Schottische Symphonie (Teil 1)

Eine Woche mit dem historischen Royal Scotsman Zug verbindet die Sehenswürdigkeiten der schottischen Highlands und führt in mitten eine der attraktivsten Landschaften Europas...

Das Jahr 1829 war ein besonderes. Der große Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy reiste in Anschluss an seine Londoner Konzertsaison erstmalig nach Schottland weiter und verliebte sich nachhaltig in Land und Leute. Die Romantik leuchtete am Firmament Europas, Musik und Literatur fanden zu neuen Ufern. Mendelssohn besuchte Sir Walter Scott in Edinburgh und die vielen Eindrücke dieser Reise fanden ihren Nachklang in der Schottischen Sinfonie (Nr. 3, a-moll) oder der Hebriden Ouvertüre.

Bis heute übt Schottland auf die Kontinentaleuropäer eine magische Kraft aus, die im Besonderen der wunderbaren Landschaft im Norden des vereinten Königreichs zu verdanken ist. Mendelssohn reiste mit seinem Freund Klingemann noch vorwiegend in einer Kutsche. Im Zeitalter der Industrialisierung kamen die Züge hinzu und mit dem Royal Scotsman steht heute ein hochexklusives Exemplar für Reisen von drei bis zu sieben Tagen Dauer aus der guten, alten Zeit des feudalen Reisens zur Wahl.

Durch das Management des Zuges von Belmond steht genügend know-how zur Verfügung, den Zug an der Spitze aller Transportmittel Großbritanniens fahren zu lassen. Zumindest, was das Luxuserlebnis betrifft. Das Besondere der Reise mit dem Royal Scotsman ist die Betreuung der Gäste durch die Reiseleitung des Zuges. Hier ist alles persönlich und trotzdem diskret. Die 36 Gäste der komfortablen Kabinen kommen sich schnell näher zur mentalen Eroberung Schottlands. Treffpunkt ist das historische Balmoral Hotel, direkt am Weaverly Bahnhof in mitten der Altstadt von Edinburgh gelegen.

Luxuriös auf Tour...
Luxuriös auf Tour...

 

Im Aussichtswagon des Zuges versammeln sich die Gäste, ganz so wie in einem Agatha Christie Krimi, wenn alle auf Monsieur Poirot warten, um die letzten ungelösten Geheimnisse dieser Welt zu erfahren. In unserem Fall war es Sue, eine Art pensionierter Miss Marple, die sich endlos reizend um die Gäste kümmerte und alle auf die kommenden Tage einstimmte. Zu unserer temporären Welt werden die alten, feudalen Wagons mit ihrem ochsenroten Anstrich, die schon ganz andere Zeiten gesehen haben und immer noch rüstig und hoch luxuriös wirken. Zwar gab es in den kommenden sechs Tagen keine Mordfälle aufzuklären, wohl aber ging es darum, einen profunden Einblick in die Topographie des Landes zu erhalten. Die Sessel und Canapés des Wagons sind mit schottischen Tartan Tweedstoffen überzogen und atmen den Geist endloser Authentizität.

Schlösser, Historie und Whisky Brennereien auf der Agenda

Ein kurzer schriller Pfiff des Schaffners, die letzten Töne des Dudelsackpfeifers am Gleis und schon ruckelt der Zug in Richtung Westküste. Bereits nach wenigen Stunden sind die Highlands erreicht. Die ikonische Landschaft gleicht den schönsten Exemplaren historischer Modelleisenbahnen. Wie kleine Schwämme wirken die vielen Büsche und Hecken hübsch arrangiert, wie angeklebt stehen die stoischen Kühe auf den Wiesen und grüßen scheinbar den vorbeizuckelnden Zug.

Im Unterschied zu anderen Luxuszügen der Belmond Kette, steht der Zug über Nacht still. Idyllische Bahnhöfe bieten den Rahmen für die Übernachtungen und ein hohes Maß an Komfort; es schläft sich halt besser und die schöne Landschaft kann mit dem Weiterfahren ab dem frühen Morgen wieder genossen werden. "Time is money" weiß der internationale Volksmund. Lächerlich, wer mit einem solchen Zug reist, hat zumindest temporär derlei profane Überlegungen weit hinter sich gelassen oder hat nie was damit anfangen können. Die Entdeckung der Langsamkeit hätte hier erfunden sein können.

Die Entdeckung der Langsamkeit...
Die Entdeckung der Langsamkeit...

 

Die Reisen im schottischen Hochland werden mit Besuchen der typischen, lokalen Höhepunkte gespickt. Das Viadukt von Glenfinnan mit seiner historischen Bedeutung wäre ein Beispiel oder auch Duart Castle auf der Isle of Mull oder der Besuch von Mount Stewart auf der Isle of Bute. Brennereien wie Oban, mondäne Gutshäuser, deren Herrinnen mit selbstgebackenen Keksen aufwarten oder verwunschene Lochs, mit und ohne Seeungeheuer, stehen auf der Agenda der Staunenden. Die reizvolle Landschaft im Hochland ist abwechslungsreich, je nachdem, welche Route gewählt wird. Eine volle Woche dauert die Rundreise, separat können aber auch nur die Ost- oder Westküste Schottlands mit dem Royal Scotsman bereist werden.

Info: Reisen mit dem Royal Scotsman sowie abgestimmten Vor- und Nachprogrammen für Edinburgh und Schottland bietet Rose Travel, www.rose-travel.de  
Musik-Tipp: Felix Mendelssohn-Bartholdy, Symphonie Nr. 3, a-moll, "Schottische, Philharmonia Orchestra London, Otto Klemperer, Warner Classics

 

Impressionen:

Fotos: Belmond, Frank Sistenich

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Zuletzt bearbeitet am 08/11/2018

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