Leipzig: Hang zur Lebensfreude

Große Kochkunst bietet das Ehepaar Petra und Detlef Schlegel. Ihr Restaurant Stadtpfeiffer im Leipziger Gewandhaus trägt bereits seit 2003 einen Michelin-Stern...

Kein Wunder, denn die beiden agieren mit äußerster Professionalität. Das Aussehen und die Zubereitung der Speisen zeugt von einem hohen ästhetischen Anspruch. Restaurantleiterin Petra Schlegel versorgt mit ihrem sehr aufmerksamen Team die Gäste, während Detlef Schlegel mit Souveränität und Kreativität die Menüs plant und zubereitet.

"Wir haben hier viele internationale Gäste, aber auch Einheimische. Besonders gern angenommen werden unter anderem die Themenabende, wie Hummer, Trüffel und Gans und Abende an denen wir die Menüs auf die Konzerte abstimmen", freut sich Petra Schlegel über die besondere Lage des Gourmetrestaurants.

Nach vielversprechendem Amuse Bouches wird als erster Gang Seeteufel, Hummer und gegrilltes Gemüse gereicht. In jedem Detail steckt ein kleines Universum. Dazu mundet ein 2017 Riesling trocken von Klaus Zimmerling. Der Duft von Kräutern und Apfel fügt sich mit Zitrus- und Pfefferaromen hervorragend zu der Speise. Alternativ wird Leber von der Mieralente an schwarzem Holunder serviert. Die Feinheit des Gerichts wird passend von einer Rarität aus dem Weinkeller des Winzers Karl Friedrich Aust begleitet. Seine 2017 Traminer Spätlese gefällt durch den Duft von Mango und Melone. Die schmackhaften Pilze aus dem Auenwald, Ravioli, Eigelb und etwas Salbei sind wie ein Gemälde zusammengestellt und lassen das Gefühl entstehen, mitten in der Natur zu sein.

Geschmacklich und optisch mehr als nur eine Reise wert!
Geschmacklich und optisch mehr als nur eine Reise wert!

 

Herrlich delikat

Das zweite Menü fährt mit dem Trio Oktopus, Fenchel und Pernod fort. Auch hier ist deutlich zu spüren, dass Detlef Schlegel reichlich Erfahrungen in der Zusammenstellung einzelner Komponenten gesammelt hat und ganz genau das Maß der Zutaten einschätzen kann. Beide Gerichte werden von einem feinen 2014 Silvaner Karsdorfer Höhe vom Weingut Uwe Lützkendorf untermalt. Die Apfel- und Birnenaromen wirken wie eine zusätzliche Komponente im Gericht.

Herrlich delikat gelingen die beiden folgenden Gänge: Kabeljau, Bohne und Trüffel (und als I-Tüpfelchen Nüsse) sowie Saibling, Jakobsmuschel, Muskatkürbis und Ingwer. Sehr schön dazu wirkt ein komplexer 2011 Riesling Schlossberg Grand Cru Colette Faller der Domaine Weinbach, denn auch hier überzeugt die Finesse und ein langer Abgang. Es folgen als Hauptgang das junge Rind an Kohlrabi und Radieschen sowie das liebevoll dekorierte Salzwiesenlamm mit Artischocke, Safran und Lakritz. Auch hier begeistert die geschickte Wahl bei der Weinbegleitung, denn der harmonische 2010er Château Moyau 1792 AOC zeigt eine tolle Nase mit Aromen von Kirschen, Sommerfrüchten, Schokolade und Gewürzen. Am Gaumen wirkt er konzentriert und betört durch den langen Abgang.

Das Speisevergnügen wird durch einen Zwischengang ergänzt. Einmal ist es das würzige Ensemble Roquefort, Quitte und Walnuss, das treffend von einem 2015 Weißburgunder vom Flaggschiff Schloss Proschwitz, Kloster Heilig Kreuz Weißburgunder. Auch hier sind unter anderem filigrane Aromen von Quitten sowie Pfirsiche und Zitrusfrüchten zu vernehmen. Von einem vielschichtigen 2015 Chateau Doisy-Védrines Sauternes, der sich am Gaumen zart cremig und mit einer perfekt ausbalancierten Säure gibt, wird der Ziegenkäsetaler an Rhabarber und Erdnuss begleitet. Passionsfrucht, weiße Luftschokolade und Kardamom bildet den süßen Abschluss, der würdig von exzellentem und verführerisch duftendem Himbeerbrand aus dem Hause Etter vervollkommnet wird.

Team im Stadtpfeiffer...
Team im Stadtpfeiffer...

 

Zum Finale des zweiten Menüs wird Bitterschokolade, Ananas und Lavendel zusammen mit einer 2017 Riesling Spätlese Naumburger Steinmeister vom Weingut Hey präsentiert. Auch hier stimmt wieder jedes Detail, jede Zutat. Einfach herrlich.

Fazit: Ein Höchstmaß an Präzision und Professionalität, inklusive einer hervorragenden Weinbegleitung, ermöglichen dieses extravagante Gourmeterlebnis.

Stadtpfeiffer, http://www.stadtpfeiffer.de

Hoteltipp: Das arcona LIVING BACH14 befindet sich in der Leipziger Innenstadt, im denkmalgeschützten Thomaskirchhof. Das Gebäudeensemble besteht aus dem Renaissancehaus, einem der ältesten Wohngebäude der Stadt, dem historischen Vorderhaus mit Blick auf die Thomaskirche und dem Bachdenkmal sowie dem neu errichteten Rückgebäude auf der Gartenseite. https://bach14.arcona.de

 

Impressionen:

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 16/07/2019

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Autor

Carola Faber

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