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Bio an der Bar: Toskanische Kultweine liegen im Trend

Der Kultwein Morellino di Scansano, vor allem aber Bioweine setzen die neuen Trends in der Toskana. Während der süffige Morellino aus der Maremma und Süd-Toskana vor allem auch als frühabendlicher Aperitif der Damenwelt und als angenehm leichter Dinnerwein eine neue Karriere gestartet hat, überzeugen vor allem biologisch sauber hergestellte toskanische Weine und finden mehr und mehr Liebhaber.

Angesagt sind dabei vor allem solche Hersteller, deren Fattorien auch weitere Bioprodukte wie z. B. Olivenöl, aber auch Gemüse und Bio-Fleischprodukte herstellen und dazu auch Agriturismo, Ferien auf dem Lande anbieten. Kulinariker-Autor Jürgen Sorges hat sich auf diversen Weinpräsentationen umgesehen und dazu die Fattoria Aglioni besucht, die nahe der toskanischen Trüffelhochburg San Miniato schon seit Jahren vor allem bei deutschen Gästen sehr beliebt ist. Erst einmal galt es aber, Exemplare des toskanischen Topjahrgangs 2006 und den Morellino zu verkosten.

"Tuscany Taste" – das meint Maestro Martini…

Zahlreiche toskanische Weinregionen präsentierten sich zu den Eröffnungsveranstaltungen der diesjährigen Anteprime Toscane in Florenz. Zur Eröffnung präsentierte der Weltmeister der Sommeliers 2013, Luca Martini aus Arezzo, erst einmal Weine des Superweinjahrgangs 2006. Zur Einstimmung gab es einen goldfarbenen Bianco di Pitigliano Superiore DOC "Sassotondo". Der halbtrockene überzeugte umgehend: angenehm charmant und "cremig" lauteten die Testnoten für ihn, der als Superiore 0,5 % mehr Alkohol mit in die Flasche bringt. Dann aber stand schon ein Morellino di Scansano DOCG 2006 von der Azienda Col di Bacche auf dem Programm: 90 % Sangiovese, 10 % Syrah – ein Wein mit Struktur, dem der Syrah zudem eine weiche Textur und der Sangiovese eine süßbittere Note verleihen. Keine Frage, seit der Millenniumsende ist der Jahrgang 2006 einer der besten in der Toskana: Reiche Ernte, sehr große Reife – anfangs dachte man gar, der 2006er könnte sogar an die ganz großen Jahrgänge anknüpfen. Doch Luca Martini favorisiert die Jahre 1996 und 1998, die er noch höher als den Top-Brunello-Jahrgang 2010 einschätzt. Dennoch: Der 2006er ist phantastisch, mit viel Sommer Farbe, Tanninen und viel Geschmack ist er längst ein Topereignis!

Vom Konsortium Montecucco wurde dann ein Montecucco Sangiovese DOC 2006 Grotte Rosse "Salustri" aus 100 % Sangiovese präsentiert, der mit Noten in Richtung süßem Sherry, Tabak, Zedernwurzeln und weißem Pfeffer brillierte und noch dazu sehr rund war. Vielleicht fehlt ihm etwas Eleganz, dafür kommt er umso rustikaler daher.

Die Maremma schickte einen opalfarbenen Maremma Toscano IGT 2006 Ciliegiolo "San Lorenzo –Sassotondo" ins Rennen, der mit 100 % Ciliegiolo-Trauben stark in Richtung Kirsche und Sherry tendierte, aber auch milde Würze und Zimt in sich vereinte. Auch im Abgang wirkte er wunderbar! Luccas Hügelland, die Colline Lucchesi, war mit einem Pampini IGT 2006 aus der Fattoria di Fubbiano dabei (90 % Sangiovese, 10 % Teroldego). Hier machen sich die Meeresnähe, aber auch die Kühle der Apuanischen Alpen bemerkbar. Noten in Richtung Nikotin, Tabak und Leder mischen sich mit Aromen von roten bis dunkelroten Früchten. Nördlich Florenz liegt dann eines der Lieblingsweingebiete von Luca Martini. Das Consorzio Vini di Carmignano blickt nicht nur auf eine uralte Tradition zurück, als sie erklärtermaßen der Toplieferant der Medici-Großherzöge war. Heute beeindruckt sie mit einem Carmignano DOCG Riserva 2006 der Fattoria Le Farnete: Der ist frisch und fruchtig saftig eventuell sogar schon etwas überreif, weil die Trauben recht spät gepflückt wurden und möglicherweise daher ein wenig "Sonnenbrand" abbekommen haben. Aber eben ein sehr leckerer Tropfen!

Hier reift der Toskanische Kultweine..
Hier reift der Toskanische Kultweine..

 

Schließlich bilden zwei Spitzenweine den perfekten Abschluss. Da ist einmal der Migliara Cortona DOC Syrah 2006 "Tenimenti Luigi dAlessandro aus 100 % Syrah, der, klar strukturiert und mit wunderbarer Farbe ausgestattet, ein einmaliges Erlebnis ist! Schließlich liefert die Fattoria Petrolo für das Konsortium Val d`Arno di Sopra einen Toscana IGT "Galatrona" 2006, der mit Sherry- und Pflaumennoten brilliert und dank des toskanischen Merlot auch fast schon Bordeaux-Power erreicht.

Der Siegeszug des Morellino –auch "bio" darf er sein!

 Weintester haben die Qual der Wahl, wenn es um die Toskana geht. Allein schon die Auswahl des Konsortiums Morellino di Scansano ist beinahe eine Überforderung – dazu aber auch ein perfektes Vergnügen! Den Anfang macht der Moreliino di Scansano "Le Sentinelle Riserva 2011" aus der Fattoria Mantelassi südöstlich Grosseto, nahe der Maremma (www.fattoriamantelassi.it): 85 % Sangiovese, 15 % Alicante führen hier zu einem großartigen, leichten und dennoch tanninreichen Wein, der 20 Monate in Barrique-Fässern lagerte und dazu 6 Monate in der Flasche. Leicht rauchig, mit Tendenzen zu reifen Früchten und Kakao, eignet er sich vorzüglich etwa zu Wild, rotem Fleisch und reifem Käse! Dann aber taucht auch schon die erste Parade von Bioweinen auf: Hier ist an allererster Stelle die Fattoria "La Selva" (www.laselva-bio.eu) zu nennen, die in den Hügeln von Magliano Top-Bioweine wie den Morellinio di Scansano "Colli dell`Uccellina" Riserva 2012 herstellt. Der kommt mit 85 % Sangiovese und 15 % Merlot daher, die auf "Parzelle 123, foglio 46" reiften. So genau nimmt man es bei den Damen und Herren um Eigner und Biowein-Pionier Karl Egger Esser und Weinmacher Roland Krebser. Das Ergebnis ist intensiv, fruchtig, ausbalanciert – einfach prima! Natürlich darf man die Cantina der Fattoria auch besichtigen! Auch ihr Morellino "La Selva 2014" (90 % Sangiovese, 10 % Merlot) wirkt jung, frisch, rund und lecker und ist bei 13,5 % sehr zu empfehlen! Als DOCG Maremma firmiert hingegen ihr "Ciliegiolo 2012", der acht Monate im Barrique reifte, 14 % stark ist und mit starkem Kirscharoma als leichter roter überzeugt. Und dann ist da natürlich noch der "Privo" von La Selva, ein DOC-Biowein des Jahres 2014, der erstmals gänzlich ohne jeden Sulfit-Zusatz auskommt!!! Eine starke Struktur, aber auch Eleganz vereint dieser komplexe, harmonische Wein aus lokalen Rebsorten (13,5 %). La Selva müssen sich alle bio-Fans merken!

"Bio" ist auch der Wein der Tenuta Poggio Trevalle von Umberto Valle (www.poggiotrevalle.it), ein Morellino DOCG mit 14 %, der, erst im Dezember 2015 abgefüllt, schon jetzt super mundet. Das Etikett mit dem Vogel sollte man sich merken.

Ganz ohne "bio" kommen hingegen die seit einigen Jahren für große Aufmerksamkeit und Furore sorgenden Morisfarms aus den metallhaltgien Hügeln, den Colline Metallifere oberhalb Massa Marittima aus. Ihr Morellino Moris DOCG 2014 ist tanninreich – und sehr, sehr gut (www.morisfarmrs.it)! Super ist auch der Morellino di Scansano von Erik Banti (www.erikbanti.com) aus 85 5 Sangiovese, 10 % Alicante und 5 % Merlot! Sein Gutszeichen, zwei Tauben, zieren auch Erik Bantis "Ciabatta 2012", 14 Monate im Barrique gereift, mit 13,5 % prima und einfach top, top, top (85 % Sangiovese, 10 % Alicante, 5 % Ciliegiolo)!

Locker "bio" und sogar unfiltriert ist dann der Maremma Toscano DOC Rosso "Comandante" 2012 vom Biofarmer Basile auf dem Podere Montemario
In Cinigiano, Provinz Grosseto (www.basilessa.it). Nur ein winziges Weingut betreibt Carla Benini in der alten Etruskermetropole Sorano. Ihr "Vigneto San Lorenzo Sassorotondo Ciliegiolo DOCG Maremma 2012" wächst auf Tuffstein und eignet sich daher perfekt für die Bioherstellung (www.sassorotndo.it).

Schließlich überzeugen dann noch ein Dompteur und ein Akrobat, beide von der Azienda Agricola Pian del Crognolo. Der Maremma Toscano DOC Syrah "Domatore" 2012" stammt direkt aus Scansano und vereint 85 % Syrah sowie 15 % Merlot Cabernet Sauvignon, Colorino und Pinot Nero): sehr fruchtig, tanninreich und doch sehr rund! Der Maremma Toscano DOC Sangiovese "Acrobata" 2012 vereint hingegen 85 % Sangiovese mit 15 % Merlot, Cabernet Sauvignon, Colorino und Pinot Nero (www.piandelcrognolo.it).

Information:
Toscana Promozione, Via Vittorio Emanuele II 62, 50134 Florenz, Italien, Tel. +39 055 46 28 01, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.toscanapromozione.it

Fotos: Jürgen Sorges

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Zuletzt bearbeitet am 10/12/2016

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