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Zauber der Vergänglichkeit – Verlassene Villen, Paläste, Hotels und Anwesen

Gebaut für die Ewigkeit. Errichtet, um zu beeindrucken. Konstruiert mit Stil und Erhabenheit: Doch diese Kaiserpaläste und Adelshäuser, Luxushotels und Stadtvillen konnten im Lauf der Lauf der Geschichte nicht bestehen. Eine faszinierende Fotoreise...

"Urban Exploring", die Suche nach völlig vergessenen, versteckten und verlassen Plätzen hat in den letzten Jahren besonders unter Fotografen und Filmern zunehmende Beliebtheit. Zu den Motiven der verlassenen Plätze, deren Betreten meist streng verboten ist, gehören stillgelegte Kanalisation oder U-Bahntunnel, Katakomben oder Militäranlagen. Spannung, Nervenkitzel, jede Menge Stoff für Phantasie und Geschichtsforschung.

"Eine palastartige Ruine hat etwas Ergreifendes, ob sie einst tatsächlich ein Palast, ein repräsentatives Hotel oder ein Stadthaus war", sagt Autor Michael Kerrigan in der Einführung zu diesem morbide-schönen, aufwühlenden Buch.

Das Schloss Pidhirzi, Pidhirzi, Lwiw in der Ukraine. Ein Heeresführer und königlicher Berater erbaute es in den 1630er Jahren. Es überstand Kriege, Plünderungen und Feuer, wurde gar als Sanatorium genutzt. Es ist im Besitz des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine, jedoch fehlt für die Restaurierung das Geld. ©shutterstock
Das Schloss Pidhirzi, Pidhirzi, Lwiw in der Ukraine. Ein Heeresführer und königlicher Berater erbaute es in den 1630er Jahren. Es überstand Kriege, Plünderungen und Feuer, wurde gar als Sanatorium genutzt. Es ist im Besitz des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine, jedoch fehlt für die Restaurierung das Geld. ©shutterstock

 

Seite um Seite erliegt man der Faszination dieser alten Gemäuer. Staunt, gruselt sich oder träumt sich hinein in die Zeit, als es noch bewohnt, noch in Betrieb war. Wie mögen die Menschen in ihnen gelebt haben. Haben hier Kinder gespielt und gelacht? Wurden opulente Feste gefeiert? Warum haben sie diese prachtvollen Gebäude verlassen? Man hofft sogar, dass das eine oder andere Gebäude möglicherweise wiederhergerichtet werden kann – um dann seine besondere Geschichte weiter erzählen zu können.

Für den polnischen Palast Sobanski, Guzów, Mazovia sieht es sogar gut aus. Das schlossähnliche Herrenhaus und Anwesen im französischen Stil aus der Mitte des 19ten Jahrhunderts befand sich im Zweiten Weltkrieg in der Frontlinie. Danach verfiel es in der kommunistischen Ära. Die adlige Familie Sobanski erhielt es jedoch zurück und das Gerüst steht schon.

Ein verlassenes Kurzentrum und Spa in Kunerad, Uilina, Slowakei. Das Land kann sich 1300 offizieller Mineralquellen rühmen. ©dreamstime
Ein verlassenes Kurzentrum und Spa in Kunerad, Uilina, Slowakei. Das Land kann sich 1300 offizieller Mineralquellen rühmen. ©dreamstime

 

Schuld an dem Verfall waren politische Umwälzungen, wirtschaftliche Abschwünge, Grenzverschiebungen, natürliche und menschengemachte Katastrophen oder eine sich ändernde Mode in der Architektur. Eine Form der Rettung sind bislang die Fotos. Autor Michael Kerrigan hat rund 170 faszinierende Fotos dieser Ruinen auf der ganzen Welt zusammengetragen, ihren Geschichten nachgespürt. Bauwerke würden sich von Beginn an unterscheiden, sagt der er. Gebäude, die einen höheren Status hatten, verfielen nicht so schnell wie bescheidene Häuser, Fabriken oder Büroblocks. Magie der Architektur.

Ein Bildband über den erhabenen Glanz, den die verlassenen und ruinösen Paläste immer noch versprühen. Es zeigt auf 240 Seiten rund 170 Abbildungen, aufgeteilt ist er in fünf Regionen: Die Amerikas und die Karibik, West- und Osteuropa, Afrika und der nahe Osten sowie Asien und Pazifik. Die Bildunterschriften stellen die Gebäude vor, ihre Erbauer, und erzählen ein Stück ihrer Geschichte.

Der Präsidentenpalast von Réne Préval in Port au Prince auf Haiti nach dem verheerenden Erdbeben 2010. Er scheint
Der Präsidentenpalast von Réne Préval in Port au Prince auf Haiti nach dem verheerenden Erdbeben 2010. Er scheint "wie ein passendes Sinnbild für ein ganzes, in die Knie gegangenes Land", so der Buchautor. Der Präsident überlebte, der Palast wurde noch nicht wiederaufgebaut. ©iStock

 

Der Autor:
Michael Kerrigan ist Autor zahlreicher Bücher u.a. zu den Themen Lost Places
und 2. Weltkrieg. Er lebt in Edinburgh, Schottland.

Informationen:

Zauber der Vergänglichkeit
Verlassene Villen, Paläste, Hotels und Anwesen
Michael Kerrigan
224 Seiten
ca. 170 Abbildungen
Gebunden, Hardcover
Format 22,5 x 27,1
29,99 €
ISBN 978-3-954-16-3-2-7-4
Frederking & Thaler Verlag September 2020

Fotos: ©shutterstock, ©dreamstime, © iStock / Coverfoto zeigt die Beelitzer Heilstätten Berlin, © iStock_Hristo Uzunov-Shutterstock_Verlagsfoto

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Autor

Uta Petersen