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Weinwelten: Port aus Granatäpfeln

Trotz einer langen Weinbautradition – neueste archäologische Funde lassen darauf schließen, dass es bereits vor 1400 Jahren auf dem heutigen Staatsgebiet Israels Weinproduktion im industriellen Maßstab gab - galt Wein aus Israel als exotisch, mittelmäßig oder schlicht ungenießbar.

Zu süß, zu sauer, zu charakterlos – Gründe genug, um ein Dasein in den Bückregionen europäischer Supermarktregale zu fristen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute produzieren über 200 Betriebe Weine von mittlerer bis hoher Qualität, die immer mehr Anhänger finden. Immerhin konnten im vergangenen Jahr Exporterlöse von 40 Millionen USD erzielt werden. 

Gute Tropfen von den Golanhöhen

Ob einen trockenen Merlot oder einen lieblichen Dessertwein – Israels Weine haben in den letzten Jahren qualitativ einen riesigen Sprung gemacht und nicht umsonst zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten. In Galiläa gibt es zahlreiche gute Weingüter, am bekanntesten sind die Tropfen aus den Golanhöhen. Zu verdanken hat Israel seine wiedererlangten Wein-Ruf nicht zuletzt Baron Edmund de Rothschild, damals Mitbesitzer von Château Lafite. Er brachte in den 1880-er Jahren den Weinbau zurück ins heutige Israel.

Wein aus Granatäpfeln

Aber es geht auch anders: Weltweitig einzigartig ist zum Beispiel das Weingut Rimon im nördlichen Galiläa, in der Nähe des Moshav Kerem Ben Zimra. Gabi Nachmias hatte vor rund zwölf Jahren mit seinem Sohn Avi die Idee, Granatäpfel anzubauen. Ab 2003 stellte der Familienbetrieb aus den roten Früchten trockenen Wein, Dessertwein und Portwein her. "Wenn die maximale Süße erreicht ist, ernten wir die Früchte und pressen sie zunächst aus", erklärt Jungchefin Miri Nachmias das Verfahren. Dabei wird aus den Kernen ein natürlich reiner Saft gewonnen.

Anschließend wird der Saft in speziell isolierten Behältern aufbewahrt, um ihn bei geringer Temperatur zu fermentieren. Dieser Prozess dauert zwei bis vier Monate. Der vergorene Saft wird in französische Eichenfässer umgefüllt, in denen er dann für acht bis 18 Monate lagert. Das Ergebnis kann sich sehen und vor allem schmecken lassen: Vor allem der Portwein mit einer leichten Note von Vanille und Holz schmeckt hervorragend und passt ideal zu herzhaftem Ziegenkäse.

Foto: joergens.mi (Wikimedia Commons)

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Zuletzt bearbeitet am 21/08/2016

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