagen. In fast 40 kleinen Räumen, in denen es nach Harz duftet und die Dielen knarren, werden vom Holznagel bis zum Holzwurm, von der ältesten Volksliederharfe Tirols bis zu einer der ältesten Weihnachtskrippen und zur kleinsten Hochzeitskapelle Europas rund 5000 Exponate präsentiert. Beliebt sind auch die vielen Aktionsangebote für Kinder.

 

Impressionen:

Informationen

Wildschönau
www.wildschoenau.com

Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau
www.skijuwel.com

Hotel Wastlhof
www.hotelwastlhof.at

Riedlhof
www.riedlhof.at

Steinerhof
www.steinerhof.net

Sollererwirt
www.wildschoenau-sollererwirt.com

Thalmühle
www.thalmuehle.at

Gipföhit
www.gipfoehit.at

1. Tiroler Holzmuseum
www.holzmuseum.com

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 07/03/2019

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Autor

Carola Faber

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