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Nur ein Golfschlag bis zum Whisky

Douglas Clement gestikuliert, redet schnell und seine Augen leuchten wenn er von Whisky spricht. Als Ideengeber und Mitgesellschafter der Kingsbarns Distillery ist er Whisky-Mensch mit Leib und Seele.

Dabei ist er kein Urgestein in der Whiskybranche. Viel mehr ist er ein Novize und kommt aus einem völlig anderen Bereich. Durchaus einem schottischen, aber weniger das flüssige Geschäft nannte er sein Betätigungsfeld noch vor Jahren; er war fast 20 Jahre Caddie und begleitete Golfspieler um die ganze Welt.

Langjährige Kontakte baute er auf, war als Caddie mehr als nur Schlägerträger – war Vertrauter und stets dafür zuständig, dass die Spieler die beste Leistung abrufen konnten. Und in den Jahren wuchs in ihm ein Traum, in der Region, die ihn so lange Jahre als Caddie an sich band, Whisky zu brennen. Seine eigene kleine Destille zu betreiben. Doch kleine Träume, große Kosten. So oder ähnlich lässt sich der Wunsch Clements beschreiben.

Geldgeber gesucht

Und ein Businessplan brachte es zu Tage. Eine Destille aus dem Nichts aufzubauen – da bedarf es enormer monetärer Anstrengungen. Zunächst nutze er seine Kontakte brachte sich und seine Idee bei potentiellen Geldgebern ins Spiel. Und seine Bemühungen wurden belohnt. Innerhalb eines halben Jahres sammelte der Whisky-Enthusiast fast 700.000 Pfund. Mehr als nur ein guter Anfang – aber noch lange nicht genug!

Douglas Clement: vom Caddie zum Whiskybrenner.
Douglas Clement: vom Caddie zum Whiskybrenner.

 

Das Farmhouse, das als Standort dienen sollte, hatte Douglas Clement schnell gefunden. Nicht sonderlich schwer, befindet es sich doch nur wenige Autominuten von seinem alten Arbeitsplatz entfernt in der Nähe des Fairmont St. Andrews Golf-Hotels. Das alte geschichtsträchtige Gebäude, gebaut um 1800, bedurfte einiger Renovierungsarbeiten – keine Frage. Und natürlich fehlte es an der gesamten Einrichtung inklusive Infrastruktur und dem nötigen Know-how. Denn Ahnung vom Whiskybrennen hatte Douglas nicht. Also hieß es: weiteres Geld besorgen!

Eine Landesförderung für die Region bescherte dem umtriebigen Schotten weitere 670.000 Pfund. Einen potenten Geldgeber fand er dann letztendlich in William Wemyss. Die Wemyss-Familie ist bereits seit über 200 Jahren im Whisky-Geschäft tätig. Somit ein Investor mit dem nötigen Kleingeld und entsprechendem Know-how.

Die erste Abfüllung

Vier Jahre nach der ersten Idee und vier Millionen Pfund später begannen im Januar 2013 die Bauarbeiten an der späteren Kingsbarns Distillery. 2014 wurde dann endlich das erste Fass abgefüllt. Wöchentlich schafft es die Destille heute 24 Fässer in den Keller zu rollen.

Die Kingsbarns Distillery: 2014 fertiggestellt.
Die Kingsbarns Distillery: 2014 fertiggestellt.

 

Douglas Clement hat es vollbracht. Von der Idee auf dem Golfplatz von St. Andrews bis hin zum Geschäftsmann mit Vision und der nötigen Ausdauer. Und eben die benötigt er durchaus noch. Denn das erste abgefüllte Fass steht noch ein paar Jahre unberührt in der Ecke. Das Whisky-Business ist kein schnelles Geschäft. Es dauert Jahre bis es sich bezahlt macht.

Frei nach dem Gälischen Sprichwort: Brìgh gach cluiche gu dheireadh (Der Gewinner des Spiels steht erst am Ende fest).   

Weitere Informationen unter:
Kingsbarns Distillery : www.kingsbarnsdistillery.com
Fairmont St. Andrews : www.fairmont.de/st-andrews-scotland

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 19/08/2016

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