Das GUDLAK in Glücksburg und das Glück

Glücksburg ist Deutschlands nördlichste Stadt, ihr Name scheint Programm. In bester Lage am Strand der Flensburger Förde thront das im Sommer neu eröffnete, renovierte INTERMAR Hotel & Apartments mit "Glück-in-Sicht-Lodges". Im Restaurant "Gudlak" und im "Glückselig" kocht im Sinne des Glücks der junge Phillip Böttner.

Ein Leben am Fjord, mit Blick auf die dänische Südküste und ihren vorgelagerten Ochseninseln, fruchtbares Hinterland mit idyllischen Dörfern, kleinen, jahrhundertealten Feldsteinkirchen. Berühmt und bekannt sind das Glücksburger Wasserschloss von 1587 und die neuzeitliche Fördelandtherme – das war’s eigentlich schon. Ortszentrum scheint wohl weniger der geografische Ortskern mit Apotheke, Supermarkt und Postamt als mittlerweile vielmehr der Platz um die Seebrücke herum, der von Hotels und Restaurants eingerahmt wird.

Abreißen oder schönstmöglich herrichten?

Das mag eine der Fragen für den Investor gewesen sein, als er das Hotel-Projekt anging. Mit der Neueröffnung des "Hotels Intermar & Apartments" (dazu gehören die "Glück-in Sicht-Lodges") diesen Sommer ist der Bau von 1974 trotz umstrittener, akribischer Renovierung noch immer keine Augenweide, dafür aber sein Innenleben umso mehr.

Eines der elegant-behaglichen Studios plus im Hotel Intermar & Apartments Glücksburg.
Eines der elegant-behaglichen Studios plus im Hotel Intermar & Apartments Glücksburg.

 

90 Wohneinheiten, Zimmer, Suiten und Apartments mit Loftcharakter sind im feinen, unkomplizierten wie stimmigen Ton von Sand-, Strand-, Watt-, Meer- und Himmelsfarben gehalten. Sehr geräumig, funktional-ästhetisches Mobiliar. Absolute Ruhe für die Ohren, vor den Augen die Förde mit dem munteren Schiffsverkehr – zur Landseite ist es die bewaldete Anhöhe. Alle mit hochmoderner Pantry, stilvoll bestückt mit formidabler Kochausrüstung.

Das Penthouse misst stolze 200 qm, Essbereich, zwei Schlafzimmer, ein En Suite Bad und eine eigene Sauna. Ab 455 Euro pro Nacht kann man sich dort ausbreiten, gern auch mit Kindern, Investor Christoph Koeppen und seine Frau Yvonne haben selbst vier Kinder. Weite, lange und helle Flure, der Teppich sieht nicht nur so aus wie der weiße Badestrand vor der Tür, sondern er fühlt sich unter den Füssen auch so an.

Umweltschutz selbstverständlich!

Auf dem Dach des Hotels befinden sich die Wasserfilteranlagen, wenige Kilometer entfern die Solarfelder, deren Strom immer mehr zum Einsatz kommen soll.
Umweltbewusstsein auch bei den Lodges "Glück in Sicht", denn Christoph Koeppen ist "von Haus aus" in der Solarenergie tätig. Die Holzhäuser von 50 bis 210 qm verteilen sich oberhalb der Schwennau-Mündung auf dem etwa drei Hektar großen Waldgrundstück, dessen Baumbestand er unbedingt erhalten wollte. Das Interieur ist in hellen Farben gehalten und skandinavisch geprägt.

Gudlak und Glückseligkeit

Im "Gudlak" ist ein 17-Köche-plus-2-Bäcker starkes Team am Werk, Chef Philipp Böttner arbeitet ideenreich und bemerkenswert schmackhaft mit vielen frischen Ingredienzien aus Schleswig-Holstein, sein leicht asiatischer Touch ist gewollt. Darum ist ein Anziehungspunkt für Feinschmecker die exzellente Sushikarte – allein schon mit ihr kann er sich einer treuen Gästeschaft sicher sein. Die Menüs haben ebenfalls schon ihre Fans.

Heilbutt und Iberico...
Heilbutt und Iberico...

 

Für ein klassisches Menü empfiehlt der Chef mir seine Waldpilzconsommé mit einem kräftigen Pilzdashi, sautierten Waldpilzen, einem versteckten Eigelb, dem Onsen Ei (Die Eier kommen vom Biohof Himmershoi, der Erzeuger Lukas Heinz schiebt seine glücklichen Hühner im Hühnerwagen stets an die sattgrünen Futterstellen), Parmesanschaum und Trüffelöl. Dazu Brotscheiben aus der Hausbäckerei. Mit einem "Royal Oporto White" aus dem portugiesischen Duoro wird man von Restaurantchef Julian Haug ausgezeichnet beraten – die Weinkarte des "Gudlak" ist klein aber oho, wenige, mit kenntnisreicher Sorgfalt ausgewählte Positionen.

Eine zweite Vorspeise aus dem interessanten Angebot muss sein, sie sind zu köstlich: Handgemachte Ravioli gefüllt mit Kalbshaxe*, Salbei-Butterschaum, Petersilienwurzel und gehobelter Birne. Diese feine Kollektion wird perfekt ergänzt von einem korsischen "Domaine de Torracia 2018".

Es braucht eine kleine Pause, um sich auf den Schwarzen Heilbutt einzustimmen. Ebenfalls nicht nur als optischer Genuss serviert, mit einem stattlichen Stück gegrillter Iberico Backe, einer 5-Elemente-Sauce und grünen und weißen Bohnen. Auch hier ist die Weinbegleitung treffsicher: ein Dreissigacker Riesling 2018 Rheinhessen.

Unendlich zart mit knuspriger Haut die Markeruper Entenbrust im Hauptgericht! Sie harmoniert grandios mit Zitrusjus, Kürbis süß-sauer, Kürbiskernen und Kürbiskernöl – begleitet von Kefir und gebratenem Reis – dazu ein roter "Ursprung Markus Schneider 2017. Mit diesem Wein, (Cuvee aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Portugieser) begann für den Winzer aus der Pfalz der Erfolgsweg.

Den Genuss von Zweierlei vom Rind muss leider auf einen anderen Tag verschoben werden, zu mächtig ist dieser Gang: Rinderfilet, Short Rib, Black BBQ Sauce, Geröstete Wurzelknolle, Wilder Brokkoli, Buchenpilz und Süßkartoffel. Die Weinempfehlung hierfür ist ein "Rioja Marqués de Cáceres Gran Reserva, 2011", die teuerste Position auf der Weinkarte.

Philipp Böttners Schokolade: mit Kumquat, Joghurt, Granola und Shiso.
Philipp Böttners Schokolade: mit Kumquat, Joghurt, Granola und Shiso.

 

Süßspeisen sind Philipp Böttner ebenso ungemein wichtig. Sein Signature-Dessert ist die "Süße Karotte": ein Karottensorbet von eingelegter Karotte und Ingwer, gekrönt von einem Baiser. Selbstredend kommt auch hier der passende Wein zum Zuge: ein "Kracher Trockenbeere Auslese" aus Österreich.

Die Plätze sind bis auf den letzten erlaubten Platz besetzt – jeden Abend! Durchsichtige, hohe Trennwände machen den Genuss möglich. Das "Gudlak" ist neuer, kulinarischer Meeting Point von Glücksburg (knapp 6500 Einwohner) auf der Halbinsel Angeln, viele kommen von deutlich weiter her. Doch auch für die Traditionalisten unter den Gästen hat der erst 30-jährige Chef ein Herz und hält "Gud Klop"/Königsberger Klopse oder echtes Wiener Schnitzel bereit.

Das "Glückselig"-Strandrestaurant mit riesengroßer Terrasse ist 10 Gehminuten entfernt, entlang der Strandpromenade, dem "Förde-Boulevard Glücksburg". Dort kommen feine schnelle Gerichte wie die Spezialität "Gyozaz"/ japanische Teigtaschen, "Wildkräutersuppe" und "Lila Süsskartoffel mit Quinoa, Hagebutte, schwarzer Wanuß und Petersilienespuma" oder auch verschiedene Seafoodgerichte mit mediterranem Touch auf die Teller – die Pasta ist selbstverständlich selbstgemacht.

Fisch bezieht der Chef von der Initiative "Deutsche See"/Ike Time Fische – das ist ein Qualitätslabel für Frische und für nachhaltig zertifizierte Fischerei.

An der blauen Förde mit Ostseearoma ist den meisten danach, auch Krabben zu essen – der Preis ist derzeit jedoch exorbitant hoch: 36 Euro für das Kilo. Möglicherweise kann in der kommenden kulinarischen Wintersaison unter Pandemiebedingungen im Strandkorb serviert werden – zwei Strandkörbe einander gegenüber mit Abdeckung. Gemütlich!

Das Management Team Julian Haug, Merle Kuhlmann und Philipp Böttner.
Das Management Team Julian Haug, Merle Kuhlmann und Philipp Böttner.

 

Zu Küchenchef Philipp Böttner:
Phillip Böttner kann auf viele maßgebliche Stationen zurückblicken. Alles begann im Landgasthof Neukrug in Maasbüll bei Frank Kolodzey. Danach ging es nach Königstein im Taunus, in die Villa Rothschild Kempinski. In dem mit zwei Michelin Sternen ausgezeichneten Gourmetrestaurant kochte er für Christoph Rainer und später Christian Eckhardt. Unter anderem war er mit der MS Europa 2 und MS Bremen auf den Weltmeeren unterwegs. In der Schweiz kochte er bei Martin Bieri im Sternerestaurant des Hotels Seehof und im Grandhotel Belvedere Steigenberger. Eine weitere Station war Hamburg mit dem Lifestyle Renaissance Hamburg Hotel und dem AU QUAI bei Timo Müller. In dem Investor Christoph Koeppen findet er einen naturverbundenen, umweltbewussten und fortschrittlichen Vorgesetzten. Seit April 2019 ist er Teil der "Glück in Sicht"-Familie, in naher Zukunft soll ein weiteres, fisch-orientiertes Restaurant im Yachthafen von Glücksburg eröffnet werden: Das "Quellental"!

Infos unter: Intermar Hotel & Apartments Glücksburg, www.intermar-apartmens.de 

Glück in Sicht Ostsee Lodges, www.glueck-in-sicht.de 

Lieferanten/Produzenten:
*Fleisch/ Dry aged Beef stammt von Rindern aus Schleswig-Holstein sowie von DELTA Hamburg, www.delta-hamburg.de 
und Chefs Culinar Kiel, www.chefsculinar.de 

Deutsche See/Ike Jime Fische, www.deutschesee.de 

Eier/Biohof Himmershoi
www.lebendiges-land.de/tierhaltung/steckbrief-biohof-himmershoi.html 

Kartoffeln Biohof Svensteen, Peer Gabriel,
http://biohof-svensteen.de

Fotos: Intermar Holding

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Zuletzt bearbeitet am 27/10/2020

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Autor

Uta Petersen

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