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Deutscher Öko-Whisky vom Bierbrauer

Reinhard Engel ist Diplom Braumeister. Mit seinem Wissen produziert er in der Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg allerdings nicht nur Bier.

Die kleine Brauerei im Herzen der zweitgrößten Stadt Bayerns ist wahrhaft bemerkenswert. Mit zehn verschiedenen Spezialbieren fällt die Wahl für die richtige Hopfenkaltschale in einem der Schankräume nicht ganz leicht. "Das Nürnberger Rotbier kann natürlich empfohlen werden", so Engel. Mit 5,2 Prozent Alkohol alles andere als stark, aber sehr kräftig. 13,5 Prozent Stammwürze sorgen für den notwendigen Geschmack. Doch neben diesem "Klassiker" Nürnbergs, bietet die kleine Brauerei in der Bergstraße noch allerlei Außergewöhnliches.

Das Ostergold zum Beispiel, das als Spezialbier zur Osterzeit gereicht wird. Oder das Nürnberger Sommerbier, dass mit eleganten und leichten 4,2 Prozent Alkohol und dank der Hopfensorte Mandarina Bavaria mit fruchtigen Aromen wie Citrus, Orange und Mango daherkommt. Gleich neben den Gasträumen steht die kleine Brauerei in einem Hinterhof. Hier werkelt Reinhard Engel täglich an seinen Kesseln, macht sich Gedanken über Spezialbiere. Insgesamt 1.500 Hektoliter Bier produziert er jährlich.

Und diese Biere finden nicht nur als Getränk Verwendung, in der Küche der Gasträume des Bräustüberl wird das Hopfengetränk auch zum Kochen genutzt. So gibt es ein Bierbrauer-Gulasch auf der Karte. Rindfleisch, Zwiebeln und Karotten werden bei diesem Gericht mit Schwarz-Bier abgelöscht. Oder aber auch eine Zwiebel-Bier-Suppe. Für nicht einmal vier Euro gibt es hier einen mit hausgebrautem Rot-Bier großen Teller dieser kleinen Köstlichkeit.

In der kleinen Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg.
In der kleinen Hausbrauerei Altstadthof in Nürnberg.

 

Bier gehört zu Nürnberg

Bier und Nürnberg: Das gehört einfach zusammen. Schon 1629 ließ sich für die Nürnberger Bevölkerung ein jährlicher Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 500 Litern Bier nachweisen. Nun, der durchschnittliche Verbrauch dürfte heute niedriger sein, dennoch ist Bier in Nürnberg allgegenwärtig. Viele kleine Restaurants und Kneipen im Zentrum der Stadt werben mit Nürnberger oder fränkischen Bieren.

Traditionell wurde in der Region schon immer viel Hopfen angebaut. Schon im 14. Jahrhundert gab es einen Hopfenmarkt in der Stadt. Dieser war Zentrum für alle Händler, gerade auch für diejenigen, die Hopfen exportieren wollten. Alleine in der Zeit von 1860 bis 1905 stieg die Zahl der Hopfenhändler von 25 auf 364. Beleg für den enormen Bedarf und Stellenwert des Hopfens. Bis zum 1. Weltkrieg (1914) beherrschte die Stadt Nürnberg den weltweiten Hopfenhandel mit bis zu 90 Prozent des Handelsvolumens.

Whisky made in Franken

Doch Reinhard Engel beschränkt sich nicht nur aufs Bierbrauen. In seinem Shop gibt es neben den Klassikern der Braukunst auch Malzlikör, Mai-Bock-Brand, Weiss-, Rot- und Bock-Bier-Essig – und: Bio-Whisky. Seit ein paar Jahren brennt er äußerst erfolgreich verschiedene Hochprozentige. Vom 43-prozentigen Ayers (43 Euro/Flasche) bis hin zu einem 85-prozentigem Brand: Der Braumeister zeigt auch beim Whiskybrennen sein Können. "Wer Bier brauen kann, kann auch mit anderen Bränden umgehen", lautet sein Credo.

90 Fässer lagert Reinhard Engel von seinem Whisky.
90 Fässer lagert Reinhard Engel von seinem Whisky.

 

"Etwa 90 Fässer mit jeweils 30 und 50 Litern liegen hier auf Lager", erzählt der Braumeister weiter. "Von Privatpersonen bis hin zu Firmen: Der Whisky wird in Flaschen - aber auch in Fasseinheiten – gekauft und kann hier dann noch vier Jahre gelagert werden, bis er richtig in den Fässern aus amerikanischer Weisseiche gereift ist", so Engel. Seit 2002 beschäftigt sich der kreative Braumeister mit der Herstellung eines eigenen Whiskybrandes. 2011 kam es dann endlich zur Abfüllung des ersten Öko-Whisky Deutschlands, der unter Kennern sogar als Investition in die heimischen Keller gerollt wird.

Weitere Informationen unter www.hausbrauerei-altstadthof.de

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Zuletzt bearbeitet am 21/08/2016

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