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Klosterbräu Seefeld: Im Zeichen der Mönche

Alles begann in einer Kirche zu Seefeld in Tirol, in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der Legende nach färbte sich während der Osterkommunion eine Hostie blutig und zog unzählige Pilger an den Ort dieses Mysteriums. 1516 ließ Kaiser Maximilian I. ein Kloster bauen, um die vielen Reisenden zu bewirten.

Ein halbes Jahrtausend später führt Alois Seyrling zusammen mit seiner Mutter Cristina und den Schwestern Linda und Laura sowie Schwager Wolfgang und dessen Ehefrau Agnes das Hotel Klosterbräu in sechster Generation. "Wir sind begeisterte Wirtsleute, und das seit Jahrhunderten", lautet sein Credo mit gutem Grund: Seine Vorfahren übernahmen das ehemalige Gotteshaus 1807 – nachdem die letzten 15 Mönche das Kloster Seefeld verlassen hatten.

Teilweise freigelegte Decken und Wände zeugen noch heute von der langen Geschichte des Hauses in der Fußgängerzone von Seefeld, das schon seit über 50 Jahren zur Riege der Fünf-Sterne-Hotels zählt. Antike Möbelstücke vervollkommnen das romantische Ambiente. Kerzen beleuchten den über 50 Meter langen Klostergang. Jahr für Jahr benötigen die Seyrlings 48.000 dieser wächsernen Wegweiser.

10 Millionen für "Feel Younique"

In den vergangenen zehn Jahren investierte die Gastgeberfamilie zehn Millionen Euro in den Aus-und Umbau ihres Hotels, für die Zukunft stehen weitere Modernisierungen und Erweiterungen auf der Agenda. Im vergangenen Jahr wurden einige der 90 Zimmer und Suiten renoviert und bieten mit ihren Parkettböden und stylischen Badezimmern erheblich mehr Wohlfühlwert als die alten Räume mit ihrem Tiroler Chic der 70er Jahre mit Teppichboden und in die Jahre gekommenen Möbeln.

Mit Alois führt ein erfahrener Gastronom Regie im Klosterbräu. Bevor er im elterlichen Betrieb einstieg, arbeitete der Mittdreißiger in den Fünf-Sterne-Hotels ‚Martinez’ in Cannes, dem ‚Hoar Cross Hall’ in Staffordshire und im ‚Cala di Volpe’ auf Sardinien. Darüber hinaus zieren das Kreuzfahrtschiff "Grand Prinzess" und die Küche des ‚Chateau Gütsch’ im schweizerischen Luzern seinen Lebenslauf.

"Feel Younique, fühl Dich einzigartig", lautet das Motto im knapp 3700 Quadratmeter großen Wellness-Bereich – auch wenn die Individualität meist an der großen Zahl der Spa-Besucher endet. Acht unterschiedliche Saunen, darunter die weltweit einzige handgeschnitzte Schwitzstube, ein Innen- und ein 17 Meter langer Außenpool sowie ein nie versiegender Bierbrunnen, sind in der neu gestalteten zu finden. Klosterstempel-Massage, Mönchsmassage oder Hopfenpackung heißen die Anwendungen mit lokalem Touch im "Spiritual Spa". Wahlweise kann man in Champagner oder Bier baden wie einst die legendäre Kaiserin Sissi.

Wohlfühl-Welt im Klosterbräu.
Wohlfühl-Welt im Klosterbräu.

 

Arme Ritter aus der Klosterbräu-Küche

Für die Kulinarik zeichnet Küchenchef Patrick Wohlfarter mit seinem 16 köpfigen Team verantwortlich. Im Vordergrund stehen saisonale Produkte, die zu 90 Prozent aus der nahen Umgebung kommen, teils von Kleinstproduzenten und aus Klöstern. "Die einzige Ausnahme ist Fisch", schmunzelt der Chef de Cuisine, "denn in Österreich gibt es nun mal keinen Salzfisch." US- und südamerikanisches Fleisch sind tabu, auch Stalltiere kommen nicht auf den Tisch.

So finden sich in den täglich wechselndes Sechsgang-Menüs Gerichte wie ‚Kürbis mit Quitte und Salbei’, ‚Wachtel mit Armer Ritter und Moosbeer’ oder ‚Rosa gebratener Kalbstafelspitz mit Ofengemüse und Kerbel’. Unter den Desserts stachen vor allem die Valrhona Milchschkoladencreme mit Marille und Pekannuss heraus. Das sehr umfangreiche Frühstücksbuffet zieren neben dem hausgemachte Brot und Marmeladen eigens produzierte Wurstsorten in Kooperation mit Bauern aus der nahen Umgebung und die Eier von den eigenen Hühnern.

Egal ob Butter, Eier, Heumilch oder Joghurt: Wohlfarter kennt jeden seiner Lieferanten persönlich. 45 Sorten Kräuter und Biogemüse, die nicht behandelt werden dürfen, wachsen im Klostergarten. Fast 7000 Eier von den gut zwei Dutzend hoteleigenen Hühnern landeten im vergangenen Jahr in der Klosterbräu-Küche. Damit besinnt man sich auf das klösterliche Erbe: Die Mönche in der Mitte des vergangenen Jahrtausends versorgten sich weitgehend selbst.

Das Konzept der Nachhaltigkeit spiegelt sich auch in der Energiegewinnung wider. Als primäre Energiequelle für Heizung, Warmwasser und Strom dient die mit dem eigenen Blockheizkraftwerk kombinierte hauseigene Solaranlage. Leistungsspitzen deckt das Fernwärmenetz von Seefeld ab.

Auch der Wein, so verlangt es der "Green Kodex", muss aus biologischem Anbau stammen. Hinter den dicken Klostermauern lagern über 6100 Flaschen Wein, die Weinkarte von Sommelier Rudolf Schuchter umfasst 400 unterschiedliche Positionen.
Bubi’s Helles’ oder ‚Sigi’s Weizen’ heißen die in der Klosterbrauerei erzeugten herrlich mundenden Hopfenkaltschalen, die an Alois ‚Bubi’ Seyerling II. und Sigmund Seyerling erinnern. ‚Dunkle Bedrohung, Limited Edition’ wiederum ist würziger Gerstensaft mit intensiven Röstaromen. Die eigene Brauerei deckt den gesamten Bierbedarf im Haus, Meister Friso Köhle braut jährlich 25.000 Liter.

Traditionell und gemütlich: das Restaurant im Hotel.
Traditionell und gemütlich: das Restaurant im Hotel.

 

Nur ein Jahr nach dem Start der Mikrobrauerei wurde sie 2015 zur besten ihrer Zunft in Österreich gekürt. Gruppen ab vier Personen dürfen im Gärkeller für die Bier-Flatrate von 7,90 Euro pro Person und Stunde so viel trinken wie sie wollen – und vertragen.

Weitere Informationen unter: http://www.klosterbraeu.com/

Fotos: Hotel Klosterbräu

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Zuletzt bearbeitet am 18/01/2017

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