2020: Hohe Qualität, geringere Produktion

Pinot Grigio delle Venezie: Ein geringerer Ertrag im Weinberg (zwischen -15 und -20%), hervorragende Qualität der Trauben im gesamten Anbaugebiet, steigende Preise (+20%) und wachsende Flaschenabfüllung (im Zeitraum Januar bis August +6,35% für den Jahrgang 2019).

Im Jahr des Covid-19 endet die vierte Produktionssaison des Pinot Grigio delle Venezie DOC mit einer positiven Bilanz, die angesichts der schwierigen Lage aufgrund der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Notlage dieses Jahrhunderts noch beeindruckender ist. Während die Weinernte in den Anbaugebieten Venetiens so gut wie beendet ist, dauert sie indessen in der Region Friaul-Julisch Venetien und in Trient noch einige Tage. Auf den ersten Blick erscheint die Produktionskampagne 2020 sicherlich weniger umfangreich, dafür liegen Qualität und Gesundheit der Trauben in etwa auf gleicher Linie wie im Jahr 2019, wenn nicht sogar noch besser.

Trotz dem heftigen Unwetter, das die Region Venetien in den letzten Wochen heimgesucht hat, wenn auch zum Glück nur in geringen Maßen im Anbaugebiet des Pinot Grigio, erfreuen sich die Trauben bester Gesundheit. Das ist für diese Sorte Trauben gar nicht so selbstverständlich und in diesem Jahr präsentieren die Beeren harmonische chemische Parameter, außerdem eine gute Säure und einen nicht zu hohen Alkoholgehalt. Es bestehen die besten Vorraussetzungen für einen hervorragenden Wein, der bereits nach einer kurzen Gärzeit Anfang September sein vielversprechendes Potenzial zeigt. Der Verdienst geht dabei vor allem an die Winzer im Nordosten, die Jahr für Jahr ihr hohes Wissen und vor allem ihre Leidenschaft für diese besonders feine Traube unter Beweis stellen. Eine gar nicht so einfache Aufgabe, denn sie ist äußerst empfindlich gegen Schimmel und Feuchtigkeit und erfordert daher ganz besonderer Pflege und Sorgfalt.

"In Venetien endete die Weinernte vergangene Woche" erklärt Alberto Marchisio, Generaldirektor von Cantine Vitevis und Vorsitzender bei Assoenologi Veneto Occidentale, "Wir hatten eine recht gute Saison in Anbetracht auf Regen und Temperaturen, wodurch wir im Vergleich zum vergangenen Jahr zwar etwas weniger Trauben ernten konnten – es geht um etwa 5% unter der zulässigen Menge beziehungsweise etwas weniger als 130 t Trauben je Hektar in Übereinstimmung mit den Bewirtschaftungsmaßnahmen von Juni 2020 für etwa insgesamt -15% im Vergleich zur Ernte 2019 - aber dafür haben wir Trauben bester Qualität, sehr ausgewogen und besonders frisch".

Ein definitiv geringeres Angebot und folgend eine Erhöhung des Traubenpreises. "Wir verzeichnen in diesen Tagen einen erheblichen Preisanstieg der Trauben, der im Vergleich zum vergangenen Jahr bis zu 20% höher ist. Ein Erfolg, der zum Teil auf die reduzierte Produktion zurückzuführen ist, aber vor allem mit den im Juni festgelegten außerordentlichen Maßnahmen in Verbindung steht, wobei es darum ging, die Erträge und die gesetzlich zulässige Einlagerung neu zu definieren. Ein Beweis dafür ist, dass das Konsortiums delle Venezie DOC durch sein Produktionsmanagement die ersten wichtigen Erfolge verzeichnen kann" so das Kommentar des Vorstands des Konsortiums delle Venezie DOC Albino Armani und er fährt fort "Ein wirklich außerordentliches Jahr, was die Preise des Pinot Grigio betrifft. Im Gegensatz zu einer eher flachen Stabilität auf nationaler Ebene, erlebt unser DOC eine bedeutende Steigerung der Preise und der Abfüllungen: Zwischen Januar und August 2020 haben wir durchschnittlich 151.490 hl/Monat abgefüllt. Dies bedeutet eine durchschnittliche monatliche Steigerung von +3% im Vergleich zum Jahr 2019".

Besonders erfolgreich ist auch die Produktion in der Region Trient, wo die Ernte der Pinot Grigio Trauben noch einige Tage dauert. "Die Trauben sind in perfektem Zustand" schwärmt Goffredo Pasolli, Önologe des Weinguts Gaierhof in Roverè della Luna (TN) und Vorsitzender bei Assoenologi Trentino. "Trotz der starken Regenfälle der letzten Wochen konnten wir durch eine gut durchdachte Weinernte eingreifen, indem wir diese in Risikogebieten wie im südlichen Teil der Region Trient zeitlich vorverlegt haben. Zurzeit läuft die Weinernte weiter nördlich noch auf Hochtouren und endet etwa Mitte September. Wir sind sehr zufrieden mit der Qualität des Pinot Grigio, etwas weniger mit der Menge, denn, wie im Sommer bereits vorausgesagt wurde, liegt die Produktion etwa 15 bis 20% unter der sonst üblichen Ausbeute. Dies, obwohl der Regen der letzten Tage die Trauben wieder ein wenig "fülliger" gemacht hat".

Auch in den Weinbergen der Region Friaul-Julisch Venetien, bei denen es in klimatischer Hinsicht etwas auf und ab ging, sind die Trauben des Pinot Grigio relativ einheitlich gereift. "Es hat genau richtig geregnet und auch die Sonne war nicht zu stark" sagt Rodolfo Rizzi, Direktor des Weinkellers Cantina di Ramuscello und San Vito sowie Vorsitzender bei Assoenologi Friaul-Julisch Venetien "Auch in unserer Region hat das passende Klima dazu geführt, eine optimale Reifung des Pinot Grigio zu erreichen. Die Beeren sind gesund und die Qualität übertrifft die des Jahres 2019. Hervorragend ist auch das Verhältnis zwischen Zucker und Säure, wobei die Trauben im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren dennoch nicht zu süß sind, während der Säuregehalt genau richtig und äußerst interessant ist. Die ersten, frisch gegärten Weine sind sehr vielversprechend, sortenrein und reich an Frische, was uns sehr glücklich macht. Was die Mengen betrifft, hatten wir abgesehen von einigen äußerst heftigen Tagen intensiven Regens das Glück, eine ausreichende Menge an Trauben zu ernten: Es gab lediglich einige Einbüßungen aufgrund der Dürre im Frühling, die manche Landstreifen der Region betroffen hat. Aber die Lage war längst nicht so schlimm, wie am Anfang der Saison befürchtet worden war".

Laut Andrea Paladin, dem Sprecher von Coldiretti Veneto im Verwaltungsrat des Consorzio delle Venezie DOC, handelt es sich um einen guten Jahrgang: "Was den Ertrag angeht, ist augenscheinlich, dass es keine besonders üppige Ernte ist, dafür ist jedoch die Qualität vorzüglich und der Markt ist sehr wohlwollend in dieser Hinsicht und reagiert äußerst positiv. Es ist noch zu früh, um Prognosen zu stellen, aber wir sind uns sicher, dass die Bedingungen gut sind. Es ist eine recht heikle Phase, was den Verkauf betrifft, da die Verkäufer hohe Erwartungen aufgrund des geringeren Angebots haben, während die meisten Einkäufer insbesondere mit den Einzelhandelsunternehmen vertraglich gebunden sind. Mit dieser Produktionskampagne, die zwar nicht besonders umfangreich, dafür aber von bester Qualität ist, haben wir besonders günstige Aussichten auf dem Markt, obwohl die derzeitige Lage sowohl in wirtschaftlicher wie auch in globaler Hinsicht nicht wirklich einfach ist".

Foto: Lorenza Panizza

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