"Some like it hot…" – Kulinarischer Roadtrip durch Jamaikas Küchen – Teil 2

Im zweiten Teil seiner Jamaika-Reportage berichtet Kulinariker Autor Thomas Hauer vom schwarzen Gold aus Jamaikas Blauen Bergen, gibt Tipps für lohnende Unterkünfte und verrät nützliche Adressen.

Blue Mountain Kaffee

Die in unseren Breiten vielleicht bekannteste Spezialität Jamaikas stammt aus den Blauen Bergen im Osten der schillernden Karibikinsel - echter Jamaica Blue Mountain Kaffee. Unter Liebhabern gilt er dank seines subtilen, besonders ausgewogenen und leicht süßlichen Aromas als einer der besten - und teuersten - der Welt. So belastet ein Pfund der begehrten Bohnen das Budget mit bis zu 100 Euro. Deutlich billiger ist das schwarze Gold allenfalls auf einer der wenigen Kaffeeplantagen mit Direktverkauf. Z.B. dem Craighton Estate bei Irish Town, wo für ein Pfund "nur" etwa 40 US Dollar fällig werden. Bei der rund einstündigen Führung durch die Kaffeeplantage wird Besuchern allerdings schnell klar, warum der Blue Mountain so teuer ist, denn alles muss in den steilen Hanglangen in aufwendiger Handarbeit erledigt werden.

Die Blue Mountain Range ist aber auch ein beliebtes Hiking-Revier. Frühaufsteher können auf dem Blue Mountain Peak, mit 2256 Metern Höhe höchste Erhebung der Insel, einen spektakulären Sonnenaufgang erleben. Entlang der halsbrecherischen Straßen, die sich an den teilweise fast senkrecht abfallenden Bergflanken entlang winden, gibt es aber auch viele kleine Cafés und Restaurants. Dort wird, neben frisch aufgebrühtem Blue Montain Kaffee, oft Biogemüse und Salat aus dem eigenen Garten serviert.

Und die Chancen stehen gut, dass das in einem ausrangierten Ölfass knusprig gegrillte Hähnchen am Vortag noch quicklebendig durch die umliegenden Gärten spaziert ist. So z.B. im ETIS Café oder dem Café Blue. Von der offenen Terrasse genießen Gäste hier den spektakulären Blick über die mit tropischem Regenwald bewachsenen Berghänge. Nur Moskitospray sollte man besser nicht vergessen, sonst mutiert man bald selbst zum exotischen Leckerbissen tausender Stechmücken.

Dicht bewachsene Hänge, schwierige Arbeitsbedingungen für die Kaffeepflanzer.
Dicht bewachsene Hänge, schwierige Arbeitsbedingungen für die Kaffeepflanzer.

 

Auf dem Rückweg nach Kingston lohnt ein kurzer Stopp in den Foothills bei Robin und Michel Lumsden, die unter dem Label Belcour Preserves einige der besten Marmeladen, aber auch Jerk-Saucen der Insel produzieren. Unverzichtbares Beiwerk eines echt jamaikanischen BBQ. Wer mag, kann auf der Veranda ihres in einen hübschen Park eingebetteten Herrenhauses eine klassisch britische Tea-Time mit allerlei Selbstgebackenem genießen, denn Robin ist auch eine hervorragende Köchin und hat eines der wenigen Kochbücher über die Insel-Küche verfasst. Zurück in der Stadt sollte man als Musik-Fan den Besuch des Bob Marley Museums nicht versäumen, aber auch eine Tour durch Trenchtown, wo Marley und zahlreiche andere Reggae Legenden aufgewachsen sind, sollte eingeplant werden.

Wundern sie sich dabei nicht, wenn ihr Guide sich erst mal einen selbstgedrehten Spliff ansteckt bevor es losgeht. Das gehört dazu. Bei der Tour wird Gästen aber auch schnell bewusst, dass ein großer Teil der jamaikanischen Bevölkerung bis heute in tiefer Armut lebt – mit ein Grund für die ausufernde Gewaltkriminalität, die auch in Europa immer wieder Schlagzeilen macht, von der Touristen in aller Regel aber nicht betroffen sind. Meist handelt es sich um blutige Rivalitäten konkurrierender Gangs.

Boutique Chic und High End Resorts

Die Auswahl an Unterkünften ist ebenso bunt wie die Insel selbst. Neben zahlreichen Boutique Hotels, die sich hauptsächlich in den Blue Mountains und um Port Antonio im Südosten der Insel konzentrieren - drei der schönsten sind das Strawberry Hill mitten im Kaffeeanbaugebiet, Kanopi House oberhalb der durch den gleichnamigen Film bekannt gewordenen Blauen Lagune, in der einst Brooke Shields die Hülklen fallen ließ, oder das in den grünen Vorbergen gelegene Eco Hotel Mockingbird Hill - liegen die Touristenhochburgen Jamaikas vor allem rund um Montego Bay, Negril und Ocho Rios. Dominiert wird das Hotelangebot dort von hochklassigen All-In-Hotels, gelten Jamaikas Hoteliers doch als Erfinder dieser Urlaubsform.

Das schwarze Gold Jamaikas - noch an der Pflanze.
Das schwarze Gold Jamaikas - noch an der Pflanze.

 

Tatsächlich bewegen sich die meisten dieser luxuriösen Resorts auf dem Niveau internationaler 5-Sterne-Hotels. Platzhirsch mit sechs Weltklasse Couples Only-Resorts alleine auf Jamaika ist Karibikspezialist Sandals. Und so gehört dort auch Resort-Hopping fest mit zum Angebot. D.h. Gäste verbringen z. B. direkt nach der Ankunft ein paar Nächte in einer Butler Suite im romantischen Sandals Royal Carribean bei Montego Bay (das oben erwähnte Scotchie´s liegt nur einen Steinwurf weit entfernt), dann wechselt man an die endlosen, weißen Traumstrände von Negril.

Aber auch kulinarisch setzt das Angebot der Sandals Gruppe international Maßstäbe. So hat man in den meisten Resorts die Wahl zwischen 8 und mehr Restaurants. Das Eleanor´s im Sandals Royal Carribean z.B. bietet pankaribische Spezialitäten auf Topniveau. Neben lokalen Gaumenschmeichlern wie Crab Cakes, geräuchertem Marlin oder Pepper Pot Soup stehen hier u.a. gegrillte Porkchops mit Bitterorangen und Koriander-Jus aus Kuba, Chicken Roti St. Lucia Style mit Kürbis und Mango Chutney oder würziges Lammcurry mit Bananen Sambal aus Trinidad auf der Karte.

Aber auch Ackee n´Saltfisch, Blue Mountain Kaffee oder hausgemachtes Jerk Chicken gehören bei Sandals zum Standard. Daneben verfügt das Royal Carribean seit kurzem über die ersten Over Water Villas der Karibik. Wer in eines dieser Ultraluxus-Refugien mit Butler und Infinity-Pool einziehen will, braucht neben dem nötigen Kleingeld Geld aber vor allem Geduld – sie sind bis 2019 (!) ausgebucht. Komplett.

Allgemeine Tipps rund um einen Jamaika-Trip:
www.visitjamaica.com

Food Tipps:
ETIS Cafe & Bar – www.17milepost.com/eits-cafe 
Café Blue – www.jamaicacafeblue.com 
UCC Craighton Coffee Estate – Nur mit Voranmeld., Tel. (+1876) 929-8490
Belcour Estate – www.belcourpreserves.com, für Tea Time Buchungen Tel. (+1876) 383-8942

Anschauen:
Bob Marley Museum Kingston - www.bobmarleymuseum.com 
Walking Tour durch Trenchtown - www.trenchtowncultureyard.com

Hotel-Tipps:
Sandals Royal Carribean und Sandals Negril – www.sandals.de
Kanopi House - www.kanopihouse.com
Mocking Bird Hill - www.hotelmockingbirdhill.com

 

Impressionen:

 

Fotos: Thomas Hauer, Jamaica Tourist Bord

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Zuletzt bearbeitet am 09/09/2017

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Autor

Thomas Hauer

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