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Alto Adige Wine: Exzellentes Niveau beim 2. Wine Summit

Die Südtiroler Winzer und Kellereien präsentierten beim 2. Wine Summit ihre Kostbarkeiten vor einer Kulisse zum Niederknien...

Im Anblick der fantastischen Dolomiten stellten die Winzer ihre exzellenten Weine vor, informierten über die Neuigkeiten und Einzigartigkeiten dieser vielfältigen Produkte des traditionsreichen Landes. Zum Auftakt gab es im Schloss Maretsch bei "Alto Adige Wine Meets You" erste vielversprechende Kostproben. Die Küchenchefs Manuel Ebner vom Restaurant 1524 im "Ansitz Rungghof "und Herbert Hintner vom Restaurant "Zur Rose" kreierten zusammen das Menü des Abends mit Tatar vom hausgemachten Saibling mit Krenmousse und eingelegten Radieschen, Risotto-Knoblauch, Ochsenschwanz, dehydrierter Blauschimmel, Schwarzbrot, wilder Kohl, Reh, Artischocke, Eukalyptus, Pinienkerne, Tagiasca Oliven-Pecorino sowie Himbeerdelizie mit marinierten Waldfrüchten und Waldmeistergelee.

Dazu reichten – und hier sollte wirklich keiner unerwähnt bleiben - die Produzenten Arunda Sektkellerei, die Kellerei Bozen, Castelfeder, Peter Dipoli, die Kellerei Kaltern, der Weinhof Kobler, die Kellerei Kurtatsch, die Kellerei Meran, das Weingut Hans Rottensteiner, die Kellerei Schreckbichl, die Kellerei St. Michael Eppan, die Kellerei Terlan, die Kellerei Tramin, der Mayr Josephus Erbhof Unterganzner und Peter Zemmer jeweils eine passende Weinbegleitung - eine Herausforderung, die perfekt gemeistert wurde und schon die enorme Vielschichtigkeit der Weine, aber auch das hervorragende handwerkliche Niveau der Weinproduktion bewies.

Herbert Hintner und Manuel Ebner.
Herbert Hintner und Manuel Ebner.

 

Unter dem Titel "Contrast Meets Harmony" fanden die drei Impulsvorträge "Kontraste im Südtiroler Weinbau" statt. Dr. Georg Niedrist vom Institut für Alpine Umwelt referierte über "Extrem normal. Klima und Klimawandel im Südtiroler Weinbau" und der Geologe Dr. Carlo Ferretti setzte sich mit dem Thema "Ein komplexes Puzzle: Geografie und Geologie in Südtirol" auseinander. Beide verdeutlichten die Dichte sämtlicher vorhandener Faktoren des besonderen Mikroklimas, denn zum einen schützt die Alpenkette vor kalten, niederschlagsreichen Luftmassen aus dem Norden während warme Strömungen vom Süden nach Südtirol gelangen.

Milde Sonnentage, warme Böden, ausreichend Niederschläge, kühle Nächte und kräftige Winde sorgen für fruchtige Frische im Wein. Auf Höhen um 1.000 Meter über dem Meeresspiegel wachsen anspruchsvolle, finessenreiche Sorten wie Weißburgunder, Sauvignon Blanc oder Blauburgunder. In den Tallagen reifen auch spät reifende Sorten wie Lagrein, Merlot und Cabernet. Dr. Leo Andergassen vom Schloss Tirol hielt einen informativen Vortrag über "Südtirol, ein Seismograph im Fadenkreuz europäischer Kunst" und beendete ihn mit dem Zitat "Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht einmal vergangen" von William Faulkner.

Dr. Leo Andergassen.
Dr. Leo Andergassen.

 

Gemäß seinen Worten "Kunst bietet emotionale Räume, die vor allem im Kontext der Weinkultur neu zu erschließen sind" rollte der Kunsthistoriker einen wunderbaren, leuchtend roten Teppich aus für die Anteprima "Innovation meets Tradition", bei der mehr als 50 Winzer ihre vielversprechenden, qualitativ hochwertigen neuen Weine präsentierten.

Dinner mit Sternen unter dem Sternenhimmel

Am Abend begeisterte die Südtiroler Kochlegende Norbert Niederkofler vom Restaurant St. Hubertus/ Rosa Alpina (3 Michelin-Sterne) mit seinem Menü im Parkhotel Laurin. Zu den köstlichen Vorspeisen von Manuel Astuto, kalte Auberginen-Parmigiana sowie Essenz aus heimischen Tomaten und kleinen Pustertaler Tirteln wurde der saftige und komplexe Sekt Brut Praeclarus aus der Kellerei St. Pauls gereicht.

Die Südtiroler Kochlegende Norbert Niederkofler.
Die Südtiroler Kochlegende Norbert Niederkofler.

 

Zum Tatar von der Renke wurden aus dem Hause Manincor der Südtirol Weißburgunder Eichhorn 2015 und der Sauvignon Tannenberg 2016 serviert. Risotto & Graukäse wurde von einem Chardonnay Flora 2017 aus der Kellerei Girlan und einem Pinot Grigion Soll 2018 aus der Kellerei Kaltern begleitet. Sehr gelungen zur feinen Kalbszunge & rote Preiselbeere ein Chardonnay Riserva Au 2015 und ein Cabernet-Merlot Linticlarus 2016 vom Weingut Tiefenbrunner.

Zum Lammrippchen harmonierten ein Weinberg Dolomiten Weiß Casón 2016 und ein Südtirol Merlot MCM 2015 vom Weingut Alois Lageder. Die süße Region mit einem leckeren Latschenkiefer-Marshmallow fand eine ideale Ergänzung durch den Goldmuskateller Passito Quintessenz 2015 von der Kellerei Kaltern oder einem edlen Rosenmuskateller Pasithea Rosa 2016 aus der Kellerei Girlan.

Speiseraum zur Wine Summit Veranstaltung.
Speiseraum zur Wine Summit Veranstaltung.

 

Terroir meets Passion - Die Eleganz der Blauburgunder

Zu den bekanntesten Lagen für den Südtiroler Blauburgunder gehört das Weindorf Mazon oberhalb der Gemeinde Neumarkt. Durch die optimale Ausrichtung des Hochplateaus gedeihen dort vorzügliche Blauburgunder. Dazu der Boden aus Lehm, Porphyr und Kalkstein der Dolomiten birgt optimale Bedingungen. Die Weingärten sind dem Südwind "Ora“ ausgesetzt, der zum Abend talaufwärts weht und für eine gute Durchlüftung sorgt. Niedrige Erträge aus den kleinen, gesunden Beeren alter Rebstöcke sorgen für großartige Qualitäten.

Der elegante und raffinierte Vigna Ganger Pinot Noir Riserva 2015 mit einer filigranen und komplexen Struktur aus der Kellerei Girlan gilt als ein Flaggschiff unter den Blauburgundern. "Jahrelange, aufwändige Recherchen und unzählige Tests mittels Ausbau kleinster Weinmengen haben uns schließlich zur idealen Lage geführt, der Monopollage Ganger. Sie zeichnet sich durch ein einzigartiges Mikroklima und tiefgründige Ton- und Kalkböden aus. Es ist der Entstehungsort des Vigna Ganger Pinot Noir Riserva", berichtet Marc Pfitscher von der Kellerei Girlan. Auch der Pinot Noir Riserva DOC Trattmann 2016 begeistert mit seinen Aromen von Kirschen und Pflaumen, sowie einem lang anhaltenden Abgang.

Eine kleine Legende: Hayo Loacker präsentiert seinen Wein.
Eine kleine Legende: Hayo Loacker präsentiert seinen Wein.

 

Der Pinot Nero Riserva Matan 2006 vom Weingut Pfitscher stammt aus den besten Blauburgunder Lagen in Montan. Große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht verleihen dem kräftigen Wein einen starken, fruchtbetonten Charakter.

Auf einer Höhe von 1150 Metern über dem Meeresspiegel gedeihen ausgezeichnete Blauburgundertrauben von Franz Haas. Seine Weinberge befinden sich in den Gemeinden von Neumarkt, Montan und Aldein auf einer Höhe von 240 bis zum neuesten Weingarten auf 1.150 Metern. Schon im Jahr 2000 pachtete Franz Haas wegen des Klimawandels mehrere Hektar auf Höhen bis zu 850 Meter über dem Meeresspiegel. Die neuen Anlagen bringen ausgezeichnete Ergebnisse und liefern Trauben für langlebige, aromatische, frische und säurebetonte Weine, unter anderem wegen der thermischen Bedingungen und vier weiteren Sonnenstunden pro Tag. Gerade der Blauburgunder Pönckler 2013 überzeugt mit seiner Weichheit und Komplexität.

Franz Haas.
Franz Haas.

 

Pinot Nero Riserva Burgum Novum 2008 lautet das Zauberwort für einen hervorragenden Blauburgunder vom Weingut Castelfeder. Der Wein ist einer ausgeprägten Detailarbeit zu verdanken und verkörpert auf wunderbare Weise den Charakter der alten, seit Jahrzehnten gepflegten, wertvollen Rebanlagen in einer der besten Pinot Noir Lagen Südtirols. Im Gaumen zeigt der extraktreiche Wein eine gute Balance und eine angenehme Säure.

Mountain meets Valley - Dinner in the Dolomites

Ein weiteres Highlight bedeutete die Verkostung verschiedener Weine aus unterschiedlichsten Höhenlagen auf der Sofie Hütte auf 2.400 Metern. durch die vorherigen vielen hervorragenden und unterschiedlichen Weingenüsse waren die Geschmacksnerven sensibilisiert und konnten sich auf das anstehende Genusserlebnis freuen.

Karoline und Julia Walch.
Karoline und Julia Walch.

 

Beim Tasting & Dinner waren die Produzenten Weingut Loacker, die Eisacktaler Kellerei, der Glassierhof, der Produzent Kettmeir - Santa Margherita, das Weingut Köfererhof, der Baron Longo, das Weingut Niklas, der Obermoserhof, das Weingut Pacherhof, die Bergkellerei Passeier, das Weingut Plonerhof und die Stiftskellerei Neustift vertreten.

Zum traditionellen, innovativ interpretierten Menü Kartoffelteigtaschen mit Sauerkraut, ein Knödeltrio, Hirschfilet mit Gin-8025-Sauce sowie ein perfekt gelungener Apfelstrudel gab es als kleines I-Tüpfelchen: Der Baita Sofie 8025 Gin, benannt nach den in Fuss umgerechneten Höhenmetern der Baita Sofie im Südtiroler Grödner Tal. Gewonnen wird er aus Kräutern und Gräsern, die ausschließlich oberhalb von 2000 Metern in der Umgebung der Sofiehütte gepflückt werden. Zusammen mit seinem Freund Alberto von Villa Laviosa hat Almwirt Markus Prinoth mit viel Hingabe einen hervorragenden Gin gebrannt.

Prickelndes Finale

Beim Brunch im Gloriette Guesthouse präsentierten sich die Südtiroler Sektproduzenten. Diese Vereinigung der Südtiroler Sekterzeuger produziert nach dem klassischen Verfahren jährlich rund 250.000 Flaschen Sekt. Zu dem Septett gehören die Produzenten Kettmeir, Arunda, St. Pauls, Kaltern, Martini, von Braunbach und die Kellerei Meran. Trotz der kleinen Produktion überzeugt auch hier die enorme Qualitätsdichte des beispielhaften Mosaiks der Sektproduzenten.

Informationen
Südtirol Wein, www.suedtirolwein.com
Vinum Hotels Südtirol, www.vinumhotels.com
Hotel Saltus, www.hotel-saltus.com
Südtiroler Sekt, www.suedtirolersekt.it
Manincor, www.manincor.com
Schreckbichl, www.colterenzio.it
Girlan, www.girlan.it
Loacker, www.loacker.bio
Cantina Tramin, www.cantinatramin.it
Cantina Kurtatsch, www.kellerei-kurtatsch.it
Rottensteiner, www.rottensteiner-weine.com
Elena Walch, www.elenawalch.com 

 

Impressionen:

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 28/09/2019

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Autor

Carola Faber