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Kulinarisches Wettrüsten über den Wolken

Der Kampf um Fluggäste im internationalen Airline-Circus wird mit immer härteren Bandagen ausgefochten. Und geht in die nächste Runde.

Fluggesellschaften, die sich nicht auf einen ruinösen Preiskampf einlassen wollen, entwickeln deshalb für Passagiere in den lukrativen Buchungsklassen First, Business, aber zunehmend auch in der Premium Economy, ständig neue Servicedetails, um die Gäste trotz höherer Preise bei der Stange zu halten. Dazu gehört auch die Japanische All Nippon Airways, kurz ANA.

Der Star Alliance Partner der Lufthansa gilt international als Anbieter mit Topservice und ist die einzige Airline im Land der aufgehenden Sonne, die im internationalen Skytrax-Ranking aktuell mit fünf Sternen ausgezeichnet ist. Neben einer Anerkennung für den Weltbesten Airport Service ergattert ANA bei den Skytrax Awards aber auch regelmäßig den Titel der besten Transpazifischen Airline.

Japanischer Gastlichkeit verpflichtet

Grundlage des Servicekonzepts an Bord der ANA-Flotte ist dabei das traditionelle Konzept des Omotenashi, über Jahrhunderte überlieferte Regeln japanischer Gastlichkeit. Das Ziel: höchste Kundenzufriedenheit. Quasi eine Art Tee-Zeremonie über den Wolken. Mitte Oktober lud ANA deshalb eine handverlesene Schar von Gästen und Journalisten in den Pavillon Cambon Capucines, nur einen Steinwurf vom Pariser Place Vendôme entfernt, um vor der Kulisse eines Mock-Up von First, Business und Premium Economy Class Kabinen ihre Antwort auf die neuen Herausforderungen im Kampf um die Fluggäste von morgen zu präsentieren.

Logisch, dass der Wettbewerb um die gut betuchte Kundschaft dabei auch in der Luft zunehmend auf dem Gebiet des Caterings ausgetragen wird. Und da hat die Airline in den letzten Jahren konsequent aufgerüstet, betreibt in Tokio Narita ein eigenes F&B Unternehmen, das schon mehrfach als bester Airline-Caterer der Welt prämiert wurde. So präsentiert sich ANAs 26köpfiges kulinarisches Beratergremium, The Connoisseurs, denn auch zunehmend als eine Art Who-is-Who der internationalen Gastroszene.

So waren keine geringeren als Lokalmatador Pierre Gagnaire (3*), der auch im Tokioter ANA Intercontinental Hotel ein Gourmetrestaurant betreibt und das japanische Ausnahmetalent Toru Okuda (3*), die jüngsten Neuzugänge bei The Connoisseurs, am Start, um den Gästen ihre Version eines perfekten Verwöhnprogramms in 10.000 Metern Höhe zu präsentieren. Der ebenfalls angereiste König der Haute Patisserie, Pierre Hermé, begleitet ANA dagegen schon seit rund zwei Jahren. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Gagnaire und Okuda verwöhnen Fluggäste mit ihren Kreationen allerdings nur in der prestigeträchtiger First Class.

Kleine Kaiseki-Köstlichkeiten

Ein Option für alle, die fleißig Meilen sammeln oder sich einmal, im Leben etwas ganz Besonderes leisten wollen. Doch auch Business Class Gäste müssen nicht darben: hier steht für die europäische Version des Inflight-Menüs aktuell die Enoteca Pinchiorri in Florenz Pate, die ebenfalls drei Sterne im Guide Rouge vorzuweisen hat. Auch in Punkto Wein gibt sich ANA alle Mühe die Konkurrenz blass aussehen zu lassen. So genießen Gäste der First Class zum Aperitif etwa die Grande Cuvée von Krug.

Die Weinauswahl obliegt einem internationalen Tasterpanel unter Leitung von ANA Senior Sommelier Katsuhito Inoue und Master of Wine Net Goodwin. Dazu erwarten Gäste dann die Kreationen von Toru Okuda, einem wahren Großmeister der klassischen Kaiseki-Küche, bei der stets nur frischste, handverlesene Zutaten der jeweiligen Jahreszeit verwendet werden. In Tokio ist Okuda bereits seit Jahren eine feste Größe in der Gastro-Szene; seine beiden Restaurants sind aktuell mit drei bezeihungsweise zwei Sternen im Michelin ausgezeichnet.

An Bord genießen die  Passagiere allerlei-Köstlichkeiten.
An Bord genießen die Passagiere allerlei-Köstlichkeiten.

 

Zusätzlich besitzt er seit 2013 ein exklusives Kaiseki Restaurant in der Rue de la Trémoille in Paris, über dem ebenfalls ein Stern leuchtet. Gerade kam Ende September noch eine Sushi Bar dazu. Dabei zeichnet Okudas Kochkunst vor allem eine vollendete Harmonie der Aromen und die Einfachheit der Zutaten im engen Zusammenspiel mit den Aromenträgern Wasabi, Miso oder Nori-Algen und ausgewählten Sake-Spezialitäten aus.

Grandiose Macarons von Pierre Hermé

An Bord genießen die Passagiere dann acht kleine Kaiseki-Köstlichkeiten - jede von ihnen ein Highlight für die Augen wie für den Gaumen. Stellvertretend mag Eierflan mit gedünstetem Seeigel und Yuba-Tofu oder Oktopus mit Adzukibohnen geschmort in Sojasoße genannt sein. Aber auch Gagnaire lässt es eher asiatisch angehen, bringt in seinen Rezepten für ANA aber auch elegant einige Zutaten aus der alten Welt unter.

Als Vorspeise gibt es Krabbenfleisch mit Grapefruit und Gurke, begleitet von Yuzu-Sake Mayonnaise, während im Hauptgang Hakkinton serviert wird. Eigentlich eine urjapanische Spezialität aus gebratenem Schweinefleisch mit Auberginen, die Gagnaire aber mit Tomme-Käse aus Savoyen, Chorizo und schwarzem Reis kombiniert. In Sachen Dessert kommen glücklicherweise auch schon Business Class Gäste in den Genuss der exklusiven Kreationen Pierre Hermé, der in Japan fast wie der Buddha verehrt wird – allen voran seine grandiosen Macarons.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ana.co.jp/asw/wws/de/d/ 

Fotos: All Nippon Airways

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Zuletzt bearbeitet am 19/08/2016

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Autor

Thomas Hauer