Montelvini Serenitatis: edelste Prosecco-Perlen aus Asolo

Seit 135 Jahren existiert die Prosecco-Kelterei Montelvini mit Stammsitz im fast perlig rollend auszusprechenden Dörfchen Venegazzù di Volpago del Montello. Den Namen sollte man sich merken, auch die asolanischen Hügeln rings um das Wunderstädtchen Asolo, eines des schönsten Italiens, in der Provinz Treviso.

Hier, im Voralpenland der Region Veneto, in Venetien, führt aktuell Armando Serena das Familienunternehmen, ist zudem Presidente, Präsident des Konsortiums Prosecco DOCG Asolo e Montello, dies absolut kleinsten der nur drei DOCG-Prosecco-Gebiete. Geschäftsführer ist aber ein Mittvierziger, Sohn Alberto, zudem für Verkauf und Marketing verantwortlich und Vize der Firma, die mit den dazugehörigen Weingütern von San Osvaldo in Loncon di Annone Veneto (Provinz Venedig) und Monvin die "Alleati in Vigna", die "Weinbergverbündeten" von Montelvini bilden. Albertos ältere Schwester Sarah kümmert sich hingegen um die Leitung von Verwaltung und Produktion. Montelvini ist nicht irgendein Prosecco-Hersteller: Der Diamant aus der Montelvini-Produktion, der Asolo Prosecco Superiore DOCG mit der Produktlinie "Serenitatis", gehört zum beste auf dem Markt. Und da ist es natürlich ein Glücksfall, dass "Serenitas", jene typisch italienische "gelassene Heiterkeit", nicht nur auf dem Mond existiert, wo durstige Kehlen aber nur das eher steinerne Meer der Heiterkeit, das "Mare Serenitatis" aufspüren können. Richtig flüssig, somit süffig und in jeder Hinsicht herausragend werden die Gaumen dann aber im Weiler Venegazzù fündig, wo man sprichwörtlich, aus Tradition wie aus Überzeugung, "bonum iter ed serenitatis" produziert: Denn der Weg zum Gutem führt über die Heiterkeit.

"Wollen wir mal einen Glera köpfen?" Bei dieser Frage würden Prosecco-Freunde niemals auch nur eine Augenbraue anheben. Denn zum Öffnen einer Flasche Prosecco schreitet man nicht – wie beim Champagner historisch verbürgt – zur "Sabrage", fuchtelt wild mit dem Säbel und trennt dann mit Verve den oberen Hals splitterfrei von der Flasche. Das wäre übertrieben für einen Schaumwein wie den Prosecco, den man heute auch tagtäglich konsumieren kann. Und dann: Wer oder was ist eigentlich Glera? Nun, seit dem 1. Januar 2010 ist die über 2000 Jahre alte Rebsorte "Prosecco" nur noch Geschichte. Abgeschafft per Dekret und Gesetz! Sie heißt nun, gedankt Italiens Regierung, der EU, aber auch regionalen Prosecco-Winzern: Glera! Denn die edle Weißweintraube Glera, ampelographisch mit offener Triebspitze und großen, fünflappigen Blättern, walzen- wie kegelförmiger Traube, die zweiseitig geflügelt und dichtbeerig ist, mit rundlichen Beeren und goldgelblicher Farbe gesegnet, aber äußerst auf Trockenheit wie auf dem Mond reagiert, wächst vorwiegend in Friaul-Julisch-Venetien und im Veneto. Aus ihr werden Perlwein, der angenehme, doch nach dem Öffnen unbedingt rasch zu konsumierende Frizzante, dann Schaumwein (Spumante) und auch Weißwein (Stillwein).

Serenitatis Asolo Prosecco DOCG Extra Brut.
Serenitatis Asolo Prosecco DOCG Extra Brut.

 

Der Prosecco ist seit dem 1.1.2010 und modifiziert nochmals 2014, "nur noch" eine Herkunftsbezeichnung! Sie legt das Anbaugebiet, den Vinifikations- und den Abfüllort fest. Gut, dass dies die Provinzen Belluno, Gorizia, Padova, Pordenone, Treviso, Triest, Udine, Venedig und Vicenza sind, allesamt in Friaul-Julisch-Venetien und in Venetien selbst. Prosecco-Weine aus nur diesen zwei Regionen dürfen seither die Bezeichnung DOC tragen. Und das sind nicht wenige, muss doch die weltweit boomende Prosecco-Nachfrage befriedigt werden. 2015 waren dies ca. 3,65 Mio. Hektoliter Prosecco-DOC, die auf 23 979 ha Rebfläche reiften. Noch exklusiver ist aber jener Kreis der qualitativ höchstwertigen Prosecco-Weine, die das DOCG-Label tragen dürfen. Da gibt es die zwei Subzonen Conegliano und vor allem Valdobbiadene, wo der berühmte "Valdo" am besten in Flaschengärung reift, und 2015 immerhin 668.000 Hektoliter produziert wurden. Und dann gibt es das kleinste DOCG-Gebiet Asolo e Montello, wo 2015 auf nur wenigen hundert ha Weinbergen 61 864 Hektoliter DOCG-Weine abgefüllt wurden. Ein Gutteil dieser Produktion liefert Montelvini. Doch zwar werden hier jährlich 4,5 Mio. Flachen auf den Marktgebracht, doch vom Asolo DOCG werden nur 200.000 Flaschen, vom Conegliano-Valdobbiadene DOCG, Hommage auch an diese Subzone, ganze 50 000 Flaschen. Dies bedeutet: Die neue EU-Verordnung kommt insbesondere hochwertigen Prosecco-Weinen zugute. Es lohnt also, beim Prosecco-Kauf auf die DOCG-Auszeichnung zu achten. Montelvinis Asolo Prosecco Superiore DOCG muss daher kaum einen Konkurrenten fürchten, sieht man einmal von den allerbesten "Valdo"-Marken und einer lokalen Besonderheit ab. In Valdobbiadenes Ortsteilen Fol und Saccol wird der Prosecco "Cartizze" gekeltert. Doch das bisherige Nonplusultra ist international so gut wie nicht auf dem Markt. Diese Lücke schließt nun mühelos Montelvinis Prosecco-Schlachtschiff, der "Asolo Prosecco DOCG Extra Brut millesimato", aber dazu später mehr.

Heiterkeit im Zeichen der Eule: Montelvinis Produktkollektion "Serenitatis"

Welche Schätze nur 50 km westlich Venedig und 15 km vor Bassano di Grappa Montelvinis Prosecco Asolo DOCG birgt, zeigt die Kollektion Serenitatis mit Extra Dry, Brut und dem Nonplusultra des Extra Brut millesimato. Letzterer ist der einzige Prosecco, der die Bezeichnung "Extra Brut" für sich in Anspruch nehmen darf. Dies ist natürlich dem Boden und dem besonderen Mikroklima geschuldet, das die Hügel um Asolo bieten. Ins heutige DOCG-Gebiet, auch Montello e Colli Asolani, Montello und Asolanische Hügel genannt, schätzen schon die Römer, die nach den Gründern aus dem 6. Jh. vor Chr., den Venetern, hier siedelten. Später kamen dann auch superillustre Persönlichkeiten, allen voran Caterina Cornaro (1454 – 1510), jene Adlige aus der Dogenfamilie der Corner, in Venedig geboren, die aus familiären, aber auch aus Staats- und Handelsgründen vierzehnjährig nach Zypern verheiratet wurde. Dort ehelichte sie Jakob II. von Lusignan, genannt Jakob der Bastard. Der starb 1572, sie gebar noch einen Sohn und wurde als Witwe Königin von Zypern. 1489 dankte sie zugunsten der Republik Venedig ab und erhielt als Entschädigung und Refugium Asolo von der Serenissima. Hier feierte sie rauchende Feste, auch mit den frühen Humanisten Pietro Bembo und Marsilio Ficino. Ihr gleich tat es später die neben Sarah Bernhardt berühmteste Schauspielerin ihrer Zeit: "Die Duse"! Eleonora Duse (1858 – 1924) lebte nach dem Abschied von der Bühne 1909 in Berlin in Asolo, verstarb 52-jährig in Pittsburgh (USA), wurde aber in Asolo beigesetzt. Ihr gleich taten es zig vor allem britische Adlige, Literaten und Künstler! Doch der einleuchtende Hinweis, der Stadtname des beschaulichen Asolo bedeute "Ort des Friedens", stamme vom lateinischen "asylum", scheint ein wenig weit hergeholt. Tatsächlich hieß der Ort zur antiken Römerzeit (1. Jh. v. Chr.) lateinisch "Acelum" und referiert auf die umliegend köstliche Hügellandschaft und somit noch besser geeignet zur Promotion des lokalen Weinbaus. Eigentlich hat Asolo stets sonnige heitere Tage in seiner Stadtgeschichte erlebt, was viele Villen im Stadtgebiet dokumentieren. Eigenständig wie eigensinnig war man schon früh in der freiheitlichen Republik Venedig. Nur in der Gegenreformation ging es den Bewohner schlecht. Damals waren nach Caterina Cornaro und um 1540 die meisten Bewohner Protestanten geworden. Doch das Konzil von Trient 81545 – 1563) lag räumlich zu nah. Häscher der Gegenreformation eilten nach Asolo und eliminierten die aufwieglerischen Antikatholiken, darunter 8 stattbekannte brave Notare.

In jedem Fall hätte das Familienunternehmen Montelvini auch die Stadtsilhouette von Asolo als Zugpferd für ihre Prosecco-Etiketten wählen können. Doch zum Symbol der Marke wurde die Eule, Synonym für die Weisheit. Neuerdings wurde sie mit einem Eichenblatt unterlegt, was ihr wiederum so etwas wie schützende Flügel verleiht und den edlen, herausragenden Schaumweinen Noblesse und Tradition vermittelt. Die hochwertige Form der Sektherstellung illustriert schon der Asolo Prosecco Superiore DOCG Extra Dry, allerhöchste Qualität aus den Hügeln von Asolo. Die sanft gepressten Trauben werden kalt geklärt, dem Most ausgewählte Hefen zugesetzt. Die Gärung wird täglich überwacht, dann filtriert und abgefüllt. Der begeisternde Wein besitzt eine schöne, strohgelbe Farbe, lebhaften Schaum eine feinen, zarten jungen Duft. Die Buketts changieren von blumig bis fruchtig, die Säure ist ausgewogen samtig und zugleich trocken, der Säuregehalt liegt bei 5,3 %, der Restzucker bei 15 g/l (12 % Alkoholgehalt). Er eignet sich perfekt als Aperitif und zu Krustentieren. Exzellent ist auch der Asolo Prosecco Superiore DOCG Brut. Die Glera-Trauben reifen Ende September, nach der Gärung wird der Wein gefiltert und bei Zugabe von "Liqueur de tirage" bei 16°C filtriert. Strohgelb und mit grünen Reflexen, entwickelt die Perlage feine Bläschen und gute Struktur – perfekt zu Sushi, Meeresfrüchten und Krustentieren (12 % Alkohol, 5,3 % Säuregehalt, Restzucker 10 g/l).

Serenitatis Asolo Brut.
Serenitatis Asolo Brut.

 

Schließlich der unnachahmliche Asolo Prosecco Superiore DOCG Millesimato Extra Brut: Die Antwort und das Ergebnis höchster Winzerabeit mit dem Terroir von Asolo ist ein wunderbar fruchtiger Duft, seine strohgelbe Farbe mit Grün-Reflexcn, die feine, langanhaltende Perlage, vor allem aber die frische, fruchtige, vielschichte Eleganz mit blumigen Noten. Und hier kommen natürlich auch die Noten goldener Äpfel und von Nashi –Birnen zum Ausdruck, die höchst Ansprüche erfüllen. Dies alles gelingt dank der Weinberge Presa IX oder Le Zuitere in Venegazzú.

Und natürlich produziert Montelvini auch andere Weine, z. B. den Treviso DOC. Viel mehr aber beschäftigt die heutige Geschäftsleitung die Ursprünge der Glera-Traube. Dazu wurde 2017 in Asolo, das auch "Stadt der 100 Horizonte" genannt wird, das Projekt "Wiedergefundener Weinberg" ins Leben gerufen. Denn unterhalb der Villa Contarini degli Armeni befindet sich ein Weinberg mit den wohl ältesten Glera-Reben im DOCG-Gebiet. Der Familia Serena und damit Montelvini obliegt es, das Genom der Originalpflanzen zu entschlüsseln, um die historischen Wurzeln des Asolo Prosecco Superiore DOCG zu ergründen. Dann geht es auch hier an di Ernte. Die ersten Flaschen sollen 2023 verkostet werden. Man darf gespannt sein – in jedem Fall zu einem Gläschen Prosecco, natürlich mit "gelassener Heiterkeit"!

Information:
MONTELVINI srl, Via Cal Trevigiana 51, 31040 Venegazzù di Volpago del Montello, Provinz Treviso, Region Veneto (Venetien), Italien, Tel. +39 0423 87 77, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.montelvini.it
Prosecco-Verkauf vor Ort: Mo 15.00 – 19.00, Di – Fr 9.00 – 12.30, 15.00 – 19.00, Sa 9.00 – 12.30, Okt. – Mai auch 15.00 – 19.00 Uhr

Fotos: Montelvini

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Zuletzt bearbeitet am 27/06/2018

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