Synthese der Exzellenz

In Oxfordshire hat sich Raymond Blanc seinen Lebenstraum erfüllt. Das historische Anwesen aus dem 16. Jahrhundert gehört zur Belmond Gruppe und bietet nicht nur die Kulisse für eine luxuriöse Landpartie vor den Toren Londons, sondern zudem auch die hochexquisite Sterneküche des gebürtigen Franzosen.

Wir schreiben das Jahr 1972. Raymond Blanc, blutjung, gerade einmal Mitte 20, beschließt ein unglaubliches Wagnis. Von der hervorragenden Küche seiner Mutter inspiriert, wandert Blanc (gebürtig aus dem Südosten Frankreichs) nach Oxfordshire aus, um sein großes Talent auf jener Insel zu beweisen, die seinerzeit nicht gerade für ihre gute Küche berühmt war. 

Mühsam war der Anfang, doch sein Insistieren auf Qualität und Exzellenz überzeugte früh die ersten Briten und step-by-step konnte Blanc sich nicht nur seit über 30 Jahren kontinuierlich 2 Michelin Sterne erkochen, sondern auch ein grundlegend neues Verständnis von Kochkunst in England etablieren. Es ist nicht zu hoch gegriffen zu behaupten, alle aktuellen Entwicklungen in Großbritannien bezüglich Ernährung und Kochen sind letztlich auf die Initiative von Blanc zurückzuführen.

Seit über 30 Jahren 2 Michelin Sterne

Anfang der 80er Jahre stand er mehr oder minder zufällig eines schönen Tages vor den großen Toren des Manoirs von Lady Cromwell. Die Dame ist wie ihr Haus in die Jahre gekommen und suchte einen Käufer. Sein größtes Glück war, das die Lady ist kurz zuvor in seinem kleinen Restaurant im Nachbardorf gespeist hatte. Und wie! Sie lobte seine Küche in höchsten Tönen und der Kauf war perfekt. Die Idee war, zu der prämierten Küche auf dem Land auch angemessene Übernachtungsoptionen zu bieten, damit die Gäste in Ruhe und mit Muße die abendliche Küche genießen konnten. Damit das Konzept aufgeht, bedurfte es rasch einer Erweiterung der Anlage. 

Verantwortlich für die Kulinarik im Haus: Raymond Blanc (links) mit Team.
Verantwortlich für die Kulinarik im Haus: Raymond Blanc (links) mit Team.

 

Heute umfasst das Manoir aux Quat‘Saisons 32 Suiten, die im Haupthaus und in einem behutsam in die Landschaft eingefügten neuen Flügel untergebracht sind. Das Sternerestaurant ist sowohl in einem historischen holzgetäfelten Raum wie in einem angrenzenden Wintergarten untergebracht und bietet bis zu 85 Gästen Platz. Die Idee, den Namen des Restaurants auf die vier Jahreszeiten zu beziehen ist Programm bei Raymond Blanc. Die hochdifferenzierte aber immer leichte Küche richtet sich streng nach der Verfügbarkeit frischester Lebensmittel, die nun einmal an den Verlauf der Jahreszeiten gebunden ist. Bereits sein erstes Restaurant in den 1970er Jahren enthielt diesen Hinweis im Namen.

Die Fahrt von London nach Great Milton dauert mit Regionalzug und Taxi ca. eine knappe Stunde. Eine schönere Ergänzung zum Leben in der Metropole lässt sich kaum denken. Weitläufig die Anlage, authentisch und luxuriös die Ausstattung. Raymond Blanc lässt sich viel Zeit, um die Entwicklung dieses Kleinods selbst mitzubestimmen, nicht nur die prämierte Küche ist ihm ein Anliegen der Exzellenz. 

Die umliegenden Felder wurden über die Jahre zu einem Biogarten mit Kräutern, Gemüsen und Früchten umgewandelt. Moderne Kunstobjekte sind sowohl im Garten wie auch im Hause selbst platziert und wecken die Inspiration. Mit den Jahren neu entstanden sind zudem eine eigene Bäckerei, Pâtisserie und separate Gewächshäuser im Garten. Eine ganze Armada an Obstbäumen befindet sich gerade im Aufwuchs.

Kochen mit Raymond Blanc im Manoir aux Quat‘Saisons.
Kochen mit Raymond Blanc im Manoir aux Quat‘Saisons.

 

Raymond Blancs Küche setzte neue Standards für England

Blanc hat sich bei der inhaltlichen Ausführung von Design und Ausstattung aller Räume von seinem reichen Erfahrungsschatz leiten lassen, den er sich bei seinen Reisen um den Globus aneignen konnte. Hervorzuheben ist, dass wirklich jede der 32 Suiten sich in ihrem Design von einander unterscheidet. Obwohl die Anlage in ihrem Äußeren historisch anmutet, sind die Suiten erfrischend modern gestaltet; sie alle tragen einen Namen, dem sich die Inspiration zur Gestaltung verdankt. Anaïs verweist auf die Einflüsse von Anaïs Nin, Arabesque oder Mimosa zeigen frühlingshafte Perspektiven. Citronelle, Lavande oder l’Orangerie verweisen auf Reflektionen über den Sommer im Süden Frankreichs. Lemongrass dagegen zeigt seinen Ursprung in den Bergen von Chiang Mai in Thailand.

Seit seiner Eröffnung Mitte der 80er Jahre hat das Manoir immer wieder die Standards für Küche und Hospitality in England neu gesetzt. Schnell machte die Kunde der Außerordentlichkeit ihre Runde. Der vielseitige Blanc konnte selbst ein kleines Musikfestival im Spätherbst etablieren, zu dessen Premiere er die blutjunge Vanessa Mae entdeckte und sein guter Freund, Sir Georg Solti, ihm zu einem 60 Mann Orchester verhalf, um auch hier perfekt durchstarten zu können. Location ist die historische Kirche direkt neben dem Manoir.

Überhaupt ist Belmond‘s Le Manoir aux Quat’Saisons eine denkbar gelungene Synthese der Epitome französischer und englischer Lebensart. L’art de vivre francais in english countryside. Blanc ist seit 2013 nicht nur Träger des Ordre National de la Légion d’Honneur, der höchsten zivilen Auszeichnung Frankreichs, sondern seit 2008 auch OBE in England für seine kulinarischen Meriten.

Info: www.belmond.com

 

Impressionen:

 

Fotos: Belmond

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Zuletzt bearbeitet am 03/04/2018

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