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Belfast kulinarisch

Wer in Belfast von Seafood spricht, kennt auch Bob. Sein kleines Restaurant "Mourne Seafood Bar" in Belfast ist ein wahres Original. Doch Belfast bietet noch so viel mehr, ist ein wahres Kleinod der Kulinarik.

2016 ist das "Year of Food & Drink" in Nordirland. Und das nicht ohne Grund, denn Nordirland kann "Nahrung". Im vergangenen Jahr hat die Nahrungsmittelindustrie des nicht einmal zwei Millionen Einwohner zählenden Landes etwa 4,5 Milliarden Pfund umgesetzt. 100.000 Menschen arbeiten für den wichtigsten Wirtschaftsfaktor Nordirlands. Kurz: Das Motto 2016 dürfte mehr als verständlich sein, kann so doch nicht nur Qualität und Sicherheit, sondern auch Innovation der Nahrungsmittelbranche kommuniziert werden.

Apple risotto with queen scallops

Bob braucht das jedoch nicht, hier spricht die Qualität der Produkte für sich. Bob ist ein Ire durch und durch, sitzt in seinem kleinen Restaurant in der hintersten Ecke und schaut über die Tische nach draußen auf die Straße. "Empfehlen kann ich natürlich alles von der Karte", sagt Bob lachend. Und wenn man sich die Karte anschaut, kann dies ungesehen akzeptiert werden. Auf der Karte stehen "Smoked salmon pate", "Seafood cakes", "Smoked haddock linguine" und "Roast fillet of salmon", um nur einige Speisen zu nennen.

Das kleine Restaurant ist auch zur Mittagszeit gut besucht. Der Kellner macht schnelle Schritte um die Tische zu bedienen. Wir brauchen nicht lange warten und die bestellte Portion "Celeriac and apple risotto with seared queen scallops, clonakilty black pudding and gremolata" steht eindrucksvoll vor uns. Die Pilgermuscheln sind richtig lecker, sehr kurz und scharf angebraten, ein perfekter Partner zum Risotto. Black Pudding ist dünn auf dem Teller verteilt, etwas untypisch kommt die lombardische Kräuter-Würzmischung Gremolata daher: Aber es harmoniert toll, der zitronige Akzent "trifft" genau.

Mourne Seafood Bar in der Bank Street.
Mourne Seafood Bar in der Bank Street.

 

Und was zu Seafood passt, weiß Bob ganz genau. Vor ein paar Jahren hatte er noch eine Austernfarm. Die hat er mittlerweile verkauft, aber seiner Leidenschaft – der See – ist er mit seinem Restaurant ja auch irgendwie treu geblieben. "Jeden Freitag und Samstag gibt es hier in Belfast einen großen Wochenmarkt", erzählt Bob. "Und der Fischmarkt dort ist wirklich hervorragend. Alles superfrisch. Natürlich: Durch die kurzen Lieferwege kommt der Fisch direkt vom Boot auf den Markt", so der Restaurantbesitzer weiter.

Glenarm Salmon: Exklusivität

Nordirland ist kein großes Land, Belfast ist keine große Stadt. Und wer sich im Metier Fischfang und Produktion bewegt, kennt auch viele andere aus dem Gewerbe. Bob ist ein Ur-Gestein und kennt sie alle. Zum Beispiel John Russel, der bei "Glenarm Organic Salmon Ltd." arbeitet. "Ein Unternehmen, das wirklich hervorragenden Lachs produziert. John ist seit 2007 für Glenarm auf dem Meer, war früher aber in Norwegen beschäftigt. Da hat er an der Produktion und der Aufzucht von über 40.000 Tonnen Lachs jährlich mitgearbeitet", sagt uns Bob.

Das Unternehmen Glenarm ist etwa eine Autostunde nördlich von Belfast ansässig. Von Belfast fährt man das letzte Teilstück die mehr als sehenswerte Küstenroute von Larne über den Carnfunnock Country Park bei Bullygalley bis nach Glenarm. Diese Region Nordirlands ist so etwas wie das "richtige" Nordirland. Stürmisch ist es oft, die See ist rau. Genau die richtigen Bedingungen für eine erfolgreiche Lachszucht. Schon von der Küstenstraße aus sind die riesigen Becken des kleinen Unternehmens zu sehen.

John Russel legt bei seinen Produkten nicht nur Wert auf Qualität, sondern auch auf Exklusivität. Ein Stückchen des Glenarm Salmon zu beziehen, gehört folglich schon zu den nicht ganz leichten Aufgaben im Leben. In London gibt es den Lachs in ausgewählten Läden, zum Beispiel bei Fortnum & Masons, dem Traditionskaufhaus schlechthin in der englischen Metropole. Oder man probiert mal ein Häppchen in Dubai. Einer der Glenarm Kunden sind die Jumeirah Restaurants.

Lachs von Glenarm Salmon.
Lachs von Glenarm Salmon.

 

Sternegastro bei Deanes

Ein Besuch in einem von Michael Deanes Belfaster Restaurants könnte allerdings auch eine Lösung sein. Der umtriebige Gastronom aus Lisburn arbeitete bis 1993 im Claridge's London – der Fünfsterne-Ikone an der Ecke Brook Street. 1997 eröffnete der 54-Jährige nach seiner Rückkehr auf die Insel das Restaurant im Herzen Belfasts und erkochte im gleichen Jahr einen Michelin-Stern. Lange Zeit war Michael Deane der einzige Sternekoch Nordirlands. Dreizehn Jahre hielt er die Auszeichnung, ehe ein Wasserschaden das Restaurant zur Schließung zwang und der Stern nicht wieder verliehen wurde. Den hat sich Deane allerdings bereits nach der Renovierung wieder an die Eingangstür kleben können. Der Michelin schreibt dazu: "Top quality local ingredients feature on modern, seasonal menus and combinations are original and creative. Flavours are clearly defined and the occasional playful element features too."

Scheinbar war die kurzzeitige Schließung aber wohl kein Nachteil. In der Folge öffnete Deane verschiedene Lokale mit unterschiedlichen Schwerpunkten und verband diese miteinander. Vom Gourmetrestaurant "EIPIC" bis hin zu Deanes "DELI VIN CAFE" – das Angebot ist weitreichend und abwechslungsreich. Konzeptionell ist die kulinarische Linie der sieben verschiedenen Gastronomien wie erwähnt sehr unterschiedlich, lässt sich aber durch das sogenannte "Dine around Deanes" verbinden. An ausgewählten Terminen können im Verlaufe eines Abends so in verschiedenen Lokalen Köstlichkeiten aus Deanes Kochtöpfen verkostet werden.

Allerdings bedarf es einiger Ausdauer – oder einfach einer gewissen Portion Glücks. Denn die Events sind zumeist über Monate ausgebucht. Resultat einer äußerst erfolgreichen Aktion zu den Restaurants Weeks 2013, als dieses Konzept das erste Mal erfolgreich präsentiert wurde. Seit dieser Veranstaltung ist "Dine around Deanes" ein Dauerbrenner in der Belfaster Kulinarikszene.

Doch Dauerbrenner ist nicht gleich Kult. Den kann man nicht kaufen, Kult erarbeitet man sich. So wie Bob, mit seinem kleinen Restaurant in der Bank Street…

Heilbutt im EIPIC.
Heilbutt im EIPIC.

 

KULINARIKER-Tipp:
Das Belfaster "OX" in der Oxford Street ist ein kleines und recht unprätentiöses Restaurant mit einem guten Ruf und einer schönen Produktqualität. Verschiedene Menüs oder À la carte: Das Restaurant bietet Kreatives und kleine kulinarische Besonderheiten zu bezahlbaren Preisen (1 Michelin Stern; World’s 50 Best Restaurants 2015).
Für alle Liebhaber des Street Food und kleiner gastronomischer Besonderheiten, sei der "Twilight Market at St. George’s" anempfohlen. Der Markt ist eine bunte und quirlige Veranstaltung, äußerst empfehlenswert. Die nächste Veranstaltung findet am 24. und 25 Mai statt (http://www.belfastcity.gov.uk/events/Event-62978.aspx).
 
Weitere Informationen unter:
Bobs Mourne Seafood Bar: www.mourneseafood.com
Michael Deane: www.michaeldeane.co.uk
Twilight Market at St. George’s: www.facebook.com/StGeorgesMarketBelfast
OX Restaurant: www.oxbelfast.com
Glenarm Salmon: www.glenarmorganicsalmon.com

Fotos: Michael Schabacker, Glenarm Salmon, OX Restaurant

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Zuletzt bearbeitet am 21/08/2016

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