Alle 12 Sekunden ploppt ein Korken!

Die diesjährige Découvertes en Vallée du Rhône präsentierte während der Messetage 4.500 Weine. Ein Überblick und Kennzahlen einer Weinregion im Süden Frankreichs…

Für die Pressekonferenz mit Michel Chapoutier (Président d’Inter-Rhône) und Eric Rosaz (Délégué Général d’Inter-Rhône) im Palais des Papes in Avignon, konnte sich der Verband wohl kaum einen schöneren Austragungsort in der Region aussuchen. Der Papstpalast (erbaut 1334 bis 1370) steht kulturell wie kein anderes Gebäude für die Geschichte der Region. Verschiedene Päpste residierten einst von dort, wo heute Touristen den Monumentalbau bestaunen. Als partieller Austragungsort der Messe, erfolgte auch die Präsentation der Region im Rahmen der Pressekonferenz von dort.

Job-Maschine und Rebfläche

Die Weingüter sind unumwunden ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Großregion. Durch Produktion, Vertrieb und Dienstleistungen, schaffen die Produzenten etwa 50.000 Jobs, verteilt auf 5.318 Weinbaubetriebe. Diese liegen in den Einzelregionen Rhône/Loire/Isère, Drôme, Ardèche, Vaucluse und Gard – und produzierten 2016 über drei Millionen Hektoliter Wein (3.063.816 hl). Damit liegt die letztjährige Produktion der Region leicht über dem Durchschnittswert. 48 Prozent davon entfallen auf die Côtes du Rhône Regional und elf Prozent auf die Côtes du Rhône Villages.

Und natürlich sind es zumeist die Rotweine, die hier produziert werden. Entsprechend fallen gut 80 Prozent eben in diesen Bereich. 250.000 Hektoliter sind "organic wines", haben ihren Anteil somit bei etwa acht Prozent der Gesamtmenge. Damit es überhaupt zu diesen Erträgen kommen kann, wurden auch 2016 permanent Erneuerungen an den Rebflächen vorgenommen. 3.000 Hektar wurden erneuert bzw. ausgebessert, auf 619 Hektar kam es zu einer kompletten Neupflanzung.
 
"Das ist schon ein hohes Investment. Das Pflanzen eines Hektars kostet ein Weingut zwischen 40 und 50.000 Euro", erläutert Chapoutier. Doch diese Prozesse sind natürlich notwendig, will man auch zukünftig im Konzert der bedeutenden Exportregionen mitspielen. Denn der wirtschaftliche Druck ist enorm. 569.422 Hektoliter wurden 2016 in den Export geschickt, um nicht nur den Namen zu präsentieren, sondern natürlich auch, um die Kassen zu füllen.

Michel Chapoutier (Président d’Inter-Rhône).
Michel Chapoutier (Président d’Inter-Rhône).

 

Export 2016

Außerhalb der Europäischen Union waren die Vereinigten Staaten der größte Importeur (187.870 Hektoliter / 86,2 Mio. Euro). Danach folgte Asien mit immerhin noch etwas mehr als 90.000 Hektolitern. Auf dem EU-Markt erfolgte ein Export von etwas über 160.000 Hektolitern nach Großbritannien (73,3 Mio. Euro), gefolgt von Belgien (157.760 Hektoliter / 52,6 Mio. Euro) und Deutschland mit etwas mehr als 57.000 Hektolitern (27,4 Mio. Euro).

Doch viel entscheidender für zukünftige Exporte ist die Betrachtung der Zahlen über einen längeren Zeitraum. Diesbezüglich gab es eine erfreuliche Tendenz mit Schweden. Dort hat der Export ein Wachstum von etwa 27 Prozent erreicht. Ein Trend, der genau in die andere Richtung zielt, ergibt sich mit Deutschland: die Exportzahlen gingen um etwa 26 Prozent zurück.

Erklärbar ist diese Entwicklung durch die Erhöhung der Exportpreise vor etwa fünf Jahren. Allerdings versucht der Verband derzeit genau an diesem Punkt Einfluss zu nehmen. Mit verschiedenen Werbemaßnahmen und medialen Auftritten ist man verstärkt auf der Suche nach einer jüngeren Klientel, um eben diesen Trend zu stoppen. Weitere Ansätze sind die verstärkte Zusammenarbeit mit Tourismusstellen, Restaurants und Chefköchen in den Ländern.

"Nun, wir arbeiten da an verschiedenen Schnittstellen", so Chapoutier weiter. "Auch dort, wo unsere Präsenz vielleicht noch nicht ganz so hoch ist, zum Beispiel in Japan. Denn wir wissen: Wenn eine Teetrinkernation bittere Geschmacksnoten mag, sind sie auch empfänglich für Rotweine", so der Franzose weiter.

Und davon hat die Region wahrhaft genug. 2016 wurden 372 Mio. Flaschen verkauft. Gleichbedeutend mit der Tatsache, dass alle zwölf Sekunden irgendwo auf der Welt eine Rhône Valley AOC geöffnet wird!

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 13/04/2017

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