Berlin: "72 hrs True Italian Food Festival"

Innovative und authentische Küche beim "True Italian Food Festival" in Berlin!

Italien liegt in Afrika, so scheint es, zumindest in diesem Lokal in Berlin. Ganz im schwarz-weißen Zebra-Look zeigt sich das "Madre" im Stadtteil Friedrichshain. Zunächst wirkt das kleine Lokal wie eine stilvolle Bar mit Safari-Thema, auch wegen der vielen Zebra- und Elefanten-Figuren in allen erdenklichen Größen – selbst auf der Toilette. Auf den ersten Blick eben eine von vielen Szenekneipen in diesem nach wie vor angesagten Kiez. Doch neben diversen Drinks, unter anderem dem sehr erfrischenden Campari-Spritz, gibt es hier auch eine hervorragende Küche. Inhaber Sebastiano, oder auch kurz Seb, der auf Nachnamen keinen gesteigerten Wert legt, setzt auf italienische Gerichte mit Einflüssen aus Frankreich, Spanien oder dem Orient. Vegan, aber auch mit einem Fokus auf Fisch.

Dass seine Fusionsküche sehr gut funktioniert, beweist schon die vorzügliche Peperonata. Hier wurde das beliebte italienischen Schmorgericht aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln mit Haselnüssen verfeinert. Eine neue Interpretation, herrlich mild, mit einer fruchtig-nussigen Note. Und kalt serviert. Ofenwarm sind dagegen die köstlichen Pita-Brötchen, denen Kurkuma die gelbe Farbe und das würzige Aroma verleiht.

Mild und würzig zugleich: Peperonata, mit Haselnüssen verfeinert.
Mild und würzig zugleich: Peperonata, mit Haselnüssen verfeinert.

 

Nur ein Lokal von 30 ausgewählten Restaurants, die an dem diesjährigen "72 hrs True Italian Food Festival" in ganz Berlin teilnehmen. Hier gebe es nun einmal besonders gute italienische Restaurants, so Sara Trovatelli. "Fast mehr als in mancher italienischen Stadt", scherzt die zuständige PR-Mitarbeiterin weiter. Besondere regionale Spezialitäten kann man dann zusammen mit einem Aperol Spritz oder einem anderen Drink genießen, für nur acht Euro. Die kulinarische Reise beginnt Mittwoch, 23. September, ab 17 Uhr und dauert bis zum 26. September. Eine Website nennt die teilnehmenden Restaurants. Dort muss man dann nur nach dem speziellen "72 hrs True Italian Food Festival"-Angebot fragen. Zudem locken eine Lotterie sowIe ein Instagram-Fotowettbewerb mit Preisen.

Die Veranstaltung wird von Berlin Italian Communication organisiert und unter anderem von Aperol und San Pellegrino gesponsort. Mit dem Projekt, das 2016 zum ersten Mal stattfand, wollen sie die italienische Esskultur fördern und die entsprechenden Gastronomen miteinander vernetzen. Gastronomen, die authentische, italienische Küche in höchster Qualität bieten, ob traditionell oder innovativ. Es geht dabei weniger um die Nationalität des Kochs oder des Besitzers, sondern vor allem um Kochkunst und hochwertige Zutaten. So muss es keine Rolle spielen, wenn Besitzer oder Küchenchef mal nicht aus Turin, sondern aus Tirana oder Tunis stammt, wie es ja in Deutschland nicht selten der Fall ist.

Auf den ersten Blick wirkt das Madre wie eine angesagte Bar.
Auf den ersten Blick wirkt das Madre wie eine angesagte Bar.

 

Der Inhaber des "Madre" hingegen stammt aus Neapel, seine Partnerin Valeriane ist Französin. Und die serviert nun Cappellacci, also Teigtaschen, gefüllt mit Kürbis, samt Mini-Amaretto-Gebäckstücken und Salbei-Butter. Würzig, mit einer leicht süßen Note, so köstlich wie das erste Gericht, nur in diesem Fall klassisch italienisch. Experimenteller dagegen der Salat aus marinierter Roter Beete mit Birnengel und Büffel-Mozzarella. Wieder ein gelungenes Zusammenspiel diverser Aromen. Doch warum das Afrika-Thema? Ganz einfach, so der Inhaber, das Zebra sei sein Lieblingstier, seine Partnerin stehe dagegen mehr auf Elefanten.

Ein paar Straßen weiter packt einen erneut das Fernweh, hier dreht sich alles um Luftfracht. "Cargo Gastronomia" nennt sich so auch das Lokal. Am Eingang steht eine große Holzkiste, an der Wand gegenüber kleben unzählige Bilder und Fotos von Flugzeugen. "Mein Ehemann ist Pilot", sagt Judith Kiss. Allerdings transportiert er statt Fracht Passagiere, doch das sei als Thema für das Lokal eher schwierig umzusetzen. Ursprünglich begannen die beiden Inhaber mit einer Weinbar, ein großes Regal mit diversen edlen Tropfen zeugt noch immer davon. Inzwischen servieren sie italienische Küche mit gelegentlichen Anleihen aus Ungarn - Judith stammt aus der Nähe von Budapest. Doch an diesem Abend geht es klassisch zu, mit in Öl gebratener Bruschetta mit Zucchini, in Minze mariniert. Ausgezeichnet auch das Saltimbocca alla Romana, gebratenes butterzartes Kalbfleisch mit Schinken und Salbei. Ein Heimspiel, der Koch stammt aus Rom.

Startete als Weinbar: das Cargo Gastronomia.
Startete als Weinbar: das Cargo Gastronomia.

 

Nur wenige Gehminuten entfernt lädt das "Medeaterranean Trip" zu einem Besuch ein. Der Name ist Programm. "Eat" erscheint in großen Buchstaben, zudem darf der ganze Mittelmeer-Raum zu den Kochideen beisteuern. Zunächst wähnt man sich eher in einer kleinen Galerie, viele abstrakte Bilder hängen an den Wänden. Inhaber Sergio Priore setzt vor allem auf saisonale, frische Produkte. So wie die Steinpilze, aus denen er eine herrlich herbstliche und zugleich sterneverdächtige Trilogie zaubert. Ein Soufflé, begleitet von einer entsprechenden Creme, mit rosa Pfeffer und Pilzstücken. Pulver von der schwarzen und grünen Olive verleiht dem ganzen eine zusätzliche pikante Note. Dazu reicht er knuspriges, selbst gebackenes Brot.

Alles in allem machen schon diese drei Restaurants Appetit auf mehr. Sie verbinden Tradition mit Innovation, blicken auch mal über den italienischen Tellerrand hinaus. Es muss ja nicht immer nur Pizza und Pasta sein.

Infos unter: http://trueitalian.top/events/72hrs/

Fotos: Fritz Hermann Köser

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Zuletzt bearbeitet am 21/09/2020

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