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Südafrika: Syrah aus Leidenschaft

Kleinood ist, wie der Name schon sagt (Kleinood ist ein Afrikaans-Wort deutschen und holländischen Ursprungs und bedeutet etwas Kleines, Wertvolles), ein sehr persönliches und individuelles Weingut der Familie de Villiers in dem Blaauwklippen Tal Stellenbosch.

Der Name der Weine "Tamboerskloof" ist nach dem Wohnort in Kapstadt, in dem die Eigentümer 25 Jahre lebten, benannt. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Familie de Villiers in der Geschichte der südafrikanischen Weinindustrie tiefe Spuren hinterlassen. Kleinood und die Tamboerskloof-Weine bilden da keine Ausnahme.

Der französische Hugenotte Jacob de Villiers kaufte die Farm Boschendal zwischen Stellenbosch und Franschhoek, nachdem er 1688 ans Kap der Guten Hoffnung ausgewandert war. Im Jahr 2000 entdeckten Gerard de Villiers, ein direkter Nachfahre Jacobs, und seine Frau Libby das Stück Land, das ihre Herzen eroberte. Sie erstanden es komplett mit Bergen, Flüsschen und einem unberührten Waldgebiet mit einheimischen Bäumen. Sie nannten die Farm Kleinood, eine kleine Farm, die ihnen ans Herz gewachsen ist und die sich ausschließlich auf die Herstellung eines auf Syrah basierenden Rotweins, auf die Erzeugung kleiner Mengen von Viognier und Syrah Rosé sowie de Boerin Extra Vergine Olivenöl spezialisierte. DER KULINARIKER im Gespräch mit Marketing und Sales Manager Jessica Saurwein über das kleine Weingut in Südafrika.

KULINARIKER: Was sind die regionalen Besonderheiten des Weinguts Kleinood?

Jessica Saurwein: Kleinood liegt im Blaauwklippen-Tal an den Hängen der Helderberg Mountains außerhalb von Stellenbosch – die beste Lage für Rotweine am Kap. Erst nach mehreren Jahren intensiver Analysen des Bodens und der klimatischen Bedingungen der Farm beschlossen die Eigentümer, welche Rebsorten sie anbauen wollen. So wurde ihre Entscheidung, Shiraz, Mourvèdre, Roussanne und Viognier an den Nord- und Westhängen anzubauen, nicht nur von ihrem Enthusiasmus, sondern auch von Terroir, Sonne und Regen beeinflusst. Aus diesem harmonischen Zusammenspiel von Wissenschaft und Leidenschaft entstanden die Tamboerskloof-Weine, die mit der gleichen Sorgfalt angebaut, gepflegt, geerntet, gekeltert, gereift und abgefüllt werden.

Was zeichnet die Lage des Weinguts aus?

Als Gerard de Villiers dieses Gelände im Jahr 2000 erwarb, gab es keine Reben auf der Farm. Aufwändige und teure Bodenanalysen wurden durchgeführt – mit mehr als 150 Entnahmeschächten auf dem 13 Hektar großen Land. Aufgrund der Ergebnisse dieser umfangreichen Untersuchungen, in Verbindung mit der genauen Beobachtung von Wettergeschehen, Sonneneinstrahlung und Windrichtungen, wurde die Farm in 23 Parzellen von jeweils einem halben Hektar eingeteilt. Schließlich wurde die Erde gepflügt und für die Bepflanzung vorbereitet. Aufgrund des Geländes sollte vorwiegend Shiraz angebaut werden - und zwar je ein Hektar Viognier, Roussanne und Mourvèdre zum Verschnitt. Die Lage eignet sich also sehr gut für den qualitativen Anbau von Syrah.

Libby und Gerard de Villiers.
Libby und Gerard de Villiers.

 

Wie alt sind die Rebstöcke auf Kleinood?

Zwischen 10 und 14 Jahren.

Welche Produktionsmenge hattet Ihr im vergangenen Jahr?

Etwa 90 Prozent sind Rotwein, also insbesondere Syrah. Insgesamt resultieren daraus um die 50.000 Flaschen im Jahr.

Wie ist die Beschaffenheit der Böden?

Die Böden sind insgesamt in Südafrika sehr alt. Auf Kleinood wurden nach den Proben die fünf verschiedenen Lehmbodenarten Tukulu, Kroonstad, Klapmuts und Witfontein analysiert, die hauptsächlich Ihren Ursprung im Granitstein haben.

Wo liegen die Hauptabsatzmärkte von Kleinood?

In Südafrika setzen wir etwa 60 Prozent ab. Weitere Märkte sind Deutschland, England und die USA.

Mit wie vielen Weingütern "konkurriert" Kleinood in der Region?

Es gibt einige Weingüter in Südafrika und auch in Stellenbosch, die Syrah anbauen. Es gibt aber wenige, die sich so sehr spezialisiert haben wie wir. Unsere direkten Nachbarn produzieren ebenfalls herrliche Weine, und wir fordern sogar unsere Gäste dazu an, die Nachbarn Keermont und De Trafford zu besuchen. Der Weinstil unterscheidet sich natürlich immer ein wenig. Syrah ist auf jeden Fall eine sehr schöne Rebsorte und wird mit Erfolg in Südafrika angebaut.

In vielen Regionen Europas sind Schädlinge ein lästiges Problem im Weinbau. Welche Schädlinge sind es in Südafrika?

Es gibt einige, aber der bedeutendste ist der Blattrollvirus. Sobald wir ein Symptom sehen, wird die Rebe sofort entfernt. Und jenseits der "Schädlinge" sind die Paviane teilweise noch problematischer in Südafrika…

Benötigt Ihr ab und an den Ausgleich von künstlicher Säure?

In Südafrika darf man künstliche Säure zum Wein hinzu geben, wie man in Deutschland Zucker dazu geben darf. Wir benötigen den Zusatz künstlicher Säure fast nie, da wir in erster Linie auf Balance im Weinberg achten und es meistens dort schon genügend Säure gibt. In Jahren mit starken Hitzewellen kann es aber ein nützliches Werkzeug für Weinmacher sein - wir sind also ab und an darauf angewiesen.

Welche Erwartungen habt Ihr an das kommende Weinjahr?

Es hat bisher ein trockenes, gleichmäßiges Klima gegeben und es sieht sehr gut aus. Insgesamt ist die Ernte fast drei Wochen früher als in den vergangenen Jahren.

Stichwort "Weinland-Südafrika": Ein Markt der zukünftig weiter wächst? Wie sind die Prognosen/Erwartungen?

Weine aus Südafrika sind auf jeden Fall groß angesagt und immer mehr im Kommen. Früher hatten wir den Ruf bloß billigen Wein zu produzieren. Aber im Bereich Chenin blanc, Pinot noir, Chardonnay, Sauvignon blanc, Syrah und vielen verschiedenen Cuvees gibt es sehr gute Entwicklungen die mehr und mehr vom Konsumenten gut angenommen werden. Ein Beispiel: Vor kurzem hat uns Jancis Robinson aus England besucht. Ihr Besuch alleine zeigt uns, dass die Welt Interesse hat und ich schätze es ist nicht mehr lange hin, bevor wir einen 100 Punkte Wein haben.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kleinood.com

Fotos: Kleinood

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Zuletzt bearbeitet am 21/08/2016

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