Bacardis Dekadenschritt

Ein großer Name der Vergangenheit: Guevara. In London zum Produktlaunch des Bacardi Añejo Cuatro kam zwar nicht ein oder der "Che" an die Themse, aber eine kleine Revolution gab es dann doch...

"Es ist schon etwas sehr besonderes, ein großer Schritt für Bacardi. Vielleicht die wichtigste Entwicklung der letzten zehn Jahre. Einen Produktlaunch dieser Art zu feiern ist absolut notwendig – und darum sind wir auch hier", erzählt uns Juan Piñera Guevara im MNKY HSE in der Dover Street in London / Mayfair. Eine Trend-Location, die besser kaum sein könnte: eine schöne Bar, frische neue Cocktailkreationen und ein Menü, dass die Drinks perfekt begleitete. Das fand auch Guevera – übrigens nicht verwandt oder verschwägert mit dem Revolutionsführer – und feierte so ganz nebenbei noch seine mittlerweile 33-jährige Zugehörigkeit zum Unternehmen.

Dabei war seine Karriere alles andere als geplant. Eigentlich ist er Biologe, bekam aber schon während seiner Collegezeit ein zunächst zeitlich begrenztes Angebot vom Unternehmen Bacardi. "Und plötzlich sind es 33 Jahre", erzählt uns der Maestro de Ron lächelnd. Aber der Titel des "Maestro" hat auch seinen Preis, gut vier Monate ist er jährlich weltweit unterwegs und promoted Bacardi, besucht Veranstaltungen und Messen. "Aber das alles ist nur möglich mit der nötigen Unterstützung aus der Familie – und vor allem den entscheidenden Prozessen im Unternehmen. Denn dort arbeiten wir wie Freunde zusammen", so Guevara weiter.

Juan Piñera Guevara: seit 33 Jahren für Bacardi tätig.
Juan Piñera Guevara: seit 33 Jahren für Bacardi tätig.

 

1996 war er das erste Mal für Bacardi in London, seitdem waren es viele Besuche in der englischen Metropole. Zur Vorstellung des Añejo Cuatro kam er wieder gerne nach London, bevor es ihn am Folgetag nach Paris verschlug, um den neuen Rum auch dort auf dem Markt vorzustellen. Ein Produkt, dass eine ganz andere Richtung einschlägt als der Klassiker, der weiße Rum, mit dem Bacardi den Weltmarkt bereits seit Jahrzehnten beherrscht. Es ist ein Cocktailrum, macht also dem eigenen Haus wenig Konkurrenz. "Der Rum ist ein dunkler Rum", so der Maestro. "Für die Produktion in Mexiko verwenden wir gebrauchte Fässer aus der Bourbon-Industrie. Das ist eine durchaus gängige Praxis. Der Bourbon nimmt die Noten aus dem Holz, die wir für unseren Rum eben nicht gebrauchen können", erzählt Guevara.

200.000 Fässer hat das Unternehmen alleine am Standort in Mexiko, an dem jährlich um fünf Prozent der Fässer ausgetauscht werden, weil sie für die Produktion des Rums nicht mehr zu gebrauchen sind. 180 Liter fasst jedes Fass, und wie der Name schon sagt, reift der neue Rum vier Jahre. Das Resultat ist ein Rum, der leichte Vanillearomen mit der nötigen Dichte der Eiche vereint. Ein wenig Aprikose ist riech- und schmeckbar, final ein Rum, der prädestiniert in die Cocktailbranche passt. 

Und so kam es am Abend der Vorstellung in London zu einer illustren Auswahl an Cocktails. Als Starter wurde ein "Cuatro Airmail" gereicht. Der Añejo Cuatro wird in diesem Drink mit Honigwasser, frischer Limette und Champagner vermählt. Resultat: frisch, kräftig und ein perfekter Start in den Abend. Dicht gefolgt vom "Cuatro Highball", zu dem Wagyu serviert wurde, wird der Añejo Cuatro mit Ginger Ale und Angustura Bitter gemischt. Schon ein kräftiger Cocktail, aber ein schönes Produkt.

Das Produkt hat viel Zeit und Energie gekostet, so Guevara.
Das Produkt hat viel Zeit und Energie gekostet, so Guevara.

 

In diesem Reigen darf der Klassiker schlechthin, der "El Presidente" natürlich nicht fehlen. Añejo Cuatro, Martini Rubino, ein wenig Curacao und Orange Bitters. Und zum Abschluss – klar: Dessert-Küchlein mit flüssiger Schokolade (Bacardi inside!) – ein "Caffe Con Cuatro": Añejo Cuatro, Espresso, Coffee liqueur und Orangenzeste. 

Die Anwendung des Añejo Cuatro ist wahrlich vielfältig – aber das dürfte so ziemlich bei jedem Rum der Fall sein. Was allerdings den Añejo Cuatro auszeichnet: Honigaromen und ein weicher Nachklang, Zimt und ein wenig Schärfe ergeben ein wirklich ausgewogenes Gesamtbild.

Zwei Jahre hat die Entwicklung und Vorbereitung bis zur finalen Produktpräsentation gedauert. "Viel Geld und viel Energie, Manpower und Zeit hat dieses Produkt gefordert", sagt uns der Maestro zum Abschluss. "Aber die ganze Arbeit hat sich gelohnt, für ein Produkt wie den Añejo Cuatro!"

Fotos: Michael Schabacker

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Zuletzt bearbeitet am 18/04/2018

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