Dem Himmel so nah - Genießeradressen im Vinschgau

Der Vinschgau am Oberlauf der Etsch gehört nicht nur zu den landschaftlich reizvollsten Ecken Südtirols, sondern verwöhnt naturverbundene Aktivurlauber auch mit mehr als 300 Sonnentagen pro Jahr...

Doch auch in Sachen Kulinarik lockt der Vinschgau mit einer Vielzahl unverfälschter regionaler Produkte und zahlreichen Geheimtipps, sowie exzellenten Ferienhotels. Wir haben uns zwei der schönsten einmal näher angeschaut.Nur wenige Kilometer Luftlinie trennen das in blühende Streuobstwiesen eingebettet liegende Beauty- und Wellness Resort Garberhof am Rande des historischen Örtchens Mals und das auf 1540 Meter Höhe unweit des Klosters Marienberg bei Burgeis hoch über dem weiten Tal in spektakulärer Panoramalage gelegene Alpin&Relax Hotel Das Gerstl.

Traditionsverbundenheit, gepaart mit bodenständigem Luxus und doch am Puls der Zeit, so könnte man in wenigen Worten das gastgeberische Credo umreißen, mit dem die beiden familiengeführten Betriebe ihre Gäste verwöhne – persönlich und individuell in modernem Ambiente, aber ohne die Südtiroler Wurzeln zu verleugnen. Nicht umsonst zählen beide 4*-Superior Hotels seit vielen Jahren zu den ersten Adressen der Genießerregion und zahlreiche Stammgäste kommen Jahr für Jahr gerne wieder.

Während Vollblut-Hotelier Klaus Pobitzer vom Ende 2017 komplett runderneuerten Garberhof sich in Personalunion von Sommelier und Barchef vor allem um den hervorragend sortierten Weinkeller und die stylische Lounge Bar 1981 kümmert, liegen Familie Gerstl besonders die traditionellen, unverfälschten Vinschgauer Spezialitätem und damit der Erhalt bäuerlicher Traditionen in der Region am Herzen. Deshalb werden in der Küche des Gerstl im Rahmen der "r30-Dahoam Garantie" auch konsequent Zutaten und Lieferanten aus der unmittelbaren Umgebung bevorzugt. Doch der Reihe nach. 

Wenn Klaus Pobitzer am Abend seinen Posten am Tresen bezieht, ist er in seinem Element. Vor allem Gin hat es dem Chef des Garberhofs angetan und natürlich hat Pobitzer auch schon selbst diverse Drinks auf Basis seiner Lieblingsspirituose, von der rund 50 unterschiedliche Sorten in der Lounge Bar erhältlich sind, kreiert. Besonders stolz ist er auf eine Variante des Klassikers Gin and Tonic, für die er Gin Mare, dem mediterrane Botanicals wie Thymian, Olive und Basilikum sein unverwechselbares Aroma verleihen, mit Fever Tree Mediterranean Tonic Water, Rosmarin und Zitrone kombiniert. Dafür wird das Glas zunächst mit frischem Rosmarin aus dem eigenen Garten und Zitrone ausgeräuchert. Die dabei freigesetzten ätherischen Öle überziehen die Innenseite des Glases dabei mit einem feinen, hocharomatischen Film. Anschließend kommen 4-5 Eiswürfel ins Glas, ein paar Wachholderbeeren, etwas Zitrone und ein frischer Rosmarinzweig, das Ganze dann vorsichtig mit Gin übergießen und mit Tonic auffüllen. Voila! Fertig ist der G&T à la Klaus Pobitzer. Für eine weitere spritzige Variante des Klassikers kombiniert der Barchef dagegen Sanct Amandus Gin von der Privatbrennerei Unterthurner in Marling mit Erasmus Bond Classic Tonic aus Belgien & Himbeeren. "Der schmeckt am besten aus einem schönen Burgunder Glas", erklärt Klaus Pobitzer, "einfach wieder 4-5 Eiswürfel ins Glas geben, eine Orangenscheibe, ein paar Wachholderbeeren, außerdem getrocknete Himbeeren und etwas Rosmarin, dann den Gin dazu und schließlich das Tonicwater". 

Vollblut-Hotelier Klaus Pobitzer.
Vollblut-Hotelier Klaus Pobitzer.



Apropos edle Destillate – nur wenige Hundert Meter vom Hotel entfernt, hat sich vor einigen Jahren Allesandro Secci niedergelassen. Der versierte Brenner konnte in nur wenigen Jahren bereits Dutzende internationaler Auszeichnungen für seine Edelbrände aus heimischem Obst und Trester einheimsen. Gäste des Garberhofs sind jederzeit willkommen der kleinen Brennerei einen Besuch abzustatten. Doch auch Liebhaber hochkarätiger Weine sind im Garberhof an der richtigen Adresse – mehr als 350 Positionen führt die Weinkarte des hauseigenen Gourmetrestaurants Pobitzer. Darunter natürlich auch zahlreiche namhafte Gewächse aus Südtirol, die im begehbaren Weinklimaschrank zu bewundern sind – z.B. die nur in homöopathischen Dosen verfügbare Raritäten vom Weingut Calvenschlössl in Laatsch, wo handwerkliche Tradition und Naturverbundenheit ebenfalls großgeschrieben wird. Hier helfen sogar noch Esel bei der Ernte der Trauben an den steilen, terrassenförmig angelegten Weinbergen! Die nur rund 2.500 pro Jahr produzierten Flaschen des biodynamisch angebauten Spitzenweins sind heißbegehrt, und auch Klaus Pobitzer muss jedes Jahr aufs Neue darum "kämpfen", ein paar Flaschen "Goldboden" oder "Lootscher" zu ergattern. Aber natürlich sind die erlesenen Kreszensen auch exzellente Begleiter der Kreationen von Christian Lechthaler, der bereits seit 1999 im Garberhof den Kochlöffel schwingt. Sein kulinarisches Credo: Essen ist ein Bedürfnis, Genießen eine Kunst. 

Getreu diesem Motto bietet der sympathische Küchenchef seinen Gästen im Rahmen der Verwöhnhalbpension Abend für Abend ein kulinarisches Potpourri in 5-6 Durchgängen auf Basis bester regionaler Zutaten, darunter auch zahlreiche Bioprodukte. Z.B. das Vinschger Paarlbrot, dessen Ursprünge im nahegelegenen Benediktinerkloster Marienberg liegen, wo im 13. Jahrhundert bereits eine Urfassung aus Sauerteig, Kümmel, Brotklee und Fenchel gebacken wurde, der echte Südtiroler Olpkas, den Lechthaler aus Munteschinik oberhalb von Mals bezieht oder traditionellen, herrlich würzigen Speck von der Familie Tondelli in Gomagoi, der nicht nur der beste Südtirols, sondern ganz Italiens sei, wie Klaus Pobitzer sich überzeugt gibt. Authentisch und fest verankert in den kulinarischen Traditionen Südtirols, aber doch gleichzeitig modern und jederzeit offen für internationale Einflüsse, sowie stets gepaart mit einem Touch mediterraner Leichtigkeit entstehen so auf Basis dieses Produktkanons allabendlich erlesene Gaumenschmeichler. Kostprobe gefällig? 

Wie wäre es z.B. mit hausgeräuchertem Lammnüsschen mit lauwarmem Bohnen-Mandelsalat, herzhafter Speckknödelsuppe oder Kakao-Tagliolini mit Käsefonduta aus frischem Almkäse? Dazu genießen Gäste des Restaurants einen spektakulären Panoramablick auf das Ortler Gebirge. Erholung findet man dagegen im hoteleigenen, lichtdurchfluteten Mii:amo Spa und der rundum verglasten Poollandschaft mit Innenbecken sowie beheiztem Infinitypool. Außerdem erwartet Wellnesshungrige hier das mit rund 500 m² größte Hotel-Hamam Italiens. Die rund 40 Zimmer und Suiten, inklusive einiger brandneuer Chalets, schließlich bieten jeden erdenklichen Komfort in schnörkellosem Alpine Chic.

Doch nun zum Gerstl, wo unter dem Motto Konsequent regional und unverfälscht aufgekocht wird. Deshalb hat man in dem zu der Hotelvereinigung Alpine Pearls zählenden Haus unter der Überschrift r30-Dahoam Garantie ein Kulinarik Konzept entwickelt, bei dem alle Speisen bzw. Zutaten auf der Menükarte oder am Buffet gesondert gekennzeichnet werden, die von Produzenten aus nicht mehr als 30 Kilometer Entfernung stammen. So können Gäste Gerichte aus Zutaten 100% Made in Südtirol problemlos auf den ersten Blick erkennen. Darunter natürlich auch frische Fruchtsäfte, Kräutertees oder Destillate aus heimischem Obst und Kräutern, sowie die hervorragenden Weine der Region. 

Im Gerstl: Konsequent regional und unverfälscht.
Im Gerstl: Konsequent regional und unverfälscht.



Gemeinsam mit seinem Küchenteam hält Lukas Gerstl deshalb stets nach den besten Lieferanten der Region Ausschau, zu denen er teilweise auch persönlich gute Beziehungen unterhält. Dabei geht es Gerstl aber nicht nur darum, für seine Gäste die bestmöglichen Produkte zu ergattern. Durch die sorgfältige und bewusste Auswahl, will er auch die Landwirte im Tal beim Erhalt überlieferter handwerklicher Produktionsmethoden unterstützten, die für den Erhalt der Jahrhunderte alten Kulturlandschaft  des Vinschgaus in den Augen des Hoteliers unverzichtbar sind, spiegelt sich die Seele dieses Landstrichs doch nicht zuletzt in den landwirtschaftlichen Produkten der Region, ist Gerstl überzeugt. Durch die kurzen Transportwege wird natürlich außerdem auch die Umwelt geschont. 

Zu den r30-Produkten, die im Restaurant des Gerstl regelmäßig auf der Karte stehen, gehören z.B. Käse von der Hofsennerei "Aft Mult" und von den Almen in der unmittelbaren Umgebung des Hotels, Palabirnenbrot und Apfelbrot von der Traditionsbäckerei Schuster in Laatsch, knackiges Gemüse von der Vinterra Genossenschaft in Laatsch, Honig von der Imkerei Bucher Roland in Taufers im Münstertal und je nach Saison Spargel aus Kastelbell, Erdbeeren aus dem Martelltal oder Marillen aus Laas usw. Zu guter Letzt natürlich Kräuter, Holunder und Minze aus dem hauseigenen Gerstl-Garten. 

Vor allem beim allfreitäglichen Galadinner zeigt das Team um Küchenchef Rafael dann sein ganzes Können – z.B. bei einer Menüfolge rund um den Apfel. Den Auftakt bildet hier dann z.B. ein feinaromatisches Duett von der Latscher Forelle und saftigem Golden Delicious, gefolgt von einem Schaumsüppchen vom Jonagold mit zartbitterem Chicorée und krossem Speckgebäck. Danach ein luftiges Soufflé vom Höfer Almkäse auf Apfelcreme und Kresse aus dem eigenen Garten, bevor ein Rosa gebratenes Rinderzwischenrippenstück unter der Apfelkruste mit cremiger Selleriemoussline, Dauphine Kartoffeln und Apfel-Balsamico Jus den Höhepunkt der Menüfolge markiert und sich nach einer Dessertvariation rund um das Thema Apfel, sowie einer lokalen Käseauswahl mit hausgemachten Chutneys der Spannungsbogen zu schließen beginn, bevor hausgemachte Pralinen den kulinarischen Reigen schließlich stilvoll beenden.

Das Gerstl: Ausblick auf die Schönheit Südtirols
Das Gerstl: Ausblick auf die Schönheit Südtirols



Doch die "Dahoam-Garantie" macht im Gerstl nicht an der Küchentüre halt, sie gilt auch für die im Sesvenna Spa angebotenen Wellnessbehandlungen. So können Gäste dort u.a. ein Apfel-Marmor-Peeling wählen, für das Vinschgauer-Äpfel und ätherische Öle vom Kräuterschlössl in Goldrain verarbeitet werden, oder die Vinschger Schafswoll-Packung, für die Bauern aus der Umgebung von Mals den wertvollen Rohstoff zuliefern. Außerdem gibt es eine hoteleigene, zu 100% natürliche r30-Kosmetiklinie auf Basis einheimischer Bergkräuter, Mineralien und Vinschgauer Quellwasser. Gäste wohnen in rund 50 großzügigen Zimmern und Suiten mit Naturholzböden inklusive Loggien bzw. Terrassen, von denen man einen herrlichen Blick über das Vinschgau genießt. Attraktive Ski-, Wander- und Mountainbikepisten am Watels liegen nur wenige Minuten vom Hotel entfernt.

Weitere Infos: www.garberhof.com und www.dasgerstl.com

 

Impressionen:

 

Fotos: Ediundsepp Gestaltungsgesellschaft MBH, München / Helmuth Rier / Petra Hoeglmeier

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Zuletzt bearbeitet am 16/04/2018

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Autor

Thomas Hauer

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