Der Tedeschi-Stil: Triumph der Nachhaltigkeit und Weine der Extraklasse!

Angesichts neuer Herausforderungen an Soziales, Umwelt und Ökonomie geht das renommierte Weingut Tedeschi, ein, wenn nicht das Schwergewicht in Sachen Valpolicella-Weine, neue, auch wissenschaftlich fundierte Wege!

Seit über 400 Jahren beschäftigen sich die Angehörigen der Familie Tedeschi nun schon leidenschaftlich mit Wein und Weinanbau, mindestens seit 1824 auch mit eigener großer Cantina. Dass es heute sogar einen anerkannten "Tedeschi-Stil" Lorenzo Tedeschi und Gattin Bruna zu verdanken. Lorenzo kam schon Anfang der 1960er Jahre fast intuitiv die Idee, die Trauben des Weinbergs Monte Olmi separat zu vinifizieren. Heraus kam der erste Cru della Valpolicella, seither das Aushängeschild und Schlachtschiff der Societá Agricola Tedeschi. Heute führt Sohn Riccardo Tedeschi mit den Schwestern Antonietta und Sabrina Tedeschi das Weingut, das schon 1972 jährlich eine Million Flaschen produzierte, 2005 auf ca. 8 Mio. erhöhte und heute den jährlichen Output mühelos übertrifft.

Natürlich sind die Tedeschi Experten für den berühmten Amarone della Valpolicella, ebenso für den Recioto, aus dem der Amarone entstand. Aber zu den besten Traditionen des Hauses gehört auch, dass man sich professoralen Rat holt und die Wissenschaft nie vernachlässigt. Ein Ergebnis dieses fortwährenden Prozesses, der sich auch im hochmodernen Equipment und der Computerisierung der Cantina niederschlägt, war 2017 der Erhalt der Zertifizierung Equalitas, die die optimale Verbindung von Sozialem, Umwelt und Ökonomie auszeichnet. Im gleichen Jahr holte man Professor Maurizio Ugliano von der Abteilung Biotechnologie der Uni Verona hinzu, um seither Charakteristika und Aromen der Rebsorten genauestens zu ermitteln.

Und nun, 2020, steht ein weiteres Projekt ins Haus: Riccardo Tedeschi hat sich dem nicht mehr zu negierenden Klimawandel zugewandt, probiert in praktischer Feldforschung am Weinberg aus, wie und vor allem wann die ideale Traubenernte unter den neuen Hitzebedingungen vonstattengehen soll. Das Projekt leitet Professor Giovanni Battista Tornielli von der Uni Verona. Keine Frage, Tedeschi scheint bestens gerüstet für die Zukunft und macht seinem Logo – drei Tempelsäulen (des Wissens) – ebenso wie dem Firmenmotto "(allzeit) auf der guten Seite des Berges" alle Ehre. Davon konnten sich auch die Gäste der Verkostung der Tedeschi-Weine im Berliner Hotel Orania überzeugen.

Monte Olmi von Tedeschi...
Monte Olmi von Tedeschi...

 

Riccardo Tedeschi hatte gleich zehn edelste Weine aus dem Örtchen Pedemonte di Valpolicella in der Provinz Verona mitgebracht, die allesamt als Aushängeschilder der Region Venetien dienen könnten. Gleich der erste Wein war ein Knaller, der dem renommierten Decanter vorab schon eine Bewertung von satten 95 Punkten und James Suckling 92 Punkte entlockte: Der Maternigo Valpolicella 2015 DOC Superiore überzeugte spontan durch seine fruchtige Note und starke, aber sehr ausgewogene Tannine. Das Tedeschi-Weingut Maternigo erstreckt sich über 31 ha zwischen den Orten Tregnano und Mezzane di Sotto. Hier sorgt auch das Terroir der in 350 m Höhe liegenden Weinberge für aromatische Noten wie Kirsche, Schwarze Johannisbeere oder Himbeere. Aber um es gleich zu sagen. Der 2011er Maternigo Valpolicella DOC Superiore war noch besser! Aber, und da ist sich Riccardo Tedeschi, der 2011er gehört eben auch neben dem 2015er und den 2016er zu den besten Maternigo-Jahrgängen. Durchweg reifen diese Weine (40 % Corvina, 40 % Corvinone, 20 % Rondinella) 18 Monate in slawonischer Eiche (20 – 25 Hektoliter), ehe es für mindestens sechs weitere Monate in die Flasche geht.

Weiter ging es mit einem La Fabriseria Valpolicella 2016 DOC Classico Superiore – leicht, rund süffig und extrem gut trinkbar. Der 7 ha große Weinberg La Fabriseria erstreckt sich in Hügellage 8430 – 500 m) in den Gemeinden Fumane und S. Ambrogio und besitzt Südost-Ausrichtung. Auch hier sorgt die Geologie für frische, fruchtige Noten. Die Qualität war zuvor schon professionell mit bis zu 95 Punkten bedacht worden. Auch dieser Wein (40 % Corvina, 40 % Corvinone, 15 % Rondinella, 5 % Oseleta). Auch dieser Wein gelangt in allerdings nur 10 Hektoliter große Fässer aus slawonischer Eiche und reift dort 24 Monate, ehe es für mindestens 6 Monate in die Falsche geht. Und dann die Überraschung: Obschon deutlich niedriger bewertet (max. 92 Punkte), entpuppte sich ein Schmankerl, der La Fabriseria Valpolicella 2007 DOC Classico Superiore einfach als super!

Vorbereitung für die Riesenweine...
Vorbereitung für die Riesenweine...



Und weiter ging es mit der Hitparade bester Riesenweine, etwa dem "Marne 180" 2015 Amarone della Valpolicella DOCG. Dieser Top-Wein, voller Aromen, grandios im Abgang und schon mit bis zu 94 Punkten bewertet, darf seit 2010 die DOCG-Kennzeichnung tragen. Die Trauben stammen vom Maternigo-Weingut, allerdings von ausgewählten Hängen in Ost- und Südostlage und in Höhen von 250 bis 480 m. und so erklärt sich auch der Name des Weins "180": Denn stolze 180 Grad beträgt die Sonnenausrichtung der Weinberge. Geerntet wird Mitte September, ehe der Sortencocktail aus 35 % Corvina, 35 % Corvinone, 20 % Rondinella sowie 10 % Rossignola, Oseleta, Negrara und Dindarella für 30 Monate in slawonische Eichenfässer (20 bis 50 Hektoliter) und weitere sechs Monate in die Flasche muss. Super in der Nase und top auf der Zunge ist auch der Marne 180" 2007 Amarone della Valpolicella. Doch reicht er nicht an den 2015er heran.

Mit dem Capitel Monte Olmi 2013 Amarone della Valpolicella DOC Classico Amarone ist dann das Schlachtschiff der Tedeschi-Geschwister im Glas. Gleich mehrere professionelle Verkoster haben inzwischen für diesen Klassewein 95 Punkte vergeben! Dabei ist der Weinberg am Monte Olmi in der Gemeinde San Pietro in Cariano gerade 2,5 ha groß. Doch in Südwestausrichtung und auf einer Höhe von 160 bis 195 m über dem Meeresspiegel gelegen, entsteht hier ein Wein aus 30 % Corvina, 30 % Corvinone, 30 % Rondinella sowie 10 % Oseleta, Negrara, Dindarella, Croatina und Forselina, der alle Ansprüche bis hin zum super Abgang geradezu übererfüllt. Erstaunlich auch, dass der ebenfalls kredenzte Capitel Monte Olmi 2008 Amarone della Valpolicella DOC Classico durchaus noch etwas warten könnte. Den 2013 erreicht er nicht (bis 93 Punkte). Aber beide halten mühelos 20 Jahre und sind so auch noch 2040 überaus genießbar.

Vineyard la Fabriseria...
Vineyard la Fabriseria...

 

Schließlich setzt der La Fabriseria Amarone della Valpolicella DOC Classico mit den Jahrgängen 2011 und 2007 zwei grandiose Schlussakkorde. Bei ihm sorgen 40 % Corvina, 40 % Corvinone, 15 % Rondinella und 5 % Oseleta für die Extraklasse. Sagenhafte 48 Monate muss der Wein in 10 Hektoliter große Fässer aus slawonischer Eiche und mindestens weitere 12 Monate in die Flasche, ehe die marktreife erreicht ist. Hier überzeugt der 2007er, mehr aber noch der 2011er, dem sogar 97 Punkte attestiert werden.

Fazit: Erlesenste Weine von Weltklasse sind der Capitel Monte Olmi 2013, der La Fabriseria Amarone 2011 und auch der "Marne 180" 2015. Aber durchaus auf hohem Niveau gefallen hat der für mich heimliche Sieger und Außenseiter, Tedeschis Maternigo Valpolicella 2011.

Information:
Società Agricola F.lli Tedeschi, Via G. Verdi, 4/A, 37029 Pedemonte di Valpolicella, Provinz Verona, Region Venetien, Italien, Tel. +39 045 770 14 87, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.tedeschiwines.com 
Degustation: nach Vorbestellung via This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. sowie Tel. +39 045 770 14 87 in folgenden Zeitrahmen: Mo – Fr 9.00 – 12.00 und 14.00 – 18.00 Uhr sowie Sa 9.00 – 12.00 Uhr
Weinladen: Mo – Fr 9.00 – 12.00 und 14.00 – 18.00 Uhr sowie Sa 9.00 – 12.30 Uhr geöffnet

Fotos: Societá Agricola Tedeschi

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Zuletzt bearbeitet am 17/09/2020

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