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Weinwissen: Port - ein Weinklassiker mit Geschichte

Alle Portweine entstammen ausnahmslos dem Douro-Tal – und das seit 1756. Damals wurde auf Betreiben des Premierministers Sebastião José de Carvalho, dem späteren Marquês de Pombal, mit königlicher Verordnung eine Kontrollgesellschaft gegründet. Sie war nicht nur für die Qualität der Weine zuständig, sondern legte auch das genaue Anbaugebiet fest.

Es sollten nur Trauben von Reben verwendet werden, die entlang des Flusses Douro und seiner Nebenflüsse geerntet wurden. Es war das erste Mal in der Geschichte des Weinbaus, dass Qualitätskriterien und ein Anbaugebiet präzise festgelegt wurden. Das obere Douro-Tal: Ockerfarbener, schieferähnlicher Felsen, reich an Nährstoffen, aber ungewöhnlich trocken. Die Wurzeln der Weinreben müssen sich ihren Weg durch Risse im Felsen tief nach unten bahnen, um Wasser zu finden. Sie liefern nur wenig Ertrag. Gut ein halber Liter Wein pro Rebe kann in den besten Anbaugebieten gewonnen werden. Die Arbeit auf den Terrassen ist mühsam, bis heute werden die Trauben mit der Hand gelesen und in Körben die steilen Hänge hinunter zu den Weingütern transportiert. Das Stampfen der Maische erfolgt zum Teil noch mit den bloßen Füßen. Unter diesen besonderen Bedingungen entsteht Portwein, einer der großen klassischen Weine der Welt.

White und Ruby

Die englischen Namen verweisen auf die Entstehung des Portweins, die auf britische Handelsleute in der Hafenstadt Porto zurückgeht. Im 17. Jahrhundert hatten sie sich in der zweitgrößten Stadt Portugals niedergelassen. Um den Handel mit dem besonders in Großbritannien beliebten Wein aus dem Douro-Tal zu erleichtern, machten ihn die Handelsleute länger lagerfähig. Sie unterbrachen die Gärung durch die Zugabe von hochprozentigem Weinbrand.

Der White Port wird aus weißen Trauben hergestellt. Er lagert etwa drei Jahre und eignet sich besonders zu leichten Speisen wie zu Meeresfrüchten oder als Aperitif. Der weiße Portwein sollte White Port bei einer Temperatur von etwa 10 °C serviert und getrunken werden. Ruby Ports sind bekannt für ihren fruchtigen Charakter, der durch eine sehr langsame Gärung in großen Fässern entsteht. Diese fruchtigen und dunkelroten Weine finden sich in mehreren Kategorien wie Ruby reserve, LBV oder Vintage. Der Vintage Port gilt als König der Portweine. Durch seine Struktur und seinen Charakter ist für Jahrzehnte haltbar. Für seine Herstellung werden nur ausgewählte Weine eines einzigen, außergewöhnlich guten Jahrgangs verwendet. Er lagert zunächst zwei bis drei Jahre in großen Fässern und wird dann ungefiltert in Flaschen abgefüllt. Dort verbleibt er in der Regel noch mehrere Jahrzehnte. Während des Reifeprozesses bildet sich ein Bodensatz, der durch das Dekantieren von der Flasche gelöst wird. Der Vintage Port eignet sich besonders gut zu deftigen Fleischgerichten wie saftigen Steaks aber auch zu Käse und dunkler Schokolade. Ruby Ports harmonieren zudem perfekt mit Käse, Nüssen und Süßspeisen.
Bernstein im Glas

Tawny style Ports, die durch eine lange Fassreifung geprägt sind, entstehen durch den Verschnitt von mehreren alten Weinen. Charakteristisch ist ihre bernsteingelbe Farbe und ihr opulenter Geschmack nach getrockneten Früchten. Colheitas stammen aus einem einzigen Jahrgang und werden mindestens sieben Jahre auf Holz gelagert. Sie passen hervorragend zu Süßspeisen mit Karamell, frischen Früchten und Apfelkuchen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ivdp.pt.

Fotos: Wikipedia commons Anne-Lotte O´Dwyer

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Zuletzt bearbeitet am 21/08/2016

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