Sallier de la Tour

"SOStain" auf Sallier de la Tour: Die großen Weine des großen Namens setzen erfolgreich auf Umwelt und Nachhaltigkeit...

Eigentlich ist es schon länger so: Der Johnson, die Weinbibel schlechthin, bestätigte den fünf Weingütern der sizilianischen Gruppe Tasca d`Almerita "beständig hohe Qualität", Italiens Gambero Rosso endlich "einen hohen Wiedererkennungswert" für eine sizilianische Weinmarke. Die ist besonders wichtig, haben es doch Weine von der riesigen "Landinsel" Sizilien traditionell schwer, sich gegen die nationale wie internationale Konkurrenz zu behaupten. 

Dabei können mindestens die Weine von Tasca d`Almerita mühelos der nationalen wie internationalen Weinkonkurrenz mit erstklassiger Qualität Paroli bieten. Dabei setzt die Gruppe, die Traditionsgüter führt und ein Schwergewicht nicht nur unter Siziliens Weingütern ist und deren Wert nach eigenen Angaben satte 1,4 Mrd. Euro erreicht, erfolgreich auf Nachhaltigkeit. So erhielt sie im November 12017 in London die Auszeichnung »Green Company of the Year« der internationalen renommierten The Drinks Business Green Awards. Nachhaltigkeit, Bewusstsein und Verantwortung sind dabei die Schlüsselworte des Programms SOStain, dessen Umsetzung sich die Weingüter zum Ziel gesetzt haben. 

Grüne Themen

Dies betrifft die schonende Nutzung von Ressourcen wie Wasser, Erde, Luft oder Energie ebenso wie den Einsatz modernster, umweltschonender Technik, den Schutz der Natur und der Territorien ebenso wie den Einsatz "menschlicher Ressourcen": So gilt dem Arbeitsschutz besondere Aufmerksamkeit – die Zahl von Arbeitsunfällen konnte über die letzten Jahre deutlich reduziert werden. 

Schließlich gilt auch der Förderung von Kunst und Kultur große Aufmerksamkeit: 2018, Palermo, Sitz der Gruppe mit der berühmten Villa Tasca, in der Richard Wagner Teile des "Parsifal" komponierte, ist Italiens Kulturhauptstadt des Jahres, fördert Tasca d`Almerita die alle zwei Jahre stattfindende Ausstellung "Manifesta" im Palazzo Butera, wo moderne Kunst gezeigt wird. 

Zudem ist sie mit der Veranstaltungsreihe "Cogito" präsent, die als "Aperitif für den Geist" mehr Sensibilität für "grüne Themen" schaffen soll, und fördert Palermos berühmte Oper, das Teatro Massimo. Und natürlich profitieren auch die Verbraucher: So bleiben auf den Weingütern die Sulfit-Werte der Weine längst nicht nur deutlich unter den EU-Grenzwerten, sondern sogar unter denen des selbst auferlegten SOStain-Programms. 

Weinpräsentation in der Bar Orlando

Costanza Chirivino, Brand Manager von Sallier de la tour und Tosca d`Almerita.
Costanza Chirivino, Brand Manager von Sallier de la tour und Tosca d`Almerita.

 

Der Ort der Weinpräsentation ist gut gewählt: Denn die Bar Orlando in Berlins Szenebezirk Prenzlauer Berg wird nicht nur sizilianisch geführt und mit dem ewig nach Bellezza, Schönheit suchenden legendären sizilianischen Höfling und Paladin Orlando assoziiert, den es auf den Kreuzzug zog, und bietet sizilianische Happiness aus der Küche: natürlich Caponata, oder Ei mit Kapern von Pantelleria, dazu Schinken, Salami und Käse aus Sizilien, schließlich Siziliens berühmte Reisbällchen, die Arancine, wahlweise gefüllt mit Fleischragout, Schinken/Mozzarella oder Spinat und Mozzarella. 

Da ist es für Costanza Chirivino, Brand Manager von Sallier de la tour und Tosca d`Almerita, ein Vergnügen, ihre Weine vorzustellen. Berlin, das ist für sie auch ein großes Experimentierfeld: Und gleich der erste vorgestellte Wein, der Grillo gibt ihr Recht: Gerade hält der fruchtig frische, einfache, doch voller Aromen daherkommende Weiße seinen Siegeszug nicht nur in den Szenebars von Berlin-Mitte. Nur vier Monate im Edelstahl gereift und dann abgefüllt, gilt der Grillo dennoch als langlebig: wenn man weiß zu warten, wie der Hausprospekt süffisant anmerkt.

Tatsächlich ist die Rebsorte uralt, hat nur wenig mit der Grille und nichts mit Ex-Komiker Beppe Grillo zu tun, der Italiens politische Fünfsterne-Bewegung Movimento Cinque Stelle gründete. Tatsächlich wurde sie um 1900 nach der Reblaus-Katastrophe wohl aus Apulien nach Sizilien eingeführt, um die Herstellung des Dessertweins Marsala zu befördern. Doch auch eigenständig behauptet sich der blassgelbe Weiße mühelos. Dank geringer Gerbsäure ist er perfekt als Aperitif und großartig zu leckeren Tresenhäpppchen, den Stuzzichini. Sallier de la Tour ist ein großes Gut: 77,2 ha Fläche, davon 38 ha für den Weinbau mit mindestens 168.000 Weinstöcken. 

Weitere 26 ha werden agrarisch kultiviert, auf 2,74 ha stehen Olivenbäume, auf 2,62 Weiden grast Vieh. Hinzu kommen 3,1 ha Seen und Bäche sowie 3,97 ha naturbelassene Flächen auf 270 bis 370 m Höhe. Das Gut liegt prächtig, im Tal unterhalb des Monte Iato (852 m), nahe Palermos Hügellandschaft und Monreale. Auf dem Hochplateau existierte einst die uralte griechische Siedlung Iatas, mitten im damals punisch dominerten Nordwesten Siziliens. 

Sallier de la Tour

Sallier de la Tour.
Sallier de la Tour.

 

Die Adelsfamilie Sallier de la Tour wählte das Gut, das um die uralte Cantia La Monaca entstand, mit Bedacht. Sie war ihre Sommerresidenz, rasch vom nahen Palermo erreichbar. Sogar das Meer kann mir noch erfühlen und schmecken. Wem der Name Sallier de la Tour französischer Herkunft und ungewöhnlich für Sizilien vorkommt, der liegt falsch. Denn die Familie stammt aus Spanien, aus der Gegend Chamberí bei Madrid, reüssierte aber im norditalienischen Piemont, vor allem während der Zeit des Königreichs Piemont-Sizilien, um sich dann in ganz Italien zu verstreuen. 

Und zweitens war sie berühmt für ihre Sicilianitá. Stammvater war wohl ein Pietro Salieri, berühmt Filiberto Sallier als Top-Berater des Savoyen-Königs Vittorio Amedeo II. Weitere Sallier de la Tour waren Botschafter in Den Haag und London. Danach hagelte es Titel: Barone und Grafen Sallier gibt es zahllose, doch nur einen Principe di Camporeale. Dieser Fürstentitel vom nahen Camporeale (ca. 3280 Einw.), aus dem weiterer Topwein wie der bekannte Rapitalá stammt, war zudem ihre Eintrittskarte zum exklusivsten Adelsclub Siziliens, dem Circolo Bellini in Palermo, in dem auch Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896 – 1957) seinen "Leoparden" schrieb, der dann erst 1958, nach seinem Tod, einen Verleger (Feltrinelli) fand und seit 2004 offiziell auch auf Deutsch "Der Gattopardo" heißt. 

Dorthin zog es dann auch die Grafen Tasca d`Almerita, allerdings über Umwege. Denn die Tasca waren ursprünglich bürgerlich. Traditionell wurde der älteste Sohn Priester, der zweite Notar, der dritte dann ein höchst erfolgreicher Viehhändler. Es ergab sich aber, dass die uralte Palermitaner Adelsfamilie Almerita gerade ziemlich klamm war, weil sie leopardenmäßig ein wenig über ihre Verhältnisse gelebt hatte. So sorgte man rasch für eine Ehe und, um den Stand zu wahren, für die umgehende Aufnahme der Tasca in den Grafenrang. Seit 2009 führen die Tasca d`Almerita, deren Hauptgut Regaleali (600 Hektar) in den Madonie weltbekannt ist, nun auch die Sallier-Dependance.

Zwei Seelen – eine Wucht

Mit Riesenerfolg, wie auch der zweite Weißwein Inzolia, Jahrgang 2016 zeigt. Die alte, wie wohl auch der Grillo von den ersten Exilhellenen eingeführt, hatte eine regelrechte Odyssee hinter sich, ist auch auf Sardinien, Elba und Giglio bekannt, aber auf Sizilien beheimatet. Der sehr harmonische Wein liebt warmes, etwas windiges Wetter, das Sallier de la Tour mühelos bietet. Und der runde, volle Geschmack verwöhnt die Gaumen der Gäste. Dann geht es auch schon weiter zum ersten Roten, einem Nero d`Avola 2015, der von dem 30 % im Barrique (französische Eiche) einlagert, 70 % aber in Edelstahl. Diese längst für Sizilien emblematisch gewordene Rebsorte ist – trotz seiner "zwei Seelen" – eine Wucht! 

Der Grillo und der Ibzolia im Kühler...
Der Grillo und der Ibzolia im Kühler...

 

Das dies noch zu toppen ist, darf dem Terroir von Sallier de la Tour zugeschrieben werden. Denn der Untergrund, Lehm und Sand, eignet sich perfekt für die Syrah-Traube. Und so ist der purpurne Sallier de la Tour Syrah DOC 2015 mit herrlichen Aromen wie schwarzen Beeren, Gewürzen (vor allem Pfeffer) und weiterem Mediterranem ausgestattet. Unbedingt vormerken, denn lagern darf er auch noch! Schließlich bittet Signora Chirivino zum Höhepunkt der Verkostung: Der Sallier de la Tour "La Monaca" 2015, benannt nach der ersten, ältesten, im Liberty-Stil erbauten Cantina auf dem Gut, ist ein DOC Monreale der Exzellenz, doch keine "Nonne", wie der Name vermuten lässt, eher ein "Leopard": 18 Monate im französischer Eiche geben ihm seinen tiefroten Teint, seine reiches Aromaspektrum – und seien Frische. 

Keine Frage, insbesonderer der "Grillo", der "Nero d`Avola" und unser Favorit, der "Syrah", werden auch in Deutschland Furore machen. Aktuell expandiert Tasca d`Almerita vor allem in Asien (plus 52 %), Kanada (plus 75,7 %), den USA und Großbritannien (je plus 18,6 %) sowie in Belgien (plus 11 %). Doch der "grüne" Weg des SOStain-Programms wird auch den deutschen Markt bewegen. Und die Geschichte der sizilianischen "Gattopardi" ist noch längst nicht zu Ende, die kommenden zig Zukunftskapitel sind noch nicht einmal verfasst.

Information:

Tenuta Sallier de la Tour, Contrada Pernice, 90043 Camporeale, Provinz Palermo, Tel. +39 091 645 97 12, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.tascadalmerita.it  
Weitere Weingüter der Gruppe Conte Tasca d`Almerita:Tenuta Regaleali, Contrada Regaleali, 90020 Sclafani Bagni, Provinz Palermo, Tel. +39 0921 544 011, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.tascadalmerita.it  Tenuta Capofaro, Vai Faro 3, 98050 Salina, Isole Eolie (Äolische Inseln), Provinz Messina, Tel. +39 090 984 43 30, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., http://capofaro.it, Tenuta Whitaker, Isola di Mozia (Insel Mozia), 91025 Marsala, Provinz Trapani, Tel. +39 091 645 97 11, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it., www.tascadalmerita.it Tenuta Tascante, Contrada Marchesa – Passopisciaro (SS 120, Kilometer 194), 95012 Castiglione di Sicilia, Provinz Catania, Tel. +39 334 622 90 42, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.;

Fotos: Jürgen Sorges, Ellen Spielmann

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Zuletzt bearbeitet am 26/04/2018

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