Apulien: Kulinarische Juwelen

Apulien, die an der südlichen Grenze Europas mitten im Mittelmeerraum gelegene und nach Osten hin ins Meer vorgestreckte Region, bildete seit jeher die Brücke zwischen Orient und Okzident. Griechen, Römer, später die Ostgoten, die Normannen, Byzantiner und Staufer - alle hinterließen dort ihre Spuren…

Dank der geographischen Lage blühte im Süden des Landes auch schon immer der kommerzielle und kulturelle Austausch. Heute wird Apulien besonders wegen der feinen Sandstrände zwischen felsigen, abwechslungsreichen Küstenabschnitten, romantisch weiß getünchten Dörfern, gehaltvollen Weinen, Jahrhunderte alte knorrige Olivenbäume und einer ausgezeichneten und vielseitigen Küche geschätzt. Gemüse, Obst, Getreide, feinstes Olivenöl und erstklassige Meeresfrüchte - durch die vielen verschiedenen Produkte wurde Apulien auch gern als Kornkammer Italiens bezeichnet. Besonders charakteristisch für Apulien sind neben den schmucken Städten mit ihren zahlreichen Kulturschätzen die Trullis, spitz zulaufende, kleine Rundbauten aus Stein damals Wohnhäuser der „Armen Leute“, sowie die aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammenden Landhäuser (Masserie) reicher Großgrundbesitzer. Als Geheimtipp für den Aufenthalt während einer Entdeckungsreise durch den Stiefelabsatz zu den kulturellen und kulinarischen Juwelen sind die Häuser der Alchimia Collection zu empfehlen. Egal ob die Masseria Alchimia, die schmuckvolle Stadtwohnung Palazzina Alchimia in Fasano oder die Attika Wohnung Toretta Alchimia neben der Kathedrale von Ostuni - alle Wohnungen zeugen von einem ausgeprägten Gespür für Kunst und Design.

Don Ferrante: Hoch über dem Meer

Im Herzen der Altstadt von Monopoli befindet sich an der Festungsmauer aus dem Jahr 500 das Hotel und Restaurant Don Ferrante. Zauberhaft, hoch über dem Meer gelegen, können die Gäste den fantastischen Ausblick wie auch das köstliche Menü genießen.

Restaurant Don Ferrante.
Restaurant Don Ferrante.

 

Als Vorspeise bereitet Chefkoch Luigi Brandonisio Prosciutto mit frittierten Gnocchi zu. Dazu mundet ein 2017 Faraone Verdeca, der in der Nase durch feine florale Noten und Zitrusfrüchte betört. Außerdem zeigt der Weißwein eine ausgewogene Balance zwischen Frische und Kraft sowie eine vielschichtige Aromenstruktur. Nach dem klassischen Gang mit Mozzarella-Tomate folgt knuspriger Oktopus, Rüben, grüne Bohnen und Minze. Sehr lecker. Als Hauptgang wird Seebarsch, grüner Wildspargel und Salat gereicht. Alles ist sehr knackig und frisch. Dazu harmoniert der "Cantele Negroamaro Rosato 2018 Salento IGT" mit seinen verführerischen Noten von Rosen und Erdbeeren. Perfekt gewählt für den Ort und die Speise.

Masseria Salinola: Unter dem 1300 Jahre alten Olivenbaum

Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Masseria Salinola liegt im Herzen von Apulien, zwischen grünen Hügeln, alten Olivenbäumen und dem kristallklaren Meer von Ostuni. Ehemals wurde das Gebäude als antikes Salzdepot genutzt. Heute befinden sich ein Hotel und ein ausgezeichnetes Restaurant in dem schmucken Gebäude. Auf sieben Hektar Land wachsen unter anderem Gemüse, Obst und knorrige Olivenbäume, die teilweise bis zu 1300 Jahre alt sind. Die Einfachheit des Ortes, die herzliche Gastfreundschaft des Familienbetriebs und die Authentizität der Küche bereiten in der charmanten Masseria, wo die Zeit tatsächlich stehen geblieben zu sein scheint, ein unvergessliches Erlebnis.

Leckeres in der Masseria Salinola...
Leckeres in der Masseria Salinola...

 

Der Qualität des Öls aus der eigenen Produktion, den schmackhaften Gartenprodukten wie auch den hervorragenden Kochkünsten von Lucia Bello ist der gute Ruf des Restaurants zu verdanken. Als Vorspeise wurde eine Kürbisblüte, gefüllt mit Ricotta und Minze an einer Sauce aus Rote Bete gereicht. Es folgte ein Auberginen-Pie mit Mozzarella und Basilikum. Beides sehr gelungen! Anschließend begeistern die Tagliatelle mit Artischocken, gebackener Tomate und Cacioricotta. Ein Geschmack zur Verinnerlichung. Die vegetarische Zucchini ist mit Parmesan und Mozzarella überbacken. Basilikum verleiht dem Gang seine pfiffige Note. Knusprig gebacken und mit cremigen Schmelz gefüllt sorgen die Cannolo mit Ricotta für einen himmlischen Abschluss. Als Weinbegleitung hat Inhaber Daniele Capriglia einen 2018 TINAIA Salice Salentino Bianco DOP gewählt. Noten von reifen Früchten wie Ananas, Aprikose und Banane sowie intensive und komplexe Aromen von Honig und Vanille unterstützen den Geschmack der wunderbaren Gerichte, die beim Verweilen an der Feuerschale im Hof gern noch in Erinnerung bleiben.

Osteria Del Tempo Perso: In der Höhle des Bäckers

Wer nicht vorbestellt hat, wird keinen Platz erhalten: Die Osteria del Tempo Perso gehört zu den bekanntesten Adressen in der weißen Stadt Ostuni. Der Speisegenuss in dem Restaurant ist gleichbedeutend mit dem Genuss der exquisiten Aromen der für Apulien und Ostuni typischen gehobenen Küche in einer Atmosphäre von unvergleichlichem Charme. In der mehrfach ausgezeichneten Küche werden Spezialitäten der gastronomischen Tradition Apuliens zubereitet. Eine Anpassung an den Rhythmus der Jahreszeiten ist dabei selbstverständlich.

In der Osteria del Tempo Perso...
In der Osteria del Tempo Perso...

 

Einer der Gasträume befindet sich in einer ehemaligen Backstube in einer alten Felshöhle aus dem 15. Jahrhundert mit dem original erhaltenen Ofen. Auch das Ambiente zeugt von Tradition. Während die Gäste in den gemütlichen Felsennischen sitzen, werden die delikaten Gerichte auf handgetöpfertem Geschirr aus Grottaglie serviert. Als Weinbegleitung wird ein Rosa del Golfo Bolina 2018 gereicht. Die fruchtbetonte, saftige Art des Verdeco sorgt für ein angenehmes Geschmackserlebnis. Am Gaumen dominieren heimische Kräuter und köstliche Grapefruitnoten. Als Vorspeise bereitet Chefkoch Rico Cesario mit Ricotta gefüllte Zucchiniblüten vor. Äußerst delikat gelingt ihm das Rote Gambas-Carpacchio mit Burrata und Rogen. Ein weiterer Höhepunkt unter den kulinarischen Kostbarkeiten mit dem unverfälschten Geschmack Apuliens sind die äußerst zarten Rippchen in Honigsauce. Dazu ein komplexer und eleganter 2013 Rivera Il Falcone Castel del Monte Riserva, ein Wein mit einem großartigen Charakter, der perfekt den Hauptgang abrundet!

Hosteria Corte Santa Lucia: Rezepte der Großmütter

Mitten in der hübschen Stadt Nardò mit einem sehenswerten historischen Zentrum und archäologischen Stätten befindet sich die Hosteria Corte Santa Lucia. Bestes Beispiel für Leidenschaft und Passion der apulischen Küche. Aromatische Tomaten und kerniges Getreide, zart duftende Mandeln oder feinstes Olivenöl: In der Hosteria werden Gerichte aus dem vergessenen Salento angeboten und solche, die jeden Gourmet ins Schwärmen geraten lassen. Köchin Patrizia und ihr Ehemann Luigi haben geradezu magische Gerichte kreiert, die irgendwo zwischen den traditionellen Rezepten der Großmütter und aktuellem Zeitgeist anzusiedeln sind.

Köchin Patrizia und ihr Ehemann Luigi.
Köchin Patrizia und ihr Ehemann Luigi.

 

Das Restaurant befindet sich in einer gemütlich eingerichteten Ölmühle aus dem 17. Jahrhundert. In der Küche werden einige seltene Gemüse- und Hülsenfrüchtegericht zubereitet. Dazu gehört die Gerstensuppe aber auch Dinkel- und Venere-Reis, Suppe mit Rotkohl oder Gemüse wie Mùgnuli. Dazu gibt es die Neuinterpretationen typischer salentinischer und regionaler Gerichte wie Ciceri und Tria mit Venusmuscheln, Kichererbsen und Mandelfilets, Gorgonzola-Muscheln und Orecchiette mit Rübenspitzen und Burrata-Herz. Weiter bietet die umfangreiche Karte Pferdefleisch, Fleischbällchen mit Tomatensauce, Kalb mit Radicchio sowie Scamorza, gebratenen Fisch und verschiedenste Grillvariationen. Immer schmackhaft!

Informationen:
Hosteria Corte Santa Lucia, http://www.cortesantalucia.com/
Masseria Salinola, http://www.masseriasalinola.it
Don Ferrante, http://www.donferrante.it
Osteria del Tempo Perso, https://www.osteriadeltempoperso.com
Alchimia-Collection, http://www.alchimia-collection.it

 

Impressionen:

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 26/06/2019

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Autor

Carola Faber

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