Gärten der Inseln – Die Grünen Paradiese Englands

Mehr als 6000 kleine Inseln umgeben Großbritannien und Irland, davon sind 100 gar nicht bewohnt!

Dort wo Menschen leben, gibt es Gärten: Leuchtturm-Gärten, mediterrane Oasen und windumtoste Gärten mit knorrigen Bäume, Parkanlagen um bedeutsame Schlösser und Klöster und mit Skulpturen, Küchengärten: Gartenliebhaber aus der ganzen Welt machen sich auf, die dortigen Gartenschönheiten zu bewundern – ein beglückendes Buch zum Eintauchen, um sich "Dorthin zu träumen"!

Orkney Islands Archipel

Im Norden auf dem "Orkney Islands Archipel", auf denen man von überall aus Seeblick hat, stellt der raue Wind die unverdrossenen, wagemutigen Gärtner vor extreme Herausforderungen. Dort gedeihen in den Naturreservaten Pflanzen, die es an keinem anderen Ort auf der Welt gibt. Eine Pracht sind dann neben den bedeutenden und sehr aufregenden neolithischen Ausgrabungsstätten die liebevoll angelegten Gärten wie "The Quoy of Houton" oder "Kierfiold House" auf Mainland, "Fiddlers Green" auf South Ronaldsay.

Die Inneren Hebriden

Die Inneren Hebriden im schottischen Nordwesten weht wieder ein ganz anderer Wind. Kühle Sommer wie milde Winter erfordern eine ganz andere Gartenkultur, die hier vielfach von Clans gestaltet wurden und werden. Mull sei die Schönste, zumindest in vielen Gedichten – dort breitet sich auf den Felsen Ginster und wilder Rhododendron aus, im "Lip Na Cloiche" versucht man, dem eine Richtung zu geben, Farne und Schildblatt ergänzen das urwaldähnlichen Ambiente auf das Bezauberndste, dazwischen leuchten u.a. blau-violette Riesen-Dolden-Glockenblumen.

Auf "Oronsay", eine der entlegensten bewohnten Inseln der Hebriden, ist dagegen der Klostergarten akkurat geplant und angelegt. Beschnittene Hecken einerseits, paradiesische Refugien für die Vogelwelt andererseits. Die Insel Seil, etwa 13 km südlich der Stadt Oban, ist kaum bekannt – der Garten "An Cala" ein bezauberndes Kleinod, der nur durch die Errichtung einer Natursteinmauer gegen die herben Winde als Garten überleben kann.

Inseln in Schottlands Südwesten

Zu den Inseln von Schottlands Südwesten gehören "Arran", die auch als "Schottland im Miniaturformat" bezeichnet wird, die besonders abgeschiedenen Inselchen "Bute" und "Gigha", letztere bereits von den Wikingern "die gute Insel genannt. Granit, Torf, Ginster, Heidekraut, Heidelbeersträucher genauso wie Hecken aus Weißdorn oder Stechpalmen trotzen den Südwestwinden. Heraus ragt "Brodick Castle" aus dem 13.Jahrhundert, unzerstörbar, geheimnisvoll und aufregend.
"Ascog Hall" auf Bute ist umgeben von wuchernden Baum- und Elefantenfarnen, Keulenlilien Blauer Mohn, chilenische Feuerbüsche oder Magnolien verströmen Farbrausch und Magie.

Auf Gigha ist der "Achamore Garden" die Seele der Insel, der aus diversen Gründen nie völlig fertiggestellt werden konnte und der nun durch die Rhododendren-Vielfalt, dem außergewöhnlichen Baumbestand und den exotischen Pflanzen, die sich hier ihren eigenen Weg bahnen, den aktuellen Anforderungen an "Nachhaltigkeit" aus eigener Kraft entspricht.

Lindisfarne Castel auf Holy Island vor Northcumberland: Die überbordende Pflanzenpracht verdankt das Eiland den Gartenkoryphäen Gertrude Jekyll und Sir Edwin Luytens.
Lindisfarne Castel auf Holy Island vor Northcumberland: Die überbordende Pflanzenpracht verdankt das Eiland den Gartenkoryphäen Gertrude Jekyll und Sir Edwin Luytens.

 

Holy Island

An der Ostseite des britischen Inselreichs: Ein Kleinod! "Holy Island" mit dem "Kloster Lindisfarne" vor der Küste Northcumberlands – auch hier hat eine der berühmtesten Gartenkoryphäe der Geschichte, Gertude Jekyll, ihre Spuren hinterlassen, indem sie beispielsweise Samen der "Roten Spornblume" und des "Filzigen Hornkrauts" aussäte oder besser gesagt, in die nackten Felsen schoss – und so neben ihren Anpflanzungen von Kronenwucherblumen, Duftwicken der Kornblumen für einen überbordend blühenden Insel-Anblick sorgte.

Anglesey/Ynys Môn

Vor der rauen Küste von Wales in der Irischen See liegt Anglesey/Ynys Môn, die größte Insel der – wie Schottland – nach Unabhängigkeit strebenden englischen Region Wales. Um die mittelalterliche Gartenanlage "Plas Cadnant" zu finden und so gut wie möglich wiederherzurichten, musste der neue Besitzer dichte Wälder roden.

Scilly Islands

Auf den Scilly-Inseln ganz im Westen des Königreichs ist der berühmteste vor allem der "Tresco-Abbey Garden" auf der nur 3,5 qkm kleinen Hauptinsel St. Mary’s mit einer üppigen, fast tropisch anmutenden Vegetation, bedingt durch den Golfstrom. Zwischen Orangenblumen, Akazien, chilenischen Puyapflanzen und dem Madeira-Storchschnabel spazieren Goldfasane und Rothühner, gegen den steten Atlantikwind schützen widerstandsfähige Monterey-Kiefern.

Ausblick über die mittlere Terrasse mit den markanten, alles überragenden Kanarischen Dattelplmen im Treco Abbey Garden auf St.Mary’s/Scilly Islands.
Ausblick über die mittlere Terrasse mit den markanten, alles überragenden Kanarischen Dattelplmen im Treco Abbey Garden auf St.Mary’s/Scilly Islands.

 

Isle of Wight

Die "Isle of Wight" mit 2000 Sonnenstunden im Jahr kann sich "Mottistone Gardens" brüsten: ein Herrensitz aus dem 11.Jahrhundert, im Verlauf der Jahre mit leidenschaftlicher Gartenliebe zu einem verwunschenen Ort wurde. Oder mit "Crab Cottage", erst in jüngster Zeit ebenfalls durch privates Engagement von Dornengestrüpp und Efeu befreit und zu einem herrlichen Refugium umgestaltet.

Die Kanalinseln

Ebenfalls vom Golfstrom profitieren die Kanalinseln vor der französischen Küste, schwimmende Gärten – die bekanntesten sind Jersey, Guernsey, Alderney, Sark und Herm, die dem Kronbesitz der britischen Monarchie unterstellt sind. In den hier abgebildeten Gärten blüht einfach alles, beispielsweise das Wachstum von Clematis in allen Variationen, die Gärten des bezaubernden 4-Sterne-Hotels "Fermain Valley" in St. Peter Port sind so angelegt, dass sie ohne sichtbaren Übergang in die Inselvegetation übergehen.

Exoten, Wildkräuter, Früchte und Gemüse überall, denn es gibt niemals Frost. "La Bigoteire" auf Guernsey mit Blick auf Sark und Jethou, oder die "Gärten von La Seigneure" auf Sark , vielfach ummauert mit überbordender Rosenpracht lassen jedes Gärtnerherz höher schlagen.

Ein Buch zum Eintauchen, um sich "Dorthin zu träumen"

Die Historien und die Entwicklung der einzelnen Gartenparadiese bis heute sind von der studierte n und erfahrenen Autorin und Landschaftsarchitektin Jackie Bennett sorgfältig recherchiert und spannend beschrieben, man ist sofort "infiziert". Sie geht auf eine Vielzahl ganz besonderer Blumen und Pflanzen ein, im Anhang hat sie diese zusätzlich einzeln verzeichnet. Mit detaillierten Nahaufnahmen neben den Weiten der Gartenansichten von großer Schönheit, mit Kennerblick von dem Landschaftsfotografen Richard Hanson vermittelt.

Ein Buch zum Eintauchen, zum "sich Wegträumen" – und zum Pläne machen, denn die teilweise etwas umständlichen Anreisen zu den Inseln sind ein eigenes Abenteuer, ebenfalls im Anhang aufgeführt. Einzig eine Landkarte mit der Insellage und der Gartenlage wäre noch wünschenswert gewesen.

Autorin Jackie Bennett war zunächst als Filmautorin für das britische Fernsehen tätig, wo sie zahlreiche Sendungen zu den Themen Garten und Naturgeschichte produzierte. Bei Gerstenberg erschienen von ihr auch Die Gärten der Dichter und Shakespeares Gärten.

Die betörend schönen Fotos sind von Richard Hanson, ein Landschaftsfotograf, der mit den führenden Gartenbuchautoren Englands zusammenarbeitet. Er sorgte auch für die Bebilderung des Bestsellers Die Gärten der Dichter von Jackie Bennett.

Gärten der Inseln
Die grünen Paradiese Englands
Jackie Bennett
Fotos von Richard Hanson
Hannelore Schatz/Übers.
192 Seiten
194 Fotos
gebunden, mit Schutzumschlag, farbig illustriert
Gerstenberg 2018
ISBN 978-3-8369-2140-4
www.gerstenberg-verlag.de 

Fotos: Verlagsfotos Verlag Gerstenberg

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Zuletzt bearbeitet am 01/07/2020

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Autor

Uta Petersen

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