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Ein Rundgang durch Marbella

Einst war Marbella Dreh- und Angelpunkt von Onassis, Rothschild und Co. Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich zunächst der teure Promi-Tourismus im Ort. Heute geht es allerdings auch bezahlbar - und romantisch!

Gut 140.000 Einwohner tummeln sich in Andalusiens Marbella. Doch im Jahresschnitt machen diese nur einen Bruchteil der Menschen aus, die sich durch die Straßen und Gassen der Stadt bewegen. Gerade in den Abendstunden ist Spaniens Süd-Magnet gesäumt von Touristen und Besuchern. "Bis zu drei Millionen Touristen werden wir im Jahr sicherlich haben", erzählt uns unser Guide Francisco während einer Tour durch die Stadt. "Viele Engländer befinden sich gerade jetzt darunter. Immer abhängig von der Saison sind es auch mal viele Deutsche, Niederländer oder auch Schweden. Viele haben sich in der Region auch dauerhaft angesiedelt, haben hier ihren festen Wohnsitz", erklärt er weiter.

Von unserem Hotel aus, dem Amare Marbella Beach Hotel, unweit des Hafens Puerto depotivo Marina La Bajadilla, starten wir unseren kleinen Rundgang durch Marbella. Direkt am Amare, das zur Fuerte-Gruppe gehört, begeben wir uns auf die Promenade und schlendern am Meer entlang, vorbei an unzähligen Tapas-Bars und Cafés. Vor den Bars stehen diverse Schilder: Tapas 1 Euro, steht dort in großen Lettern. "Aber hier brauchst Du eigentlich nicht Essen gehen. Hier gibt es nur sehr kleine Portionen, da ist es schon besser in der Altstadt in eines der vielen kleinen Lokale zu gehen", so Francisco weiter. Doch kurz vor dem Hafen Puerto depotivo de Marbella kommen wir an einem der wenigen Holzgrills vorbei, die hier direkt im Sand stehen. Mittags werden hier die fangfrischen Sardellen der Fischer angeliefert, die sich zumeist gegen Mitternacht aus den Häfen aufmachen, die Schwärme der kleinen Fische ausfindig zu machen.

Gonzalo an seinem Grill...
Gonzalo an seinem Grill...

 

Davor steht Gonzalo, schiebt immer zehn Sardellen auf die schmalen Holzspieße und klemmt sie vor das offene Feuer. "Die sind immer ganz frisch. Sobald sie angeliefert werden, gehen schon die ersten Spieße über den Tisch", erzählt uns der Spanier. "Für sieben Euro verkaufe ich die 'Espeto de Sarinas', wie sie bei uns heißen", so Gonzalo. Das kleine Lokal, für das Gonzalo arbeitet, liegt direkt am Meer, es gibt kaum noch einen Sitzplatz. Gerade in den Abendstunden sind Sitzplätze in den kleinen Restaurants Mangelware. Aber die Auswahl ist groß – und die Promenade Marbellas lang.

Ein paar Meter weiter biegen wir ab in die Avenida del Mar. Der Künstler Eduardo Soriano hat hier nach Vorgabe von Dalis Bildern diverse Skulpturen erschaffen und platziert. Einige stellen Gala dar, andere die allseits bekannten Fantasiewesen des Künstlers. Gleich dahinter geht es in den 2003 sanierten Park Alamed. Durch die vielen Pflanzen und Bäume herrscht hier eine angenehme Kühle, hinzukommend sorgen nicht zuletzt die in der Mitte des Parks befindlichen Brunnens für ein angenehmes Klima. "Das ist der Fuente Virgen del Rocia", erklärt Francisco. "Denn wir haben hier bei uns auch einen Jacobsweg, der durch den Süden führt. Hier auf dem Brunnen sind alle 29 Bruderschaften, die Rocios, dargestellt", berichtet unser Guide. "Aber jetzt gehen wir hinauf in die Altstadt".

Diverse Skulpturen nach Dali, hier: Elefante Cosmico.
Diverse Skulpturen nach Dali, hier: Elefante Cosmico.

 

Poyoyo und Flamenco

Gesagt, getan. Es sind nur wenige Meter hinauf in die wunderschöne Altstadt Marbellas, vorbei an dem Brunnen "La Bella del Mar", führt ein mit Fischerbooten und Fischen als Muster gepflasterter Weg in den historischen Teil der Stadt. Gerade jetzt, bei aufkommender Dunkelheit, ist es ein – beleuchtet und gesäumt von vielen kleinen Gassen und Lokalen – romantischer Ort mit Flair und einer gewissen Wohlfühlatmosphäre. Hunderte kleine Häuschen, kaum höher als fünf Meter mit kleinen Balkonen, sind hier zu sehen. Keine 2000 Menschen wohnen in diesem Teil der Stadt. Überall befinden sich kleine Hostels, Cafés und Restaurants. Kleine Läden bieten lokale Produkte an, gerade Käse und Schinken wird hier viel verkauft. "Der Gris de Montana ist aus der Region, oder auch der Payoyo", erfahren wir von einem Mitarbeiter im Geschäft "Delicias". Ein wunderbar milder Käse ist dieser Payoyo, ein Queso de Cabra, Ziegenkäse. Umrahmt von einer dunklen Rinde ist der eigentliche Käse sehr hell, fast weiß. Der Geschmack ist absolut nicht streng, wie man vielleicht zunächst erwarten könnte. Ganz im Gegenteil. Die Ziegenmilch ist nur sehr dezent zu schmecken, mit Weißbrot ein absoluter Genuss!

Im Delicias: Payoyo Käse.
Im Delicias: Payoyo Käse.

 

Es sind vielleicht gerade mal zwanzig kleine Gassen, die hier die Altstadt bilden. Etwa 200 Meter weiter liegt eine Katze vor dem Tablao Ana Maria Los Chatos. "Das ist noch ein richtiger Flamenco-Laden", erzählt uns Francisco, ehe wir weiter in das Zentrum der Altstadt gehen und uns in einem kleinen Rondell wiederfinden. Direkt neben dem alten Rathaus aus dem 18. Jahrhundert hängt eine Sonnenuhr an der Wand. "Aber die geht immer falsch", erzählt unser Guide lachend weiter. "Die Sonnenuhr ist noch aus Römerzeiten, die hatten keine Stunde die 60 Minuten ging. Aber neben dem Rathaus ist ja noch eine richtige Uhr".

Im Kreis befinden sich hier direkt auf dem kleinen Marktplatz, den man in einer Minute mühelos komplett umgehen kann, wunderschöne kleine Restaurants die einladen zu verweilen. Schräg gegenüber dem Rathaus befindet sich das älteste noch erhaltende Haus der Stadt, das Casa del Corregidor. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Haus zeigt noch Teile seiner alten Fassade. Der obere Aufbau des Hauses wurde, unverkennbar, erst viel später aufgesetzt. Heute befindet sich dort, wie in fast allen Gebäuden hier am Marktplatz, ein kleines Restaurant.

Das Casa del Corregidor.
Das Casa del Corregidor.

 

Nach einer kurzen Pause geht es wieder hinunter zum Amare Hotel. Vorbei an kleinen Kirchen und Kapellen, die ehemals zu Dutzenden an fast jeder Straßenecke zu finden waren, gehen wir langsam wieder in Richtung Meer. Hier, im alten Kern Marbellas, findet der Besucher der Stadt einen historischen und wunderschönen Bereich vor. Marbella ist nicht die Stadt der Schönen und Reichen. Zumindest nicht nur. Denn jenseits der etwa ein Dutzend zählenden Golfplätze – etwa 70 sind es an der gesamten Costa del Sol – gibt es auch dieses charmante und äußerst sehenswerte Marbella. Und das ist mehr als nur eine Reise wert!

Weitere Informationen zum Hotel: https://www.amarehotels.com/de/

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 20/06/2018

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