Mit Hightech-Keller: Conte Vistarino aus dem Oltrepò Pavese

Auch Besucher der Prowein konnten sich kürzlich davon überzeugen: "Re Pinot”, König Pinot, genauer die Pinot Nero-Traube, macht wieder von sich reden, sorgt für Aufregung!

Und die junge, dynamische Winzerin Ottavia Giorgi di Vistarino macht mit ihren feinen Pinot-Noir-Crus, den Weinen "Pernice”, "Tavernetto” und "Bertone” mühelos Furore! Ganz nebenbei reüssiert das renommierte Weingut nicht nur mit Still-, sondern auch mit Schaumweinen. Kein Kunststück, denn das hat eine lange Tradition: Schon 1850 sorgte Conte Carlo Giorgi Vistarino dafür, dass die ersten Pinot-Noir-, pardon, Pinot-Nero-Klone ins südlich des Po und nördöstlich Voghera gelegene lombardische Weinbaugebiet Oltrepò Pavese gelangten und der erste Weinberg bepflanzt wurde. Das Gros der Trauben ging anfangs nach Savoyen und Frankreich.

Doch schon 1865 kreierte Carlo Vistarino – auf Empfehlung von Carlo Gancia den ersten Schaumwein – noch dazu den allerersten Spumante "Metodo Classico Brut" in Italien. Seither hat die seit dem 17. Jh., exakt seit 1629, im Oltrepò Pavese ansässige Adelsfamilie Giorgi di Vistarino ihren Liegenschaften ständig ausgeweitet, wurde zum Aushängeschild des für seinen Pinot Noir-Anbau, dem flächenmäßig größten in Italien – berühmten Weinbaugebiets Oltrepò Pavese und zählt zu den großen historischen Winzerfamilien der Apenninenhalbinsel.

Neuigkeiten gibt es zahlreiche von der satte 826 ha großen Tenuta Rocca de`Giorgi, dessen Fläche beinahe die Größe der 854-Seelen-Gemeinde Pietra de`Giorgi, lokal kurz "La Preda" genannt, umfasst. 200 Hektar des gewaltigen Besitzes sind dem Weinbau gewidmet, allein 140 ha davon dem Pinot Nero. Auf den weiteren 60 Hektar gibt es aber auch autochthone Trauben und internationale Varietäten, etwa Pinot Grigio, Riesling, Croatina, Cabernet Sauvignon, Merlot, Barbera, Chardonnay und Moscato. Die restlichen übrigen über 600 Hektar sind Wiesen und Wälder, in denen teils auch Holzwirtschaft betrieben wird.

Was nun den Pinot Nero bzw. Pinot Noir angeht, darf Conte Vistarino für sich in Anspruch nehmen, so etwas wie die "Leadership" in Sachen Qualität inne zu haben. Mit der dynamischen Ottavia Giorgi Vimercati di Vistarino in vierter Generation seit dem Jahr 2000 dabei und nun an der Spitze, schlug der Familienbetrieb auch neue Wege ein. Dazu zählen die absolute Verfeinerung der Weine, aber auch der Direktverkauf ab Weingut Rocca de` Giorgi und vor allem der rigorose Schutz der Umwelt. Unterstützt wird sie dabei vom Gatten Guido Vivarelli Colonna. Und nicht genug damit: Im Herbst 2018 konnte nur unweit der historischen Familien-Villa Fornace, die vom Hausarchitekten König Umbertos I., Achille Majnoni (1855-1935), entworfen wurde und die ringsum mit ihrem großartigen englischen Garten und der Orangerie glänzt, ein neuer Hightech-Weinkeller eröffnet werden.

Conte Vistarino Weinberg.
Conte Vistarino Weinberg.

 

Vier Millionen Euro verschlang die Investition in die neue Avantgarde-Kelterei, eine Million gab es aus dem EU-Agrarfonds dazu. Hier ist das Reich des innovativen Chefönologen Vittorio Merlo. Er führt das Zepter, unterstützt von Marco Cau und dem Agronomen Paolo Fiocchi, und ist hauptverantwortlich dafür, dass das Weingut mit seinen insgesamt 15 Angestellten gewaltige Schritte nach vorn geschafft hat. Dies betrifft auch die Quantität. Denn von bisher maximal 300.000 Flaschen soll die Kapazität auf bis zu 400.000 Flaschen im Jahr steigen. Sinnbilder für die gewaltige qualitative Steigerung sind aber die zwei neuen roten Pinot-Nero-Flaggschiffe, die nun neben dem angestammten historischen "Pernice" für Begeisterung und viele Extrapunkte über der eh schon hohen 90-Punkte-Schwelle sorgen: "Tavernetto" und "Bertone".

Natürlich spielen erst einmal Lage und Terroir eine große Rolle. Und da ist die Tenuta Giorgi Vistarino mit dem Tal des Wildbachs Scuropasso, dem Valle di Scuropasso, geradezu gesegnet. Hier herrschen ideale Voraussetzungen für Weinbau und Kultivierung, mit Lagen von 200 bis 500 m über dem Meeresspiegel, dazu perfektem Mikroklima und Kalkboden als perfektem Rahmen. Dazu wächst alles in unkontaminiertem Gelände. Ziel ist nun, höchst elegante, authentische Weine zu schaffen, die eben dieses Terroir widerspiegeln und zum Ausdruck bringen.

Dies Weingebiet hatte schon Rotbart-Kaiser Friedrich I. Barbarossa überaus gefallen, der es 1164 Pavia unterstellte. Aufmerksamkeit bei der sorgfältigen Arbeit des jungen Teams im Weinberg und bei der Technologie in ihrer neuen Kellerei sind denn auch die Eckpunkte der Philosophie der Winzerin Ottavia Giorgi di Vistarino. Und Auszeichnungen regnet es mindestens schon seit 2010, als das schon 1961 hochgelobte und 1995 auf 3,5 ha neu angepflanzte Wein im Ortsteil "Rebhuhn", Pernice, eben der Pernice Jahrgang 2006 das Drei-Gläser-Prädikat des Gambero Rosso einheimste.

Natürlich wird ökofreundliche produziert, was natürlich auch den beiden neuen Flaggschiffen zu Gute kommt. Recycling-Glas wird bis zu 65 % verwendet, die Weinberge vorschriftsmäßig nach EU-Norm gepflegt. Nun, ein erstes großartiges Ergebnis ist der "Tavernetto" 2015, benannt nach dem Weinberg, der nur 1,71 ha großen Vigna Tavernetto, wo die Trauben sich in 250 m bis 325 m Höhe und bei Süd-Südost-Ausrichtung prächtig entwickeln. Er gilt intern als der "ausgeglichene" unter den Weinbergen der Tenuta, mit den gleichmäßigsten positiven Resultaten. Der kalkhaltige Untergrund ist ideal für den Pinot Nero, heraus kommt ein Spitzenwein mit großer Persönlichkeit und höchst angenehmen Aromen: Zur rubinroten Farbe mit typischen Granat-Reflexionen gesellen sich fruchtige, höchst elegante, frische Noten, die dem äußerst harmonischen Wein der Extraklasse dennoch seine Stärke und volles Bouquet belässt. Satte 14 % und optimale Intensität bringt der Tavernetto mit, dessen Trauben natürlich in Handlese in kleinen 20 kg-Kästen erfolgt.

Kein Wunder daher, dass der Conte Vistarino Tavernetto Pinot Nero 2015 bei den Weinjuroren bis zu 93 Punkte einheimst. Und natürlich passt er zu Rind- oder Kalbfleischgerichten, zu Wild und auch zu Geflügel. Preislich liegt der Tavernetto wie der Pernice bei 25 bis 30 Euro pro Flasche, kann aber auch mühelos die 30 Euro-Hürde knacken. Damit kein Missverständnis entsteht. Pernice wie Tavernetto und auch der Bertone sind allesamt Crus-Weine, eigentlich sogar Grand Cru-Weine und zu 100 Prozent Pinot Nero.

Pernice Conte Vistarino.
Pernice Conte Vistarino.

 

Und sie firmieren zudem als Provincia di Pavia IGT. Sie sind sich ähnlich, entstehen aber auf ihrem je eigenen Terroir und Weinberg. Nach der Handlese erfolgt die Fermentation bei Niedrigtemperatur im Stahl. Es folgen 24 Monate Mutation und 12 Monate in französischer Eiche, ehe die Flaschenabfüllung startet. Ein, zwei Stündchen vorher sollte man auch den Bertone vor dem Verzehr öffnen, um die Extraklasse dieses Weines zu genießen. Denn der Bertone scheint den Tavernetto noch zu toppen.

Mit erneut 14 % Alkohol wird er am besten bei 15 bis 18°C serviert und eignet sich bestens zu Wild- und Pilzgerichten, zu reifem Käse und sogar Steaks. Auch er, in 400 m Höhe angebaut, glänzt mit rubinroter Farbe und komplexen Aromen, brilliert mit Aromen von Kaffee, Kakao und kleinen roten Waldfrüchten. Dazu ist er natürlich superelegant und fruchtig, besitzt reiche, aber ausgewogen harmonisch Tannine und kann mühelos auch noch in zehn Jahren getrunken werden. Ein echter Hit, der ebenfalls mühelos die 30-Euro-Hürde überspringen kann. Einen Grund hat dieser Preis sicher auch in jener tragischen Dezembernacht 2016, als auf dem Weingut Vistarino unbekannte Vandalen gleich sechs 100-Hektoliter-Tanks öffneten, deren Inhalt, Pinot Grigo im Wert von ca. 1 Euro pro Liter, im Boden versickerte.

Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde aber auch der wertvolle Bertone aus Pinot Noir, von dem 60.000 Liter verschwanden. Ein Skandal allererster Ordnung! Aber nun hat der "Bertone 2015" mühelos seine drei Gläser beim Gambero Rosso verdient und die Tragik ist vergangen.

Natürlich haben die Pinot-Noir-Pioniere von Conte Vistarino nicht nur auf der Prowein auch weitere, andere und hochexzellente Weine im Sortiment. Dies sind z. B.:

- der "Costa del Nero" Pinot Nero DOC,
- der "Buttafuoco" Oltrepò Pavese DOC aus lokalen Rebsorten (Uva Rara, Croatina, Barbera),
- der Promoggio" Barbera IGT,
- der "Alcova" Bonarda dell` Oltrepò Pavese,
- der "Costiolo" Sangue di Giuda DOC,
- der "Merlino" Pinot Grigio,
- der "Saint Vallier", ein weiß vinifizierter Pinot Nero,
- der "Riis" Riesling Provincia di Pavia IGT,
- der Schaumwein "Cépage Pas Dosé", ein Metodo Classico ohne Zuckerzusatz,
- sowie den Charmat Brut und den Charmat Brut Rosé.

Allein schon der strohgelbe Cepage Metodo Classico Brut aus Pinot Nero, Chardonnay und Rheinriesling ist eine Wucht. Der Pinot Nero wird in Stahl vinifiziert, der Chardonnay in Barriques. Im Frühling werden die beiden Massen zusammengeführt und auf Flasche gefüllt, wo die langsame Zweitvergärung auf den Hefen in der Flasche beginnt. Der Riesling ist ein Teil der Cuvée mit einer geheimen Formel. Das Ganze sollte bei 8 bis 10°C serviert werden.

Conte Vistarino Bertone Pinot Nero.
Conte Vistarino Bertone Pinot Nero.

 

Kenner dürfen auch warten. Sechs bis acht Jahre Lebenszeit werden dem Cepage zugeschreiben, der ebenfalls mühelos die 90-Punkte-Marke überspringt. Und: Schon zum Jahreswechsel 2016/2017 edierte man hier zwei neue, prickelnde Schaumweine. Diese wenden sich explizit an Konsumenten, die vegan lebend genießen. So sind der Pinot Nero "Charmat Brut" und der Pinot Nero "Charmat Brut Rosé" komplett vegan. Denn bei der Herstellung kommen weder Gelatine noch Erzeugnisse tierischen Ursprungs zum Einsatz. Und natürlich sind diese Weine auch – "cruelty-free" (tierversuchsfrei).

Information:
Cantine Conte Carlo Giorgi di Vistarino s.r.l., Fraz. Scorzoletta 82/84, 27040 Pietra de’ Giorgi, Provinz Pavia (PV), Region Lombardei, Italien, Tel. +39 0385 851 17, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.contevistarino.it

Verkauf z. B. bei Stoppervini: www.stoppervini.com/lombardei/conte-vistarino/

Fotos: Conte Vistarino

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Zuletzt bearbeitet am 30/05/2019

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