DER KULINARIKER trifft: Jose Miguel Escobar M. (Patrón Spirits)

Seit etwa einem Jahr gehört Tequila Patrón zum Unternehmen Bacardi. Eine stolze Summe von über fünf Milliarden Dollar wurde für den Kauf final transferiert!

Um das Produkt weiter zu promoten, kam jüngst Jose Miguel Escobar M. nach Dublin um sich im Rahmen einer Veranstaltung - zusammen mit anderen Verantwortlichen verschiedener Bacardi-Produkte – mit dem KULINARIKER zu treffen und über Qualität und Marktpräsenz von Tequila Patrón zu berichten. DER KULINARIKER im Gespräch...

KULINARIKER: Eine weite Anreise zu diesem Event... von wo genau kommst Du her?

Jose Miguel Escobar M.: Ja, die Anreise aus Mexiko ist schon nicht kurz. Ich komme aus Guadalajara, der Hauptstadt des westmexikanischen Bundesstaats Jalisco, bekannt für Tequila und Mariachi-Musik und etwa 1,5 Stunden von unserer Hacienda Atotonilco entfernt.

Du bist sehr in den Produktionsprozess von Tequila Patrón eingebunden. Was wollt ihr tun, um das Produkt auf dem deutschen Markt populärer zu machen?

Ja, das ist natürlich nicht ganz einfach. Für uns ist beispielsweise der US-Markt wesentlich einfacher einzuschätzen – und dort wachsen wir auch stetig. Der Markt ist an das Produkt gewöhnt – und das mit diversen Produkten aus Mexiko in den verschiedensten Qualitäten. Für uns ist es wichtig, ein sehr hochwertiges Produkt abzuliefern. Wir nennen es: super premium tequila. Und natürlich: unser Produkt entsteht aus der blauen Weber-Agave.

Wodurch zeichnet sich diese Agave aus?

Es ist eine sehr genügsame Pflanze, die im Hochland von Mexiko zwischen 900 und 2500 Metern wächst. Das Wachstum nach dem Setzen dauert zwischen sechs und zehn Jahren, die Pflanzen erreichen dabei eine Höhe von bis zu zwei Metern.

Jose Miguel Escobar M.: Unser Tequila ist aus der blauen Weber-Agave und entsteht in einem langsamen Prozess des Kochens!
Jose Miguel Escobar M.: Unser Tequila ist aus der blauen Weber-Agave und entsteht in einem langsamen Prozess des Kochens!

 

Und das ist der einzige Bestandteil des Tequila Patrón?

Es gibt viele Hersteller, die nur einen Teil der Agave, vielleicht 51 Prozent, nutzen. Wir bei Patrón stehen für 100 Prozent Tequila!

Wie sieht es mit der Ernte der Pflanze aus? Wie findet die statt?

Die Ernte der Pflanzen kann das ganze Jahr über erfolgen. Wichtig ist nur, dass die Setzlinge bei der Pflanzung im April in den Boden kommen, also kurz vor der Regenzeit. Denn die Pflanzen sind zwar sehr genügsam, aber das erste Wachstum wird durch die Zugabe von Wasser extrem beeinflusst.

Wie alt können die Pflanzen werden?

In der Regel erfolgt die erste Ernte nach etwa sieben Jahren. Und natürlich überprüfen wir permanent die Böden. Die Lebensdauer hängt stark von den Umweltbedingungen und der Pflege ab.

Und der eigentliche cooking process des Tequila, wie lange dauert der, um den Tequila zu kochen und um ihn dann – zumindest partiell – im Fass zu "altern"?

Der gesamte Prozess dauert in etwa drei Tage. Für alle Tequila von uns ist dieser Prozess des langsamen Kochens gleich. Und wie gesagt: abgesehen vom "Silver" erfolgt dann für einen Teil der Produktion noch die Fasslagerung...

Welche Bedingungen müssen eingehalten werden, bevor das Produkt final auf den Markt kommt?

Nun, die hier vor uns stehenden Produkte unterscheiden sich, das ist leicht zu erkennen, farblich voneinander. Die dunklere Farbe des Reposado und die nochmals dunklere des Añejo sind Resultat des Aging-Prozesses. Der Silver ist hingegen komplett klar. Der Reposado ist laut gesetzlicher Vorgabe wenigsten vier Monate im Fass, wir spendieren dem Destillat aber etwas mehr. Es sind stets fünf Monate, die der Reposado reift.

Wie sieht es da mit dem dunkleren Tequila, dem Patron aus?

Auch da gilt das mexikanische Gesetz, dass uns bei diesem Produkt eine zwölfmonatige Reifung auferlegt. Da wir uns aber abheben wollen und das bestmögliche Produkt generieren wollen, Erfolgt die Fasslagerung verlängert: 14 Monate sind es bei diesem Produkt.

Die drei Tequilas von Patrón: Siver, Reposado, Añejo.
Die drei Tequilas von Patrón: Siver, Reposado, Añejo.

 

Was für Fässer werden dafür genutzt?

Wir sind auf der Suche nach einmal genutzten Fässern aus den USA. Dabei ist für uns das Holz, nicht der Lieferant, das entscheidende. Für den Añejo zum Beispiel, brauchen wir zwei verschiedene Fässer: einmal Fässer aus französischer Eiche und ebenfalls Fässer aus ungarischer Eiche. Die Fruchtnoten und die Holz-Anteile ähneln sich sehr.

Kannst Du uns sagen, mit wie vielen Fässern ihr arbeitet?

Insgesamt haben wir im Unternehmen ca. 15.000 Fässer mit jeweils 225 Litern Fassungsvermögen. Durch die verschiedenen Hölzer ergeben sich natürlich auch verschiedene Geschmäcker; aber eben so entsteht unser Tequila.

Gibt es auch einen Tequila der wesentlich älter ist als beispielweise der Añejo?

Ja, den gibt es schon. Wir haben gerade einen zehn Jahre alten Tequila – übrigens auch ein Blend aus Tequilas aus verschiedenen Fässern. Vor diesem zehn Jahre alten Produkt, gab es schon Releases von fünf und sieben Jahre alten Tequilas. Aber diese wurden jeweils nur in geringen Mengen produziert.

Nur um eine Idee von der verarbeiteten Menge zu haben: Wie viel Tonnen werden geerntet?

Nun, es hört sich schon gewaltig an; aber es sind gut 100.000 Tonnen. Und natürlich werden die Agaven geschnitten und in die nötige Form gebracht. Im Endeffekt brauchen wir nur das Innere der Pflanze… und dann wird es auf der Hazienda verarbeitet und wird dann unser Tequila.

Zum Beispiel der "Silver"...

Zum Beispiel. Das ist tatsächlich schon mein Lieblings-Tequila – er hat leichte Citrus-Noten, ein wenig Karamell – ist nicht zu scharf, zeigt vielleicht leichte Pflaumen-Aromen und ist dabei dennoch sehr sanft. Natürlich: es gibt Leute, die empfinden diesen Tequila schon als zu stark...

In Dublin kamen Vertreter verschiedener Brands von Bacardi zusammen...
In Dublin kamen Vertreter verschiedener Brands von Bacardi zusammen...

 

Es ist eben Tequila und keine Milch...

(lacht) Korrekt! Viele kennen Tequila letztendlich aus einem Margherita – entsprechend ist er pur nicht jedermanns Sache… Der Reposado hat nach den fünf Monaten im Fass einen spürbaren Vanille-Geschmack, ist etwas schärfer. Der Añejo ist ein Blend, ist fruchtig, süßer, sehr sanft. Und natürlich gibt es die chartakteristischen Citrus-Aromen...

Ich vermute mal, der wichtigste Markt für Patrón liegt zunächst im eigenen Land, also in Mexiko?

Natürlich ist der heimische Markt enorm wichtig. Aber als erster ausländischer Markt ist für uns die USA am wichtigsten. Natürlich ist der Weg als Nachbarland kurz, aber es liegt auch daran, dass viele Mexikaner in den USA leben und eben unsere klassische Käuferschicht sind. Aber natürlich nicht nur. In den USA wird ohnehin viel Tequila getrunken. Aber was wir merken: Unsere Kunden werden sensibler bezüglich der Produktionsprozesse, der Inhaltsstoffe – sie fragen mehr und mehr nach, sind interessierter...

Aber der Export erfolgt auch in viele andere Länder...

Unbedingt. Mittlerweile exportieren wir in ca. 100 Länder. Und natürlich alle verschiedenen "Qualitäten" unseres Tequila!

Danke für das Gespräch, Jose Miguel!

 

Weitere Informationen unter: https://www.patronspirits.com

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 27/09/2019

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