Print this page


Appius - Die Spitze Südtiroler Weißweinkultur

Hans Terzer, in Personalunion Geschäftsführer und Kellermeister der traditionsreichen Kellerei St. Michael-Eppan, gilt zu Recht als visionärer Vorreiter Südtiroler Spitzenweißweine!

Unter seiner Ägide stieg die 1907 gegründete Genossenschaft mit rund 330 Mitgliederbetrieben, die im Großraum der wichtigsten Weinbaugemeinde Südtirols etwa 350 Hektar Rebflächen bewirtschaften, zu einem der erfolgreichsten Weinerzeuger Italiens auf. Kein Wunder also, dass Terzer, der das Amt des Kellermeisters bereits 1977 übernommen hat, im Jahr 2000 zu einem der zehn besten Winemaker des Planeten gekürt wurde, während sich die Kellerei im selben Jahr mit dem prestigeträchtigen Titel Cantina dell Anno schmücken durfte. Seither hagelt es Auszeichnungen wie am Fließband.

Beigetragen zu diesem fast schon legendären Ruf haben dabei vor allem die Ausnahmeweine der von Terzer kreierten Sanct Valentin Reihe – allen voran sein spektakulärer Sauvignon Blanc, der in Italiens Weinbibel Gambero Rosso seit Jahren regelmäßig mit der Höchstnote, den "tre bicchieri", bewertet wird und unter Weinliebhabern längst Kultstatus genießt. Doch Terzer ist kein Mann, der sich auf seinen Lorbeeren ausruhen würde.

Hans Terzer: visionärer Vorreiter Südtiroler Spitzenweißweine.
Hans Terzer: visionärer Vorreiter Südtiroler Spitzenweißweine.

 

So kam er vor einigen Jahren auf die Idee unter dem Namen Appius – dem alten lateinischen Namen Eppans - einen einzigartigen Südtiroler Spitzenwein zu kreieren, ein "Best of the Best" des jeweiligen Jahrgangs sozusagen, der nun seit mittlerweile sechs Jahren die Qualitätsspitze im Sortiment der Kellerei bildet, im Vergleich zur Gesamtproduktion von immerhin rund 2,5 Millionen Flaschen aber nur in homöopathischen Dosen produziert wird. Von den insgesamt rund 6000 Flaschen schaffen es am Ende dann gerade mal ca. 20 Prozent über den Brenner. Das meiste aber wird an die Spitzengastronomie in Südtirol und dem Rest Italiens verkauft. Mit rund 100 Euro Endkundenpreis ist diese Essenz Südtiroler Weißweinkultur, deren elegante Flaschen mit jährlich wechselndem Label einzeln in Holzkisten verpackt sind, aber auch nicht gerade ein Schnäppchen. Wir haben nun den aktuellen 2015er Jahrgang exklusiv für den Kulinariker verkostet.

Wie ihre Vorgänger ist auch die 2015er Edition des Appius – in Südtirol einer der besten Jahrgänge des vergangenen Jahrzehnts, der den Winzern optimal ausgereiftes Traubengut beschert hat - eine Cuvée aus den großen Weißweinrebsorten der Region, deren exaktes Mengenverhältnis Terzer und sein Team allerdings Jahr für Jahr in Abhängigkeit von den klimatischen Gegebenheiten neu definiert. Diesmal dominiert bei der Cuvée mit rund 55 Prozent der Chardonnay, ergänzt von 20 Prozent Pinot Grigio, 15 Prozent Pinot Bianco und abgerundet mit zehn Prozent Sauvignon Blanc.

Der Winemaker und sein ganzer Stolz...
Der Winemaker und sein ganzer Stolz...

 

Die Rebberge mit ihren mineralischen Kalkschotter- bzw. Moränenschuttböden und südöstlicher bzw. südwestlicher Ausrichtung, aus denen das Lesegut für den Appius stammt, sind im Schnitt zwischen 25 und 35 Jahren alt. Nach der manuellen Lese – Terzer selektiert dazu persönlich einzelne Weinstöcke in den Rebbergen - finden Vergärung, biologischer Säureabbau (ausgenommen beim Sauvignon) und Ausbau in hochwertigen französischen Barrique-Tonneaus statt. Assembliert wird die Cuvée schließlich nach gut einem Jahr und bekommt dann noch drei Jahre Zeit, um in Stahltanks auf der Feinhefe zu reifen, bevor sie schließlich abgefüllt wird. Das erklärt auch, warum gerade erst die 2015er Edition freigegeben wurde.

Doch keine Eile. Der Wein hat ein Alterungspotenzial von 10 Jahren und mehr. Allerdings macht der 2015er Appius auch schon heute jede Menge Spaß. Im Glas präsentiert sich der Wein, mit 13,5 Volumenprozent wahrlich kein Leichtgewicht, in eine leuchtend gelbe, lebendige Robe gehüllt. Am Anfang birst das vielschichtige Bukett vor Aromen exotischer Früchte wie Ananas und Mango, aber auch Kiwi. Nach einigen Minuten treten dann eher Melone, Aprikose und Weinbergpfirsich ins Rampenlicht. Das Ganze umspielt von wunderbar eingebundenen Röstaromen. Am Gaumen tritt der Appius dann unerwartet druckvoll an mit perfekt austariertem Säuregerüst und bebender Frische, gleichzeitig aber auch mit zart schmelzenden balsamischen Noten sowie einem Anflug von Minztoffee. Großartig und – im besten Sinne – ganz schön komplex. Ein Wein zum Meditieren.

Appius: kein Leichtgewicht, aber mit perfekt austariertem Säuregerüst.
Appius: kein Leichtgewicht, aber mit perfekt austariertem Säuregerüst.

 

Die ideale Trinktemperatur für den Appius liegt bei ca. acht bis zehn Grad und natürlich ist er auch ein perfekter Speisebegleiter. Kellermeister Terzer empfiehlt den Wein zu Gerichten der asiatischen Küche, aber auch zu würzigen Gerichten mit weißem Fleisch oder Wild, sowie zu kräftigen Fischgerichten, die der Wucht des Weines Paroli bieten können.

Weitere Infos zu den Weinen der Kellerei St. Michael-Eppan: www.stmichael.it

Fotos: Flaschen: Kellerei St. Michael-Eppan / Weinmacher: Oskar Da Riz - www.dariz.com

Submit to DiggSubmit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn
Zuletzt bearbeitet am 19/12/2019

Artikel weiterempfehlen und/oder drucken (auch PDF):

Autor

Thomas Hauer