Die Magie von Schloss Englar - Weingut im gotischen Schloss

Etwas Magisches geht von dem Anwesen aus. Wenn im Herbst die alten Mauern vom gotischen Schloss Englar mitten in den Weinfeldern in ein sanftes Licht getaucht werden, ist verständlich, warum die Ahnen der Grafen Khuen-Belasi diesen landschaftlich besonders schönen Platz für ihren Gutshof wählten...

"Die hochwertige Bodenstruktur mit Kalkschotter und Porphyr-Verwitterungsböden ergeben mit den durch die Hügellage bestimmten starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht eine ausgezeichnete Voraussetzung für qualitativ hochwertigen Weinbau", erklärt Graf Johannes Khuen-Belasi. Auf einer Meereshöhe zwischen 450 und 550 Metern ist der ehemalige Orthopäde in die Fußstapfen seiner Ahnen getreten und produziert wieder eigenen Wein. Seit jeher wurde dort Weinbau betrieben, bis 1930 mit eigener Kellerei, später als Lieferant der lokalen Genossenschaft.
Im Jahre 2012 fiel die Entscheidung, wieder mit dem Keltern (oder der Einkellerung) der eigenen Weine zu beginnen. 2014 wurde der erste Jahrgang vom Weingut Englar in Flaschen abgefüllt. Ein großer Erfolg, denn die Weine erfreuen sich zunehmend großer Beliebtheit bei den Konsumenten, wie auch bei den Fachleuten. Angebaut werden die Rebsorten Weissburgunder, Riesling, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer, Vernatsch, und Blauburgunder.

Kontrast und Historie

Kellermeister Johannes Pichler leistet eine hervorragende Arbeit. Der Gewürztraminer 2015 wurde im italienischen Weinführer VINIBUONI d´Italia 2018 mit vier Sternen prämiert. In Kleinkisten mit manueller Selektion Ende September 2015 geerntet erfolgt eine Spontangärung auf den Schalen mit einer Maischestandzeit von zwei Wochen, danach schließt sich die schonende Pressung und eine weitere Vergärung an. Der Ausbau geschieht in Tonneau-Fässern mit einer Reifung auf der Feinhefe für zwölf Monate. Dieser Gewürztraminer zeigt eine deutlich orange Tönung, einen intensiven Duft nach Honig und Muskat mit komplexen Aromen von Gewürzen und exotischen Früchten. Er besticht durch den Kontrast: ein intensiv süßer Geruch trifft überraschend auf trockenen Geschmack. Auch der Vernatsch, Chardonnay und Riesling 2015 wurden bereits mehrfach prämiert.

In diesem Weingarten mit 35 Jahre alten Riesling-Reben erfolgen im Monat drei getrennte Erntedurchgänge mit manueller Lese der reifsten Trauben. Der Riesling mit einem langen Abgang zeigt in der Nase blumige Noten sowie den Duft von Marillen, Pfirsich, etwas Heu und Kräutern.

Graf Johannes Khuen-Belasi.
Graf Johannes Khuen-Belasi.

 

Gelagert werden die Weine in dem direkt im Weinberg untergebrachten Keller. Um die Ansicht des historischen und denkmalgeschützten Ensembles mit dem Schloss, seinen Nebengebäuden und der gotischen Hauskirche nicht zu unterbrechen, gibt es dort den neuesten Weinkeller Südtirols. Nach langen Planungen wurde unterhalb des Kirchenhügels am Weingut der ideale Ort für den modernen Keller gefunden.

Restaurant 1524: Das darf nie aufhören!

Inzwischen haben sich die Weine auch auf zahlreichen Speisekarten Südtiroler Restaurants etabliert. So auch im Restaurant 1524 vom Ansitz Rungghof in Girlan, genau am Berg gegenüber. Umgeben von Obstplantagen und Weinbergen befindet sich der geschichtsträchtige Hof mit einem fantastischen Weitblick. Chefkoch Manuel Ebner gilt als experimentierfreudiger Rebell. Er kombiniert die Tradition mit der Moderne und bereitet damit einen ungewöhnlichen Gourmetgenuss. Der junge Küchenkünstler hat sich auf die Suche nach alten, teils längst vergessenen Traditionen, Bräuchen und Lebensweisen der Überetscher Weinkultur gemacht.

Der Sohn des Hauses kreiert ungewöhnliche Geschmacksnuancen aus natürlichen Zutaten. Als Passion sieht er seinen Kräutergarten, in dem er sich so richtig nach Herzenslust auslebt. Zu Beginn serviert er Poché von Kalamari und Seppie, Creme von Heumilch, Zitrone, Fenchel und Geranie. Es folgt Kalbsbries mit Petersilie eingelegten Pfifferlingen und Moos. Anschließend erfreut das Risotto mit Lavendel, dehydrierter Zitrone und Kapern. Nach dem Gang mit Tortelli, Scarmorza, Pak Choi und geschmorten Ochsenschwanz folgt die Zahnbrasse an Artischocke und mit Steinpilzessenz. Das heimische Lamm kombiniert Manuel Ebner mit Borlotti Bohne, Scarola, Anchovis, grünem Pfeffer und Pane Toscano.

Chefkoch Manuel Ebner.
Chefkoch Manuel Ebner.



Zum Abschluss ist es Eis von der Kartoffel, Buchweizen, weiße Schokolade und etwas Preiselbeere-Moos, das begeistert. Das Menü zeigt ganz deutlich die Vielseitigkeit eines Kochs, der dem Gast die Freude an den Produkten und Stilen spüren lässt. Verschiedenste Texturen, Neues wird mit Bewährtem gemischt und kreativ zusammengesetzt. Selbst nach sieben Gängen bleibt der Gedanke: "Das darf nie aufhören, das kann immer so weiter gehen"!

Informationen:
Schloss-Hotel Englar, www.schloss-englar.it  
Hotel Restaurant Ansitz Rungghof, www.rungghof.it

 

Impressionen:

 

Fotos: Carola Faber

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Zuletzt bearbeitet am 06/12/2017

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Autor

Carola Faber

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