Kampf der Sterne

Wenn in der Gastro-Szene kollektiv von "Schande", "Verrat" und "Geldgier" die Rede ist, sind Werbungen für Industrienahrung mit Koch-Konterfei meist nicht fern.

Zu sehen sind in solchen Fällen dann TV- und/oder Sterneköche, die ihren teils guten Namen für Produkte mit Nahtoterfahrung zu Markte tragen. Na und? "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!" hat Bertold Brecht einst plakativ einer Bourgeoisie entgegen geschleudert, die aus der Position materieller Wohlsituiertheit heraus Moral predigen wollte.

Kaum anders verhält es sich mit all den moralinsauren Kommentaren, die "Kochethik" einfordern, Konsumententäuschung attestieren und uns Verbraucher unentrinnbar in den Fängen der Industrie-Mafia sehen. Fakt ist: Wer glaubt, ein Stern allein sei schon Garant für pekuniären Reichtum eines Koches, der verkennt die Marktrealität.

Viele Spitzenrestaurants sind Grenzanbieter, die Monat für Monat ums Überleben kämpfen, denen ein Umsatzrückgang von wenigen Prozent final das Genick bricht. Um einige ist es nicht schade, um viele schon. Wenn wir die Quersubventionierung durch Kochbücher, TV-Einsätze, Produktwerbung oder Menüs für Bahn und Airlines als ebensolche betrachten, wird schon einiges an Emotionsluft abgelassen.

Wann eigentlich kommt zur Hüttengaudi der echte KULINARIKER-Burger?

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Zuletzt bearbeitet am 19/08/2016

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Kulinariker

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