Culinary Safari und neues Gewand im St. Regis Mardavall

Zum achten Mal trafen sich im St. Regis Mardavall auf Mallorca die Insel-Genießer um sich nach der vollzogenen Renovierung der Zimmer und Suiten auch kulinarisch verwöhnen zu lassen. Fazit vorneweg: gelungenes Design traf auf internationale Top-Kulinarik.

"Nein, sie konnte nicht kommen, aber dafür bin ich ja da", erzählt uns Mathieu Le Tirrand, 32, Executive Sous Chef in Paris lachend auf die Frage, ob Stéphanie Le Quellec (1 Michelinstern) denn nicht auch auf dem Festival sei. Angekündigt war die Französin (-> unser Bericht) aus dem Prince de Galles (La Scène), die entscheidend durch die Küche von Philippe Legendre (George V) und Philippe Jourdin (Terre Blanche) geprägt ist. Doch Le Tirrand war mehr als nur ein Ersatzspieler. Mit Bio-Tomaten und einem Jus und Sorbet aus frischen Kräutern mit schwarzer Korallen-Hippe sorgte der in der Bretagne geborene Le Terrand für einen wunderbaren Auftakt. Übrigens ein Gang, der bis vor kurzem ebenso im Prince de Galles serviert wurde.

Und dass die Korallen-Hippen immer noch Trend sind, zeigte sich auch gleich am Nachbartisch. Dort tischte Stanislav Polesskiy aus dem St. Regis Moscow Nikolskaya einen russischen Oliviersalat auf. Eigentlich eine französische Kreation des Kochs Lucien Olivier aus den 1860er Jahren, ist der Salat mittlerweile eine russische Festtagsspeise die häufig zu Neujahrsfesten kredenzt wird. Angefertigt aus Krabbenfleisch und verziert mit einem schmackhaften Schaum, essbaren Blumen und der Hippe ein absoluter Volltreffer.

Mathieu Le Tirrand.
Mathieu Le Tirrand.

 

Füllhorn und der Wein

Bei der reichhaltigen Auswahl viel es ohnehin schon fast schwer sich zu entscheiden. Denn nicht nur die eingeladenen Köche lieferten gekonnt ab, sondern auch die Crew aus dem St. Regis zauberte ein fantastisches Kulinarik-Bild auf die Terrasse des St. Regis. Es war ein wahrhaftiges Füllhorn der Genüsse. Das Cornetto Hamachi mit Tobiko Kaviar war sicher mehr als ein Pausenfüller. Und das Lamm, dass mit Osietra Kaviar in kleinen Schalen dutzendfach bereitstand, kann durchaus als kleine kulinarische Überraschung bezeichnet werden. Ebenso hervorragend – wenn auch ungewöhnlich – war der Aal, den es in kleinen Dosen unter der mallorquinischen Sonne zu genießen gab.

Doch dies war lediglich eine Art Startschuss dieses Kulinarik-Festivals der puren Genussfreude. Die rund 150 Gäste schlemmten sich durch den Abend durch die zahlreichen Kulinarik-Spots und genossen den einen oder anderen Tropfen Moët & Chandon oder einen der Weine von der Bodega Emilio Moro oder von Vins Miquel Gelabert. Letztere kam unter anderem mit ein paar Flaschen Torrent Negre in das St. Regis. Ein bereits mehrfach prämierter Wein, der mit den Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah und Cabernet Franc eine ausgewogenen Cuvée resultiert. Zwölf Monate Barrique aus französischer und amerikanischer Eiche runden diesen außergewöhnlichen Rotwein ab. Und Emilio Moro brachte einen 92 Parker-Punkte gewerteten Tropfen mit zum Festival. Der Malleolus 2015 stammt von bis zu 75 Jahre alten Reben und hat gute 18 Monate in französischen Barriques geruht.

Bodega Emilio Moro.
Bodega Emilio Moro.

 

Joachim Wissler mit Kaisergranat

Und in den Tiefen der Küche im Inneren des St. Regis, zauberte Deutschlands 3-Sterne-Ikone Joachim Wissler mit Kaisergranat und Pfifferlingen, Süßkartoffel, Karotten-Ingwer-Gelee und Mandel-Tandooricreme einen Klassiker seiner Karte aus dem Vendôme. Im Althoff Grandhotel Schloss Bensberg führt der Kreativkoch mittlerweile gut 18 Jahre die Küchenregie. Bereits in seinem ersten Jahr (2001) erkochte der gebürtige Baden-Württemberger einen Stern, 2006 waren es dann schon drei. Und die leuchten seit dem unablässig über Bensbergs Vorzeige-Genusstempel.

Der 55-Jährige war auf der Kulinarischen Safari wohl einer der am meisten gefragtesten Köche. Schnell gingen die Teller über den Tresen, meist war eine Schlange vor der Ausgabestelle. Kein Wunder, war das kleine Gericht doch ein wirklicher Genuss und geschmacklich das vielleicht raffinierteste des Abends.

Spaniens Spitze

Nun, es gibt eine Vielzahl an Spitzenköchen die aus Spanien kommen. Die Rocas, Ruscalledda oder auch Berasategui dürften die bekanntesten Namen sein. Aber auch der 3-Sterne-Koch Paolo Casagrande, der im Restaurant Martin Berasatequi de Lasarte in Barcelona seinem kulinarischen Lehrmeister Berasatequi nacheifert, ist gerade in Spanien eine richtige Hausnummer.

Zum Festival brachte der Italiener Tintenfisch-Tatar mit flüssigem Eigelb, Zwiebel-Consomé und Kaffir mit. Das Tatar war ebenfalls exzellent, das flüssige Eigelb hingegen muss man schon mögen. Allerdings durchaus eine interessante Kombination.

Paolo Casagrande, rechts.
Paolo Casagrande, rechts.

 

Und natürlich war auch der 1-Sterne-Koch des Hauses und somit auch Gastgeber Miguel Navarro mit von der Partie. Er hat das Es Fum Restaurant im St. Regis wieder in neue Höhen gehoben. Und auch er kann aus seinen Lehrjahren nunmehr profitieren. Zu seinen Stationen zählen so illustre Namen wie das Restaurant El Celler de Can Roca, Aqua in Wolfsburg oder eben auch Martin Berasetequi. Unter seiner Ägide erkochte er den zweiten Stern im Abama Restaurant auf Teneriffa. Wahrlich ein vorzügliches Restaurant.

Zur Culinary Safari überzeugte der Spanier mit nationaler Speise. Gegrillte Ibérico Presa mi Mango Chutney. Dass dies Gericht sehr schmackhaft war, belegt die Tatsache, dass der Hausherr nicht bis zum Schluss Speisen nachschicken konnte. Er war schon zeitig "ausverkauft".

Japan zu Gast

Die weiteste Anreise hingegen hatte zweifelsohne Ken Takahashi mit seiner Begleitung. "Wir sind fast 26 Stunden unterwegs gewesen", erzählt uns der zurückhaltende Japaner. Mitgebracht hat der für das Prince Gallery Hotel in Tokyo arbeitende Küchenchef Cha Soba und Thunfisch Carpaccio.

Farbenfrohes von Ken Takahashi.
Farbenfrohes von Ken Takahashi.

 

Es war wahrscheinlich die farbenfroheste Kreation des Abends, allerdings hatte Takahashi vielleicht etwas zu früh die Gläser mit den Fischspeisen befüllt. Denn durch die Umgebungstemperatur wurde das Gericht recht schnell warm. Dennoch: eine runde und interessante Version.

Francesco Genovese aus dem Ritz-Carlton in Wien trumpfte mit Käsekuchen und Marillenstrudel auf und Markus Wonisch (Executive Chef im St. Regis Mardavall) brachte Kalbsravioli mit Foie Gras und Sommertrüffel auf die Teller. Des Weiteren sorgte Rafa Martin (Mixologist, Brass Club Palma de Mallorca) für stets volle Cocktail-Gläser.

Neuer Glanz im St. Regis

Das Festival verlief reibungslos und erst spät in der Nacht verließen die Gäste das Hotel – wenn sie denn nicht eines der Zimmer oder Suiten im Haus ergattern konnten. Denn gerade in den Sommermonaten ist das Hotel stets gut besucht, zum Festival ohnehin.

Jüngst hat das Resort, das nur etwa zehn Autominuten vom Zentrum Palmas entfernt liegt, die 125 Zimmer des Hotels renoviert. Böden, Wände, Ausstattung: alles wurde ausgetauscht oder überarbeitet. Das St. Regis Mardavall hat durch die Renovierung wahrlich dazugewonnen. Die Räume sind freundlich, die Eiche-Böden ergänzen die Farben an den Wänden, der Ausstattung und Beleuchtung. Designer Louis Weisdorf hatte hier u.a. seine Hände im Spiel.

Tapeten mit Silber verleihen Eleganz, gefertigte Eisentüren stehen für die mallorquinische Land-Tradition. Und über das Areal des Resorts braucht man fast kein Wort mehr verlieren. Eine große Liegewiese umschmiegt die Pool-Areale, ein schöner Garten mit prunkvollem Pflanzenbewuchs verwöhnt die Augen.

Der Umbau des Hotels und die Kulinarische Safari: eine Punktlandung des Genusses. Für das Auge - und für den Magen!

Weitere Informationen: https://www.marriott.com/hotels/travel/pmixr-the-st-regis-mardavall-mallorca-resort/

 

Impressionen:

Fotos: Michael Schabacker, St. Regis Mardavall

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Zuletzt bearbeitet am 12/09/2018

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